Wolfgang

Kreta


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Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

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Den folgenden Text schrieb ich vor 19 Jahren, als ich auf Kreta

lebte.


AUF DER SUCHE NACH SINN

Das Leben der Tiere - die Ahnunglosigkeit ihres Daseins, vom

Menschen gezüchtet, geboren, um ihn zu ernähren. Weiß ein Huhn warum es Eier legt, es täglich vom Hahn besprungen wird und sich - ich weiß nicht, wie lange danach - dann den Arsch verrenken muß für eine Sache, wegen der außer kräftigen Gackerns nicht weiter für es abfällt?




























Fressen, saufen, rülpsen, pissen, scheißen, furzen, ficken, ihre Kinder beobachten, die als erfolgreiche Erwachsene immer schneller an der Fortschrittsuhr, die wegen Überanstrengung immer langsamer tickt, drehen lernen? Das soll der ganze menschliche Nutzen sein, alles was er in seinem erhabenen Dasein zu tun hat? Noch weniger als ein blödes Huhn? Ohne eigene Zukunft nach dem körperlichen Tod, nur Staub und Asche gleich dem Sand am Meer? Sicher, die meisten der sattzufriedenen Gesellen glauben daran, hoffen auf ihr tödliches Ende, ihren endgültigen Tod. Und man läßt sie aus einem einfachen Grund in diesem desolaten Glaubenszustand für ihre Existenz: Nur auf dieser Ebene läßt sich der Egoismus ihrer Seele mißbrauchen, wandelt sich in einen anderen Egoismus mit dem alten Namen "Nach mir die Sintflut", der jedoch zeitgerecht "Nach mir nie wieder Leben" heißt.

Wissen die Körpermenschen mehr von ihrem Leben als ein Huhn? Ein

alter Schlager besingt das ganze Elend dieser Welt: "Ich wollt', ich wär' ein Huhn". Bei den meisten scheint nicht einmal dieser Wunsch erfüllt, müssen wohl vor dem Menschsein erst Huhn werden. Zum Traurigsein ob dieses unverschämt klingenden Kommentars kein Grund, schaust du mit den Augen deines Herzens in die Welt.

4. April 2009


Ich erinnerte mich an diese Geschichte, als wir vor ein paar Tagen zum Gysenberg unterwegs waren und am Hühner- und Ziegenhof vorbei kamen.

Menüknopf

Geschichte 15

Oft läuft ein Huhn eifrig Nahrung suchend durch unseren Gemüsegarten, damit in der Gefahr, vom erbosten Konstantin erschossen zu werden. Würde es überhaupt fressen, wüßte es vorzeitig um sein normales Ende, den Nutzen seines Daseins, daß Pfanne, Teller und Bestecke schon bereit liegen, menschlicher Hunger gleich dem eigenen nicht bzw. ohne Motiv nicht abstellbar ist? Das Problem beider liegt jedenfalls auf gleicher Ebene: Dem Fleisch sagt keiner wo's lang geht; beide fressen sinnlos wild drauflos. Dabei kann das Huhn im Nachhinein für sich noch einen Nutzen entdecken, indem es sich aus weiter Ferne sieht als schmackhaft zubereitete Vor- und Hauptspeise, dem Herrn zur Kräftigung dienend. Aber die Menschen in Sarg und Urne, verbuddelt im Reich der Würmer, Mäuse und Maulwürfe, können sich einzig an ihrer Hinterlassenschaft befrieden, an ihrem aktiven Teil Bruttosozialprodukt, ihrem passiven, oft prasserischen, wirtschaftsfördern- den Verzehr. Oder daß sie ihren Kindern Obdach und Brot gaben, erfolgreich Zucht und Ordnung "Das tut man nicht" weitergaben, sie mit Traditionen "Das muß so sein" zu schwängern, sie in die Gesetze zwängten, die unser Heute schufen.