Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Wolfgang

Themen
_________________________________________________________________________________________________...

Unterschied

  5. Mai 2010

Per Zufall, ich erzählte es bereits, landete ich bei "Heinrich", einem anthropologisch arbeitenden Arzt. Sein letzter Brief hatte mich, mehr als mir lieb war*, beschäftigt, am Rande auch mit dem Begriff der "Egoität" im Zusammenhang mit dem "Geist des Buddhismus". Heinrich ist mir besonders symphatisch durch seine Art, genau zu unterscheiden - was andere vielleicht als Wortklauberei empfinden mögen. Jedenfalls war ich mit seinen Gedanken, denen von Frank Thiess zum Leid der Völker und einem Gespräch am Mittag im Schlaf versunken.
* ich werde der Flut der Themen, die sich mir eröffnen, derzeit nicht mehr Herr.

Nun ja, nach dem Aufstehen hatte ich meine Pflichtübung erledigt und ein paar "Terminseiten Ruhrgebiet" gemacht, eine davon über "Fremde im Revier". Andersartigkeit ist schon lange ein großes Thema bei mir, insofern machte ich das besonders gerne und auch mit der gebotenen Aufmerksamkeit. Ich war sozusagen thematisiert, als ich weiter an meinem Thema der Nacht arbeitete, das von den zentralen Systemen der Welt handelt. Irgendwie paßte das mit dem Fremden zusammen, und mit den Gedanken im Kopf stieg ich aufs Rad, und Radfahren macht etwas  mit mir, vielleicht noch etwas Besonderes, wenn ich freudvoll zu den Freunden nach Korte fahre.

Auf der Höhe des Gerther Friedhofs machte es plötzlich "Klick" in meinem Kopf und der Begriff "Unterschied" erschien, wahrscheinlich noch befördert durch ein extrem unterschiedliches Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Das Wort nahm immer mehr Raum ein, bis ich die ganze Welt als einen sich darstellenden Unterschied definierte. Ehrlich, ich war nicht nur überrascht, auch verblüfft über die Einfachheit einer SEHR zentral-fundamentalen Beobachtung. Schauen wir mal.

Wir sind Menschen, alle verschieden, alle mit mindestens einem Unterschied.
Wir sind Frauen und Männer, das macht einen Unterschied, für manche sogar einen sehr großen.
Wir erleben den Unterschied zwischen Tag-hell und Nacht- dunkel, fühlen den Unterschied zwischen hungrig und satt ebenso wie Trauer, Freude, Gelassenheit und Anspannung.
Wir begegnen verschiedenen Menschen, wohl gesonnenen Freunden als auch arglistigen Feinden.
Wir erleben den Unterschied zwischen richtig und falsch, von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, von guten und schlechten Tagen.
Der Unterschied ist dem Menschen in seinem gesamten System eine, ich möchte sagen, unerlässliche Größe, auch wenn er sich dessen nicht bewusst ist. Und ich erinnere mich gerne an meinen Freund Gerd, der mir Intelligenz mit den einfachen Worten definierte: Die Fähigkeit, zu unterscheiden.

Gehen wir einen großen Schritt zurück, hin zum Beginn der Schöpfung.
Genesis
- Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
- Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern.
- Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre

Nun wird unterschiedliches Leben eingerichtet
- Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume.
- Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels.
- Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden.
- Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.

Okay, eine Menge Unterschiede bei der Schöpfung, wobei ich bei der Erschaffung des Menschen die katholische und sehr unchristliche Version mit der "Rippe" kenne.

Nun stellen sich Fragen:
Gab es bereits vor der Schöpfung (der materiellen Welt) Unterschiede?
War die Schöpfung eine Antwort auf diese Unterschiede, bzw. auf die Folgen, die aus den Unterschieden entstanden waren?
Gab es gar zwei verschiedene Arten von "Wesen", für die ein verschieden ausgestatteter Körper und verschiedene Rollen geschaffen wurden?
Ich erinnere hier an die Geschichte vom "Kampf im Himmel" - der Text aus der "Offenbarung steht rechts.

Als eine Tatsache darf ich wohl bezeichnen, dass Frau und Mann in ihrem Wesenskern sehr unterschiedlich sind. Während Mann rational-geistig auf Intellekt hin orientiert ist, ist Frau mit Gefühl und Intuition ausgestattet.
Grundsätzlich glaube ich, hätte man auch einen androgynen Menschen schaffen können, ebenso wie eine Naturwelt, die paradiesisch friedlich struktiert ist.
Warum "man" das nicht tat? - es wird einen, und zwar ein sehr trifftigen Grund gegeben haben.

Unsere Welt ist eine Welt der Unterschiede, die sich auf allen wahrnehmbaren Ebene darstellen. Nun wurde aber ein dynamisch arbeitendes Leben geschaffen, das Veränderung und Entwicklung schafft. Es geht, zwar nicht immer vordergründig, aber doch im "Wesen-tlichen" um Integration, und zwar von Verschiedenartigkeiten. Teils wurde das  ziemlich brachial verfügt, indem Frau und Mann im Sinne existentieller Sicherung zusammen wirken MÜSSEN, teils wurden Begriffe wie Moral und Gerechtigkeit geschaffen, um auf ideologisch-geistigem Wege Werte wie Solidarität und Nächstenliebe zu befördern. Schließlich mag ich erwähnen, dass auch das triebhafte Rauben fremden Eigentums in Kriegen ein Verschmelzen verschiedener Kulturen bedingte - offensichtlich ein notwendiger Prozess, wenn ich das Sachliche dazu richtig verstanden habe.

Aus Verschiedenheit entwickelt sich eine Einheit.
Kann man die Geschichte des Lebens auf diese einfache Formel bringen? Jedenfalls ergibt sich, wenn Unterschiede das Motiv für Schöpfung und Leben waren, eine klare Konsequenz:
Menschen sind "nur" die Ausführenden einer Entwicklung. Für die Entstehung der Notwendigkeit dieser Entwicklung - die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander von Verschiedenheit zu schaffen -  sind sie nicht verantwortlich. Ich gehe eher davon aus, dass diese Fähigkeit im Sinne von Vollkommenheit entstehen MUSSTE - und wird.

Glückauf! Macht was draus.

Egoität -
abgeleitet von dem Wort „Ego", bedeutet „Individualität", niemals „Persönlichkeit", und ist das Gegenteil von Egoismus oder „Selbstsucht", die das charakteristische Merkmal der Persönlichkeit sind.

Egoität
Das Streben nach materiellem Wohlstand, nach maximalen
Einkommen und Gewinnen ist in einem ganz anderen Seelenbereich begründet: im Wunsch nach Daseinssicherung, im Willen nach Besitz, letztlich in der Orientierung des Ich auf die materielle Welt. Da hier jeder Gegenstand, jede Aktie nur jeweils von einem besessen werden kann - im Gegensatz zur geistigen Welt, in der viele die gleiche Idee haben können! — wird hier der »Egoismus« veranlagt.
Die materielle Daseinssicherung durch Atmung, Trinken, Essen, Kleidung und Behausung ist
essenziell für jeden: Das Ich benötigt daher zur Existenzsicherung
die Dimension der »Egoität«. Erst
wenn sie übertrieben wird, sich zur »Hab-Sucht« steigert, spricht man von »Egoismus«.

Eine »gesunde« Seelenentwicklung basiert selbstverständlich
auf der Entwicklung aller dieser drei Bereiche. Mit den Relationen:
Wahrnehmen und Denken —> Individualität
Empfinden und Fühlen —> Solidarität
Wollen und Handeln —> Egoität
können die Zusammenhänge der Seelenfunktionen
mit den Dimensionen des »Ich« hergestellt und verstanden
werden.

Die "Gefallenen Engel"
Offb. 12,7-9: „Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Auch der Drache und seine Engel kämpften; aber sie siegten nicht, und es wurde für sie kein Platz mehr gefunden im Himmel. So wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen.“

Susanne Startseite
zentraler
Menüknopf
Humor
Knopf
Menüknopf
Ruhrgebiet
Menüknopf
Leben