Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Wolfgang

Themen
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Alkohol und Charakter

  13. April 2010

"Ein oder zwei Drinks können natürliche Hemmungen lösen und eine Person dazu bringen, mehr zu reden oder geselliger zu sein als sie normalerweise vielleicht wäre. Zu viele Drinks können bewirken, dass eine Person sehr aggressiv wird oder die Kontrolle über sich selbst verliert. Durch den Missbrauch von Alkohol wird keine neue Persönlichkeit geschaffen, sie ruft hervor, was bereits da war, aber in der Regel in Schach gehalten wird".

Ich weiß nicht, was "natürliche Hemmungen" sind. Grundsätzlich glaube ich, dass eher ein Fließen von natürlicher Art ist. Weiterhin glaube ich nicht, dass Menschen in ihrem Wesen Tiere sind. Sie müßten sehr viel Kraft aufwenden, um das Raubtierhafte im Zaume halten zu können.
(Vielleicht ist es nur so, das raubtierhaft-archaische Informationen Zugang in das Informationssystem erhalten, wenn gewisse (vernünftige) Blockaden als Schutz ausfallen)

"Einige Ursprünge von Alkoholismus findet man darüber hinaus im familiären Umfeld und in der frühen Entwicklung der Persönlichkeit.
Ein Risiko an Alkoholismus zu erkranken, betrifft Menschen, die in "Alkoholikerfamilien" aufwachsen. Theorien gehen davon aus, dass es eine Veranlagung zur Suchtgefährdung gibt, die vererbbar ist.

Das komplexe Geschehen der Entstehung von Sucht, also auch Alkoholismus, können weder die biologischen, psychologischen oder soziologischen Ansätze allein erklären. Man geht von einem komplexen Zusammenspiel aller Faktoren aus".

Das glaube ich zwar auch, aber das erklärt nicht die erste Ursache des Phänomens Sucht.

Tatsächlich benebelt Alkohol die Sinne, indem es Rezeptoren im Gehirn blockiert und dadurch eine andere Realität erschafft, die sich anfangs sehr angenehm, mit zunehmender Abhängigkeit jedoch mehr und mehr belastend anfühlt.

Alkohol verändert das, was wir "Realität in nüchternem Zustand" nennen. Grundsätzlich bezweifele ich, dass Menschen in keinem Zustand die wirkliche Realität wahrnehmen können. Letztlich verändert Alkohol das Bewusstsein und damit die Wahrnehmung der eigenen Existenz sowie das Miteinander mit der Welt. Dass die Wahrnehmung einer relativ fremden Welt, die zunehmend immer vertrauter wird und das Bild der "normalen Welt" überlagert, zu einer Belastung (Verwirrung) führt, scheint logisch.

Zunächst kommt es zu gesteigerter Fröhlichkeit und Rededrang, die Kritikfähigkeit nimmt ab, die Selbstüberschätzung zu. Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsschnelle lassen nach. Der fließende Übergang in den Alkoholrausch ist gekennzeichnet durch zunehmende psychische Enthemmung, herabgesetzte Denkfähigkeit, Gang- und Sprachstörungen. Die Schmerzempfindlichkeit ist vermindert.

Und was ist mit der Verminderung der Angst? Oder sollte ich fragen nach der reduzierten Furcht, die korrespondiert mit Mut?

"Alkohol ist ein Nervengift das den Charakter eines Menschen verändern kann".

Ich glaube nicht, dass die Nerven oder das Nervensystem mit dem Charakter eines Menschen in Verbindung stehen; wohl das Verhalten. Aber ich glaube, der Charakter steht in Verbindung mit der Alkoholsucht.

Doch es (seriöses Forschen) geht auch anders. Das beweist der Ökonom Christopher Auld. Eine seiner Studien lieferte das überraschende Ergebnis, dass Alkoholtrinker im Durchschnitt 50 Prozent mehr verdienen als Nichttrinker. Bei starken Säufern kehrt sich der Effekt allerdings wieder ins Gegenteil – sie verdienten ebenfalls nur halb so viel wie die maßvollen Trinker.

Im Übrigen wird der Zusammenhang zwischen Charaktereigenschaften und Alkoholkonsum – über den Auld gemutmaßt hatte – von einer weiteren Studie bestätigt: Die Psychologen Jonathan Shedler und Jack Block stellten fest, dass mäßige Trinker überwiegend “sozial integriert, vernünftig und charmant“ waren. Die Forscher bezeichneten sie deswegen als die Gruppe der Experimentierer. Abstinenzler waren dagegen eher “ängstlich, mürrisch, sozial unbegabt und gehemmt“, während die Süchtigen sich als tendenziell nicht lebhaft, nicht tatkräftig, nicht offen für neue Erfahrungen und stur“ herausstellten.

Darüber sollte man konkreter nachdenken! Äußern sich da im Verhalten Gradienten der Angst?


Fakten

Drei Millionen, d. h. zwei von 100 Einwohnern in Deutschland, sind alkoholabhängig, davon rund eine Millionen Frauen.
Alleine in Deutschland leiden sieben von 100 Menschen direkt oder indirekt an den Folgen des Alkohols.
Bei jedem vierten Autounfall ist Alkohol im Spiel.
Jeder zweite Unfalltote im Straßenverkehr und der Tod von 40.000 Menschen - das entspricht der Einwohnerzahl einer Kleinstadt - gehen auf Kosten des Rauschmittels Alkohol.

Der volkswirtschaftliche Schaden der Alkoholsucht ist kolossal. Die Kosten für Behandlung und Rehabilitation gehen in die Milliarden, allein 1989 wurden dafür über 37 Milliarden (Seitz, 1995) ausgegeben. Dem stehen Einnahmen von sechs Milliarden DM gegenüber. Eine Rechnung, die nicht aufgehen kann.
Arbeitsausfälle und Folgekosten belaufen sich auf 35 Milliarden DM jährlich.
Bei diesen Zahlen sollte man meinen, daß man im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit von Seiten der Regierung und der Krankenkassen mehr über diese heimtückische Krankheit hören sollte und aufgeklärt würde.

Mein Versuch, auf der Vernunftsebene mit den Fakten umzugehen, scheiterte bisher. Tatsache ist, für ein Päckchen Tabak kann ich auch eine Flasche Schnaps kaufen. Schnaps ist billig, einerseits in der Herstellung, andererseits scheint dieser Stoff (extrem!) steuerbegünstigt zu sein. Warum? Die staatspolitischen Folgen des Rauchens sind jedenfalls weit aus geringer zu bewerten, als die Folgen des Alkoholismus: Nikotin hat eine belebende, Alkohol eine betäubende Wirkung. Damit erst mal gut.

Warum wird jemand zum Alkoholiker
Alkohol macht im Gegensatz zu den meisten anderen Drogen nicht unbedingt süchtig, sonst wären ja alle Menschen, die hier und da mal ein Glas trinken, Alkoholikerinnen und Alkoholiker. Es ist schon viel geforscht, geschrieben und spekuliert worden über die Ursachen von Alkoholismus. Man war sich aber immer darüber einig, dass immer viele Faktoren zusammen kommen, warum jemand süchtig wird – ein Grund alleine reicht nicht aus. Es gibt auch keine bestimmte Ursache, die immer zwingend zum Alkoholismus führt.

Ursachen in der Persönlichkeit
Es gibt keinen typischen „Alkoholiker-Charakter“, der typisch ist. Ein Blick in die Suchtklinik, reicht dafür aus. Dort finden Sie die unterschiedlichsten Berufsgruppen und Menschentypen. Bei Süchtigen finden Sie allerdings größere Gemeinsamkeiten, wenn Sie nach Ihrer Weltansicht fragen. Meistens besteht eine große Differenz zwischen ihren Wünschen und der Realität. Hinzu kommt noch ein hartnäckiger Anspruch auf Konfliktfreiheit und eine geringe Frustrationstoleranz. Manche Alkoholiker äußern, sie hätten meistens nicht die Chance, im richtigen Augenblick dem Trinken etwas eigenes, Besseres entgegen zu bringen. Man könnte meinen ihr Wertesystem ist nicht in der Lage, eigene Wünsche zu äußern und auszuleben, die sie befriedigen und vor allem stärker sind als der Drang nach Alkohol – als wären gar keine hervorstechenden eigenen Wünsche vorhanden. Möglicherweise verdrängen Selbstunsicherheit oder Abhängigkeit von anderen ihre eigenen Wünsche und Gefühle. Diese Schwierigkeiten und nicht gesunden Taktiken herauszuarbeiten, ist letzten Endes die Aufgabe der psychotherapeutischen Betreuung.
Oft beginnt der Alkoholmissbrauch fast nie absichtlich und meistens ganz harmlos. Das reicht von Schlafstörungen bis hin zu Kontaktschwierigkeiten in der Öffentlichkeit, die nach drei oder mehr Glas Bier wegfallen. Häufig fallen auch andere Motive auf, wie zu Beispiel Stress zu bewältigen, das Verlangen nach Geselligkeit oder Entspannung. Aus der Typenlehre der Trinker geht inzwischen hervor, dass Menschen, die häufig in geselligen Runden zuviel trinken, dazu neigen Spiegeltrinker zu werden. Menschen die jedoch dazu neigen, Probleme wegzutrinken, landen möglicherweise beim Epsilon-Trinker. Einige Ursprünge von Alkoholismus findet man darüber hinaus im familiären Umfeld und in der frühen Entwicklung der Persönlichkeit.
Riesenansprüche – Zerbrechen an den Realitäten des Lebens

Alkoholiker bauen sich immer wieder mit und ohne Alkohol eine Traumwelt ihrer Ansprüche auf.


Ursachen in der frühen Kindheit
Ein nicht unerhebliches Risiko an Alkoholismus zu erkranken, betrifft diejenigen Menschen, die dort aufwachsen, in dessen Familien schon immer viel getrunken wurde. Es ist nicht un-bedingt unausweichlich, jedoch ist es eine große Gefahr. Das es eine Veranlagung zur Suchtgefährdung gibt, die vererbbar ist – also eine genetische Komponente, davon gehen biologische Theorien aus. Das Risiko ist also für Kinder, deren Eltern Alkoholiker sind, groß. Kinder sehen außerdem in Ihren Eltern das wichtigste Vorbild. Werden also innerhalb der Familie Probleme mit Alkohol behandelt oder der Alkohol gehört zum täglichen Umgang, werden die betreffenden Kinder ,wenn sie später groß sind, genau so verfahren.
Das Trinken gelernt werden kann, wie zum Beispiel das Rollschuh fahren, besagen verhaltenstherapeutische Theorien.
Die Sucht als Suche nach Befriedigung von außen ohne eigenes zutun, beschreiben psycho-analytische Theorien. So als wollte der Betroffene zurück, um an der Mutterbrust zu saugen. Die Tiefenpsychologen nennen das „oral fixiert“. Das Störungen der eigenen Identität des Betroffenen im Vordergrund stehen, davon gehen andere psychoanalytische Theorien aus. Wie ein Ersatzobjekt für menschliche Beziehungen wird dort der Alkohol benutzt. Ausgelöst durch Todessehnsucht, wird übermäßiger Alkoholkonsum, als Selbstmord auf Raten gesehen. Sein bevorzugtes Modell der Sucht, muss hier jeder selber finden.
Ein weiterer Grund könnte sein: Falsche Liebe – Abhängigkeit – Sucht. Mit übersteigenden Bemühungen haben die Eltern bei Ihren

Kindern gesunde Bedürfnisse und Strebungen gründlich blockiert.



Familiäre Ursache
Warum Menschen aus familiären Gründen trinken, ist so vielfältig, wie die Familien selbst. Eine Ansammlung von Problemen, wie Geldsorgen, Verständnisprobleme mit dem Partner, Zeitdruck, Verlust eines Partners oder Kindes und zu hohe Belastungen im Alltag werden oft zum Auslöser, mit dem Trinken anzufangen.

Zusammenfassende Darstellung der Entstehung von Alkoholabhängigkeit
Das komplexe Geschehen der Entstehung von Sucht (Abhängigkeit), also auch Alkoholismus, können weder die biologischen, psychologischen oder soziologischen Ansätze allein erklären. Erst eine Zusammenfassung aller Faktoren unter systemischen Ansichten kann der großen Auswahl der Konstellationen gerecht werden. Sie geht davon aus, dass sich die Faktoren für die Bedingungen als Regelkreise gegenseitig beeinflussen, nicht selten im Sinne einer Erhöhung nach Art eines Teufelskreises, wie er mit folgendem Schema dargestellt werden kann (Abb. 1)

Abb.: Teufelskreis der Abhängigkeit (aus: Ingrid Völkel, Marlies Ehmann; Spezielle Pflegeplanung in der Altenpflege.)






















auf der Seite Tipps und Therapieformen

Lichtblicke Bielefeld

Literaturverzeichnis

Ingrid Völkel; Marlies Ehmann


Spezielle Pflegeplanung in der Altenpflege.
Stationäre und ambulante Pflege alter Menschen.1997

Nan Robertson


Die Anonymen Alkoholiker. Der erfolgreiche Weg aus der Sucht.
Ein Insiderbericht.1995

Hans Klein


Kontrollverlust – verborgenes Symptom der Sucht.
Erklärungsversuch bei Alkoholismus und anderen Suchtformen.1993

Dr. Christian Mehrkühler


Was ist Alkoholismus? Informationen für Betroffene, Angehörige
und Therapeuten. 1999

Wilhelm Feuerlein


Alkoholismus. Warnsignale, Vorbeugung, Therapie. 1999

Gunda Werner


Teufelszeug, Stationen einer Trinkerin 1993

Fritz Katz, Bertram Dittmar, Heinz Klement


Alkoholismus – Hilfe ist möglich! Ursachen – Auswirkungen Fragen an
die Gesellschaft 1996

Eberhard Rieth


Ist Alkoholismus eine Krankheit? Krankheit... oder moralisches
Versagen? Medizinische Erkenntnisse.
Annehmen der Wirklichkeit. 1991

Die meisten Alkoholkranken stinken keinesfalls immer nach Schnaps, und sie sind auch nicht asozial und obdachlos. Vielmehr sind es Menschen, die durch Alkohol körperliche und psychische Probleme haben, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennen kann. Mancher Alkoholiker hat einen guten Job, lebt in einer intakten Familie und ist doch innerlich, oft unerkannt, in seiner Sucht gefangen.

Impulsive Jugendliche

Dass Alkohol die Schwelle der Gewaltbereitschaft sinken lasse, schreibt Piram seiner kurzsichtig machenden und Hemmungen lösenden Wirkungen zu. "Wer betrunken ist, nimmt Reize aus der Umgebung weniger gut wahr. Übersehen werden somit auch Vorwarnungen von Aggressionen, die einem sonst Einhalt gebieten würden. Andererseits wirkt Alkohol angstlösend und lässt Betrunkene auf Situationen zugehen, in die sie sich in nüchternem Zustand aus Angst nicht trauen würden.

Alkohol macht einerseits frei, andererseits führt der Weg in eine gefährliche Welt, in der eine reduzierte Vernunft die Macht übernommen hat und aggressiven Trieben ihren Lauf läßt.

Je nach Menge, Situation, Häufigkeit des Konsums und Grad der Abhängigkeit bzw. Gefährdung wird die Alkoholkrankheit und ihre Vorstufen in verschiedene Typen (die sog. "Jellinek-Typen") eingeteilt.

Typen:
Es werden fünf verschiedene Typen des Alkoholismus unterschieden:
Der Alpha-Typ ist ein "Problemtrinker", welcher sich durch den Alkoholkonsum gelegentlich eine psychische Erleichterung verschafft, aber nicht die Selbstkontrolle verliert und auch auf Alkohol verzichten kann

Der Beta-Typ ist der Gelegenheitstrinker, der in unregelmäßigen Abständen (in Gesellschaft) übermäßige Mengen von Alkohol konsumiert; auch dieser Typ verliert die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum nicht.

Der Gamma-Typ ist der süchtige Trinker, der die Kontrolle über sein Trinkverhalten verliert, in einem frühen Stadium aber phasenweise auf Alkohol verzichten kann. Bei diesem Typ kommt es erst zu einer seelischen, dann auch körperlichen Abhängigkeit

Der Delta-Typ ist der Gewohnheitstrinker, der kontinuierlich seinen Alkoholspiegel aufrechterhält. Hier besteht bereits eine voll ausgeprägte psychische und physische Abhängigkeit. Betroffene von diesem Typus haben das Trinkverhalten zwar unter Kontrolle, können aber auf den regelmäßigen Alkoholkonsum nicht mehr verzichten

Der Epsilon-Typ schließlich ist im Volksmund als "Quartalssäufer" bekannt. In unregelmäßigen Abständen kommt ihm zu exzessivem Alkohlkonsum, den er nicht mehr kontrollieren kann. Eine Zeitlang sind Betroffene zum Alkoholverzicht fähig, auf Dauer besteht jedoch die Gefahr eines Übergangs zum Gamma-Typ, also die Entwicklung einer psychischen und physischen Abhängigkeit

Sucht halte ich für normal, jedenfalls in den Kulturkreisen, in denen sie sich entfalten kann. Vielleicht gehört die Ursache für alle Arten von Süchten zum Wesenskern des Menschen und dürfte somit in den Bereich der natürlichen Entfaltungsbedürfnisse gehören. Mir kam dieser Ansatz in den Sinn durch die vielfältigen Süchte, die nicht einzelne Menschen erfassen, sondern auf allen möglichen gesellschaftlichen Spielfeldern als Phänomene erscheinen: Dort, wo Strukturen und Störungen sich als gelebtes Verhalten demonstrieren, ist Sucht möglich und schreit dort nach Analyse und Heilung.

(Bilder von Heute aus dem Paradiesgarten)

Wer mit alkoholsüchtigen Menschen zu tun hat oder hatte, wird ein leidvolles, oft wohl mehrstrophiges Liedchen über die damit verbundene Problematik singen können, das Problem betrifft sicher auch andere persönlichkeitsverändernde Rauschmittel. Da ich durch einen Fall in direkter Nachbarschaft mit der charakterlichen Seite eines Alkoholikers konfrontiert bin und wir ohnehin Alkohol als Thema aufgegriffen haben, kommt nun eine etwas genauere Betrachtung verschiedener Aspekte. Voran stellen darf ich, dass ich vor ein paar Tagen als "Genussmensch" eingeschätzt wurde. Da ich relativ spartanisch lebe, drängte sich mir eine Überlegung auf:
Es gibt wohl Menschen, die das Leben genießen, vielleicht weil sie glücklich sind. Und es gibt andere, die das Leben durch allerlei Genüsse erst genießbar machen müssen.

Nun erst mal Ergebnisse des Googelns - der Reihe nach weg, die ich gerne meinen Gedanken voran stelle.

Suchtkongress - Alkohol steigert Gewaltbereitschaft

Bei den meisten Gewaltverbrechen ist Alkohol im Spiel - Suchtexpertin fordert Verbot der "Happy Hour"

Köln/Freiburg - Alkohol und Gewalt treten oft im Doppelpack auf. Neun von zehn in Schlägereien Beteiligte sind zuvor bereits alkoholisiert, und auch bei jedem dritten Fall von schwerer oder tödlicher Körperverletzung, von Vergewaltigung oder Raubmord ist Alkohol im Spiel. Das zeigen Statistiken, die am Suchtkongress präsentiert wurden, der derzeit in Köln stattfindet. "Gewalt infolge von Alkohol ist kein Randgruppenthema. Es ist eher die Regel als die Ausnahme", betont Jeanette Piram, Leiterin der Drogenhilfe Freiburg. Da unser Kulturkreis Alkohol nicht als Sucht- sondern stets nur als Nahrungsmittel behandle, sei das Problem vernachlässigt worden. "Die meiste alkoholische Aggression geschieht im familiären Kreis. In Diskussion kommt das Thema jedoch erst langsam und nur dort, wo alkoholisierte Jugendliche in Diskotheken oder Partyzonen zu Straftätern werden."

Womit wir wieder bei der spannenden politischen Facette der Alkoholwirkungen wären. Welche Absicht ist 30 Milliarden Euro wert? Das ist die Frage, deren Antwort nicht ungefährlich sein muss.
Tatsache ist, Alkohol schafft Eskalation, schafft Unterdrückung, schafft durch externe Konflikte und interne Störungen eine Beschäftigung mit sich selbst. Alkohol bindet Kräfte und Aufmerksamkeit, fördert die geistige und soziale Unzurechnungsfähigkeit - und wer das fördert, tut das sicher nicht ohne ein schwer wiegendes Motiv.

Aus einer "Suchtfibel":

Alkohol (oder Medikamente) konnte ich manchmal verwenden, um folgende Wirkungen zu erzielen:
Die Alkohol- oder Drogenwirkung
... entspannte mich

...

half gegen Angst

...

wirkte gegen Langeweile

...

machte mutig, die Wahrheit zu sagen

...

half gegen Schmerzen

...

machte gesellig

...

half, Hemmungen und Schüchternheit abzubauen

...

wirkte wie eine Arznei, betäubte meine Selbstvorwürfe und

Schuldgefühle

...

machte einfallsreich und humorvoll

...     half mir, die Welt in Ordnung zu finden

...

half bei sexuellen Schwierigkeiten gab Kraft oder geistige

Produktivität ließ mich meine Träume fließen lassen half bei Schlaflosigkeit

...

beruhigte

...

machte mich manchmal wie aufgekratzt steigerte den Genuß

...

regte den Appetit an

...

machte leistungsfähiger

...

machte sorglos

...

half mir, mich abzureagieren half gegen Unpäßlichkeit

...

machte ansonsten Unerträgliches leichter (z.B. ..Alltagstrott“)

...

half, daß ich mich nicht so ausgeschlossen fühlte

...

erleichterte Probleme

...

half mir, mich gelöst zu fühlen half mir dabei ,,abzuschalten“,

gestattete es mir, mich zurückzuziehen und meine Ruhe zu haben half mir dabei, meine Ohnmachtsgefühle und meine Wut darüber abzureagieren

...

ließ mich sexuell aktiver sein


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