Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Susanne und Wolfgang

Erleben
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federleichte 5 Pfund

18. März 2010
Menüknopf
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Unsere Interessen sind im Kern sehr stabil, die Themen an der Peripherie tauchen allerdings manchmal wie aus dem Nichts auf. Egal, Susanne interessierte sich für Speckstein, ich mich vor einigen Wochen intensiver für Skulpturen. Wen wundert's, dass wir am Wochenende eine Skulptur aus Speckstein fanden, dazu eine sehr schöne und symbolhafte, ja beinahe mysteriöse Erscheinung.

Im Angebot stand geschrieben:

 "Sehr schöne Skulptur aus Speckstein der Kisii, Kenia, 60er Jahre; Handarbeit.

Diese Skulptur ist keine billige Massenware für Touristen sondern ein aufwendig aus Speckstein herausgearbeitetes Kunstwerk aus der Region Kisii. Die Skulptur bekam ein Tierarzt vor Ort von einem Kisii - Dorfältesten.

Die Skulptur ist ca. 21 cm hoch, ungefähr 2,5 Kg schwer und ca. 13 cm breit. Die Oberfläche ist wunderbar poliert - ein echter Handschmeichler.

Ich hatte einiges mehr geboten, als sie schließlich kostete - ist manchmal wirklich ein Rätsel, was bei ebay abläuft -, und ich fühlte mit dem Verkäufer, der sein Kunstwerk als Schnäppchen würde hergeben müssen; na ja, so ist das eben manchmal.

Am Nachmittag brachte ich Susanne das gute Stück, und am Abend googelten wir beide nach ein paar Informationen - die stehen rechts.
Hier nun das Bild.


Der Kisii- oder auch Seifenstein wird im Südwesten Kenias nahe dem berühmten Viktoriasee abgebaut. In dieser Region lagern über 90 Prozent des gesamten Seifenstein- vorkommens der Welt.

Seifenstein ist ein enger Verwandter des in Deutschland bekannten Specksteins und gehört zu den Steatiten. Sehr häufig hat der Stein sehr schöne Farbschattierungen und Maserungen. Diese entstehen durch die Einlagerung unterschiedlicher Mineralien.

Kisii ist ein Ort in der oberhalb des Victoria-Sees gelegenen Tabaka- Region, in der bedeutende Specksteinvorkommen zu finden sind. Der Ort ist Sitz und Namensgeber der 1980 von etwa 100 Schnitzern gegründeten "Kisii Soapstone Cooperative". Die Kooperative fungiert als Vermark- tungsorganisation für ihre Mitglieder und nimmt in diesem Rahmen auch Aufgaben der Qualitätskontrolle und Produktentwicklung wahr. Die Mitglieder wählen insgesamt sieben Gebietssprecher, die dem Managementkomitee angehören und die Verwaltung kontrollieren.

Mittlerweile sind etwa 400 - überwiegend männliche - Steinschnitzer in der Kisii- Kooperative zusammengeschlossen. Die Produzenten sind in erster Linie Kleinbauern, die auf Flächen von kaum mehr als 0,5 Hektar Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen anbauen sowie ein bis zwei Kühe halten. Die Schnitzerei ist für sie ein wichtiger und vor allem kalkulierbarer und regelmäßiger Zusatzverdienst, mit dem sie zum Beispiel das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen können. Die Mitglieder treffen sich nach der Feldarbeit in kleinen Gruppen und schnitzen gemeinsam; dabei entstehen immer wieder neue Formen und Ideen. Das Rohmaterial beziehen sie von kleinen Steinbrüchen in der Region. Obwohl die Verarbeitung von Stein in Kenia, wie eigentlich überall auf der Welt, traditionell als reine Männersache gilt, wurden in der letzten Zeit auch Frauen an die Schnitzarbeit herangeführt: In einer Oberschule vor Ort wird die Verarbeitung des Steins im Kunstunterricht vermittelt. Dies führte zu großer kreativer Unruhe innerhalb der Kooperative und festigte ihren guten Ruf innerhalb und außerhalb des Landes.