Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Wolfgang

Angst
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Archetypen

4. März 2010

Jeder - jeder Mensch hat Angst. Sie ist eine Dominante, daß heißt, er wird von ihr beherrscht. Ein Status, der die Seele um ihre Freiheit beraubt und sie - in unserem Sinne lebensfähig (erlebnisfähig, entwicklungsfähig) macht. Sie ist ein notwendiger Faktor für die seelische Entwicklung ist. Sich davon zu befreien ist ein elementarer Antrieb für den Menschen, die Menschheit, die Schöpfung. Aber die Angst ist letztlich nicht das Problem. Tatsächlich brauchte niemand Angst haben, denn, die Existenz der Seele ist unvergänglich. Wenn sich eine Seele nun entwickeln muß, notwendig entwickeln muß, dann gilt
1. Leben ist ein Entwicklungsprozeß für die Seele
2. Angst als ein Handlungsparameter weist darauf hin, was die Seele für sich entwickeln soll. Mindestens einen Status, von dem aus sie keine Angst mehr haben braucht.

Diesen Text schrieb ich im Februar 1999

Die folgende Beschreibung von den Archetypen der Angst stammt aus dem Buch "Archetypen der Seele", von Varda Hasselmann und Frank Schmolke. Ich empfehle es euch als sehr lesenswert.


1. Selbstverleugnung - die Angst vor Unzulänglichkeit

- unterwürfig            + bescheiden


Kennzeichen: Fleiß und Ehrgeiz - bleibt bescheiden im Hintergrund, oder
Sich-Überhöhen: stellt sein Selbstbewußtsein besonders deutlich unter Beweis (extrem gegengesetzt!). Das kann ich nicht (Minderwertigkeit), oder, wenn die Angst verleugnet wird: Ich kann alles (Größenwahn).

Kann Angst das Motiv auf der Suche nach mehr Liebe sein - über den Weg des Mitleids und der Suche nach Anerkennung (Bewunderung)???
Angst mit einer Doppelwirkung - einschränkend und fördernd zugleich?

Selbstverleugnung leugnet die eigenen Bedürfnisse und betont die der Mitmenschen.
Bei Anforderung entsteht das Unzulänglichkeitsgefühl, er gibt sich dann große Mühe, bleibt dabei unterwürfig und demutsvoll, eine falsche Bescheidenheit (mit Floskeln), die seine Angst betäuben soll.
Im christlichen Glauben gilt Bescheidenheit als eine Tugend.
(
vielleicht wachsen auf diesem geistigen Hintergrund die perversen selbstlosen Machtansprüche - Menschen zu ihrem Wohl zu unterdrücken, Andersgläubige aus Barmherzigkeit abzuschlachten. B. weiß da aus ihrer Kindheit sicher noch einige treffende Beispiele)

Esoteriker oder die sich auf einen spirituellen Weg machten "mißbrauchen" ihre neuen Kenntnisse gerne, um sich klein und unbedeutend zu fühlen!!
Mit dieser Aussage stimme ich nicht überein. Esoterik ist doch der Weg zur inneren Größe, und Spiritualität ist der Weg zu geistiger Größe, die den Menschen aus dem Sumpf der Banalität des Alltäglichen heraushebt.

Bescheidenheit äußert sich als
Perfektionismus oder Selbstdemütigung
Demut und Bescheidenheit gelten als sozial hohe Werte. Die pseudopositiven Beurteilungen machen es schwer, sich von dieser Angst zu befreien.

Sich Kleinmachen - Verleugnung von:
Kraft, Talent, Liebesfähigkeit, Wärme, Größe, aber auch
Wut und Haß auf all die, die besser oder größer erscheinen.
Er macht Qualitätsunterschiede dort, wo nur Quantitätsunterschiede sichtbar werden.
Fühlt sich gut, wenn er kritisiert wird, dient auch als Ansporn, noch mehr zu leisten.
 - fühlt sich bei Belobigung schlecht!!! - löst bei ihm falsche Bescheidenheitsgefühle aus.
Sie fürchten sich davor, sich mit ihren Talenten der Beurteilung durch andere zu stellen. In früher Kindheit auf der Höhe seiner Selbstbestätigung eine grobe Abfuhr (Abwertung) erhalten durch Lehrer oder Eltern.
Durch positive Selbstwahrnehmung und negativer Fremdbeurteilung entstand eine große Verwirrung. Er pocht nicht auf sein Recht, sondern folgt der Kritik von  autoritären Respektspersonen, die seinen Unwert fest-stellen.
Je größer seine Talente, je mehr zieht er sich zurück - legt sich eine Tarnkappe zu.
Er hat ein starkes, phantasievolles, reiches Innenleben. Davon dringt aus Angst vor Verurteilung wenig nach außen.
Er wartet auf den Tag, wo seine Talente von irgendjemanden entdeckt werden, der das Kluge und Reife hinter seinem "Schleier" entdeckt.

Therapeutische Hilfe
Sich in kleinen Schritten ihrer wahren Realität zuwenden
Nicht-Wissen nicht als Unwürdigkeit qualifizieren
Erkennen, daß die Bescheidenheit nur eine Krücke ist,
verachtet oder beachtet zu werden - aufzufallen und bestraft zu werden oder sich in seiner natürlichen Schönheit und Größe zeigen zu müssen, die bei jedem Menschen vorhanden ist.
Mauerblümchen-Syndrom auflösen durch einen großen Akt der Selbstbefreiung - Humor ist eine große Hilfe, das beste Mittel, um Angst aufzulösen.


2. Selbstsabotage      Die Angst vor Lebendigkeit

- selbstzerstörend        aufopfernd +


Angst drückt sich in Selbstsabotage aus, wenn jemand die Kontrolle verliert über das, was ihm wichtig, notwendig, lebenserhaltend erscheint.
Die Angst vor überschäumender Lebendigkeit - (ist ja auch eine Bedrohung des Lebens.)
Er verhindert seinen Erfolg selbst - unbewußt - und schiebt den Mißerfolg anderen in die Schuhe.
Er tut aktiv oder passiv Dinge, die keineswegs den Anschein von Destruktivität haben, jedoch Zerstörung bewirken.
Er wirkt destreuktiv auf sein Umfeld: Spielverderber, ewiger Pessimist, senkt das Energieniveau seiner Umgebung, zerstört, was anderen teuer und heilig ist, intrigiert.
Er kann nichts Festes, Solides in seinem Leben dulden.
... nicht in der Lage, Freude, Vergnügen und Selbst-Liebe zu ertragen.
Suizidgefährdet - aber eher ein Selbstmord auf Raten, deren Konsequenzen der Schuld anderer zugewiesen wird.
Er bringt sich um, wenn eine Bedrohung von außen kommt und ihm das letzte, sein Leben, droht, außer Kontrolle zu geraten. (Ich habe die Macht dich zu töten!!)
Aufopferung - ohne zu klagen. Weist mitleiderregende Züge auf.
Will die Reaktionne der anderen kontrollieren. Verbirgt seine Wünsche hinter eisiger Ablehnung und Mißtrauen. Er räumt seinem Glück keine Chace ein, aus Angst, die Emotionen könnten eine Eigendynamik entwickeln.
Therapie:
Ein Freude-Tagebuch
Eine Leben unter dem Gesichtspunkt der Pflicht-Erfüllung kann bedrückend sein, ein Leben unter dem Gesichtspunkt, in der Lage zu sein, seine Pflichten zu erfüllen, kann beglückend sein: Standpunkt!

3. Das Märtyrertum 

  Angst vor Wertlosigkeit

- selbstbestrafend       selbstlos +

Seine Angst vor Wertlosigkeit läßt ihn Dinge tun, die ihn verletzen, läßt ihn aushalten, wenn andere längst aufgegeben haben. Bietet sich an als Zielscheibe für Vorwürfe und Schuld. Kann er die Schuld nicht mehr tragen, weist er anderen Schuld zu - erkennt seine Schlechtigkeit und Wertlosigkeit - muß sich weiterhin ent-selbsten. Formuliert Vorwürfe, daß andere ihn ausnutzen.
Das unerträgliche Gefühl, nicht liebenswert zu sein, läßt ihn seinen Wert beweisen. Weicht aus in eine moralisch nicht angreifbare Position, zieht Befriedigung daraus, sich nicht zu wehren.
Setzt Mitmenschen gern unter moralischen Druck - ein wandelnder Vorwurf. Benutzt Krankheiten, um seine Leistung, sich aufgearbeitet zu haben, zu demonstrieren - hofft auf Reue, und um sich Zuwendungen zu holen (Krankheitsgewinn), die er sich selbst versagt. Will für seine Leidensfähigkeit bewundert werden. Tyrannisiert seine Umgebung mit seinem stummen Leid, mit dem er indirekt Leistungen abfordert. Weckt damit unerträgliche Schuldgefühle.
Er findet immer wieder neue Gründe, sich zu entwerten und um seinen Wert kämpfen zu müssen.
Er ist leicht erpressbar.
Er ist auf eine gewise Weise stolz.
Er mag nicht bitten, um seine Hilfsbedürftigkeit nicht zu verraten
Original-Text
Der Märtyrer pflegt die falsche Tugend der Selbstlosigkeit in besonderem Maße. Er bemüht sich, immer edelmütig und entsagungsvoll zu sein und versucht dadurch, anderen einen Spiegel vorzuhalten, denn nur wenn andere um ihn herum aus seiner Perspektive weniger edel und weniger selbstlos sind als er selbst, sind sie auch weniger wert, und damit steigt sein eigener Wert. Wenn er spürt, daß seine Selbstlosigkeit nicht angenommen wird,  daß niemand sein Opfer wirklich schätzt, würde er am liebsten die Menschen in seiner Umgebung bestrafen. Aber das wäre wieder ein aktives Handeln, ein Akt, mit dem er sich zeigen, sich bekennen müßte, und da gerade das seine größte Schwierigkeit ist, zieht er es vor, sich selbst zu bestrafen, sich selbst alle die Dinge zuzufügen, mit denen er andere für ihre angebliche Lieblosigkeit strafen möchte.
Selbstbestrafung - als Folge chronische und psychosomatische Krankheiten - die er nicht als Folge, als die energetischen Produkte seiner Angst erkennen kann.
"Immer gab ich alles,  jetzt stehe ich alleine da - das Leben ist wirklich ungerecht".
Seine Sorge gilt den Menschen, die er liebt - und von denen er sich deswegen abhängig fühlt - deswegen stellt er seine eigenen Interessen zurück, verzichtet auf seine Rechte und verursacht damit den anderen Schuldgefühle. Er muß seine angstvolle psychische Ökonomie im Gleichgewicht halten.
Er verzichtet auf Liebe. Mag sich nicht gerne helfen lassen, da das gegen seine Genügsamkeit verstößt.
Aus seiner Selbstlosigkeit leitet er Stolz ab.
Er gibt sein Leben für eine Überzeugung: Wenn ich auf alles verzichte, werde ich irgendwann reich belohnt.
Therapie: Wertvorstellungen hinterfragen. Behutsam zu verstehen geben, daß man diesen Menschen so oder liebt, gleich was er tut oder nicht.
Er muß genießen lernen, und beobachten, wie andere seinen Genuß genießen.
Klagt darüber, ausgebeutet oder ausgenutzt zu werden. Dabei ist er es, der sich dafür anbietet. Seine Angebote ablehnen und eigene Angebote der Hilfe durchsetzen.
Er muß erkennen, daß der Mensch etwas wert ist, der:
An seinen eigenen Wert glaubt, ohne ihn sich bestätigen zu müssen oder ihn durch andere bestätigt (oder geleugnet!! - liebe Bibi) zu bekommen. Es gibt keinen Wert, der durch Arbeit erworben werden könnte. Der existentielle Wert eines Menschen entspringt der Würde seiner Seele. Sie kann ihm weder gewährt noch genommen werden (er kann nur diesen Standpunkt einnehmen!).
Das ist, was der Märtyrer nicht glauben kann. Er ist davon überzeugt, daß "gute" oder "böse" Taten das spezifische Gewicht seiner Seele verändern können. Er muß Vertrauen zum Wert seiner Seele entwickeln, der unvergleichlich und unvergleichbar ist.

4. Der Starrsinn         

Angst vor Unberechenbarkeit

- verbissen               entschlossen +


Stark verbreitet, die Angst vor Veränderung
Das Prinzip Leben - Veränderung zu leugnen heißt, Leben zu verleugnen - der Versuch macht starrsinnig
er produziert aus Angst Argumente, die das Alte besser als das Neue machen sollen
Die Angst vor dem Unbekannten. Wenn eine neue Realität nicht vermeidbar ist, entschließt sich der Starrsinnige am schnellsten dafür und versucht, das Neue unter seine Kontrolle zu bringen und es wieder festzuschreiben für die Ewigkeit.
Er macht aus jeder Lage das Beste - um seine Angst abzubauen
Seine Entschlossenheit, mit dem er dem Neuen begegnet, gibt ihm ein Gefühl von Stärke
Nicht zu wissen, was passiert, ist erschreckend und schön zugleich
Wenn Veränderungen durch andere gewollt werden, verweigert er sich - er ist schwer zu überzeugen - aber, was er für richtig hält, ist meist das Verkehrte für ihn.
Seelisches Wachstum ist für den Verstend unberechenbar, weil es seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt.
Ihre fixe Idee: ich muß mein Leben selbst gestalten - negiert übergeordnete Kräfte, verweigert eine göttliche Führung-Führung
Starrsinn, ein Ausdruck von Not, um Gefühle von Trauer, Einsamkeit und Verlorenheit nicht zulassen zu müssen - eine Illusion von Stärke
Er hängt - starrsinnig - an seinem Selbstbild aus Angst vor drohendem Identitätsverlust.
Schwierigkeiten mit Hingabe, etwas zugeben oder Nachgeben in einem Streit - Ursache Kindheit, ihm wurde die Entwicklung des eigenen Willens verwehrt - die sehr warmherzige Mutter, die ihr Kind mit ihrer Fürsorge zu früh verläßt
Ein unerwartetes, heftiges  Ereignis stürzt ihn in eine Abgrund - und Depressionen
Er will dem Unberechenbaren zuvorkommen, oder er nimmt es mit Todesmut - Entschlossenheit - eine archaische Konditionierung
Trotz, Sturheit, Starrsinn und Verbissenheit sind innere Vorgänge. Im Äußeren erscheinen diese Eigenschaften als Gegenteil, Flexibilität beweisen wollen. Das ist nur eine Form der Angstbekämpfung. Auch durch sein wechselhaftes Schicksal wird der Starrsinnige mit seiner Angst konfrontiert - er zieht entsprechende Umstände an oder verursacht sie.
Er hat Angst, im Gefängnis der Unabänderlichkeit zu verschmachten. Sein Wille ist ihm heilig.
Heilung dieser Angst
Furcht, aus der Geborgenheit herauszufallen, verlassen, verloren, vereinsamt dazustehen, fallengelassen zu werden. Da hilft körperliche Berührung, denn der Mangel an Geborgenheit und die Angst vor dem Verlassenwerden haben sein Hauptmerkmal ja erst gefestigt. Eigenberührung, sich streicheln.
Traumatische Erlebnisse aus der Kinderzeit: Enthüllung, Enttäuschung, Verlust, ein Verlassensein, einfach alles Unberechenbare.

Wir könnten schlußfolgern: wer das starke Bedürfnis nach Streicheleinheiten hat, der leidet unter dieser Angstform 4.

5. Die Gier

Angst vor Mangel

- unersättlich selbstzufrieden +


Menschen haben eine Betrachtung, daß einige Dinge für ihr Leben unverzichtbar sind. Und sie fühlen, daß ihnen etwas fehlt, daß sie zuwenig haben von einer Sache: Sie brauchen
mehr Lebendigkeit, mehr Glück, mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Aufmerksamkeit, mehr Ruhe, mehr Nachsicht, mehr Liebe, mehr Verzeihen, mehr Rechte, mehr Gesundheit,  mehr Schönheit usw.
Er setzt sich entfernte, schwer erreichbare Ziele, in die er seine ganze Energie projiziert und sie eben dadurch aufrechterhält - und seine Angst sorgt dafür, daß er sein Ziel nicht erreicht und unzufrieden bleibt.
Da Gier ein Laster ist, richtete sie sich auf sozial anerkannte Gebiete - oder verkehrt sich zu einer entsagungsvollen Haltung - sie leben in freiwilliger Askese, weil sie sich mit ihrer Angst vor Mangel nicht auseinandersetzen.
Mit ihren strengen inneren Normen müßten sie ihre Gier tadeln. (Meine Anmerkung lautet: Askese ist doch die erfolgreiche Auseinandersetzung mit der Angst vor Mangel, und Askese ist doch kein Mangelzustand)
Seine Angst suggeriert ihm, daß er sterben muß, wenn er sich nicht das nimmt, was seine Angst betäuben könnte.
Die Angst vor Bestrafung ist tief verwurzelt.
Der Gierige ist für die Gier der Anderen viel sensibler als für seine eigene.
Angst vor Hunger erzeugt eine Vorstellung "Essen ist Liebe"
Gier führt in eine Suchtstruktur
Heilung
Askese ist die verborgene und darum gefährlichere Seite der Gier - Suche nach den Bereichen, wo freiwillige Askese geübt wird
Suche danach, was für das Leben am wichtigsten ist und was am schwersten zu erreichen ist - die Objekte der Begierde klar definieren
Seine Gier akzeptieren und genau hinschauen, ob nicht bereits die Bedürftigkeit längst befriedigt ist.


6. Der Hochmut

Angst vor Verletztwerden

- selbstgefällig stolz +


Dieser Typ will entdeckt werden - versteckt sich also hinter einer Maske
Ebenso will er beachtet werden, fürchtet sich davor, übergangen oder ignoriert zu werden (kein Hochmut aus Dünkel oder Schönheit, Klugheit)
Er möchte sich von den anderen unterscheiden, möchte für seine Überlegenheit - Besonderheit - bewundert und geliebt werden.
Auslöser der Angst ist ein irriges Verständnis von "Lieben und Geliebtwerden". Deswegen betreibt er seine Isolation, desintegriert sich wieder durch seinen besonderen Status, alles besser zu wissen und zu können - daß nur er besonderen Zugang zu Geheimnissen hat. Er ist subjektiv fest überzeugt von seinem überragenden Wert, im Inneren noch mehr, als er nach außen zu zeigen wagt.
Er baut sich eine Schutzmauer wegen großer Verletzbarkeit seines Selbstwertgefühls, für dessen Aufrechterhaltung er viel Energie aufwenden muß - aus Angst vor einer ihn vernichtenden Verwundung. Darum ist er immer in Hochspannung, und möchte im grunde niemanden an sich heranlassen. Gleichzeitig sehnt er sich nach einem wahrem, tiefen Kontakt - nach einer Liebe - die ihn so wie er wirklich ist annimmt, wenn er in einer schwachen Stunde sein wahres Ich zeigt: verletzlich, schüchtern, verunsichert und ungeheuer liebebedürftig. Aber weil er unverletzbar bleiben muß, wehrt er jede ihn bedrohende Gefahr von außen konsequent ab.
Seine Furcht besteht darin, daß jemand erscheint, der noch klüger und fähiger, also wertvoller ist als er. Alle Menschen, die ihm gefährlich werden könnten, setzt er herab, demütigt sie - prüft ihre Stärke, Konkurrenz, Rivalität, um den eigenen Überwert zu behaupten. Sein Motto: Angriff ist die beste Verteidigung - erst schlagen - dann fragen
Spannend - für das Schwache, was ihm niemals wirklich gefährlich werden kann, zeigt er großes Mitgefühl und Anteilnahme.
Der Hochmütige zieht sich zurück, um die Isoliertheit gegenüber den Mitmenschen nicht spüren zu müssen. Ein ausgeprägter Individualist, der sich durch seine großartigen Gedanken seine eigene Größe und Unverwechselbarkeit beweisen muß, um seiner Einsamkeit zu entfliehen. Er besteht auf seiner moralischen, geistigen praktischen und/oder theoretischen Überlegenheit - wünscht in privater Spähre Menschen um sich, die in so sein lassen, wie er ist: ein empfindlicher und empfindsamer Mensch
Zwei Gruppen - Arrogant nach außen - kanzeln mutig ihre Mitmenschen offen ab. Und die Schweigenden, die ihr Geheimnis nicht preisgeben, weil sie deren Schutzfunktion dringend brauchen. Sie sind scheu, und schweigen, um ihre Mitmenschen nicht durch ihre Großartigkeit zu verletzen.
Sehr sensibel für Heuchelei - vorgespielte Gefühle fruchten bei ihm nicht. Wer diesen Typ lieben will, darf ihm nur aufrichtige Gefühle entgegenbringen. Er kann einen ehrlichen Standpunkt leichter verkraften und als Liebesbeweis sehen, als Reaktionen, die seinem eigenen Tun nicht angemessen sind. Er braucht die wahrhafte Konfrontation.

Heilung - solche Typen lieben wollen
Geduld und vorsichtige Distanz - um die Abwehr zu mindern - also geduldig, abwartend, ihm die Möglichkeit einräumen, sich langsam von der nichtbedrohlichen Begegnung zu überzeugen.
Beständigkeit, Loyalität und immer neue, unaufdringliche Liebesangebote. Er wird seine Trutzburg der Angst leichter als andere verlassen, wenn er sich der Treue und Loyalität seiner Freunde gewiß ist.
Diese Typen brauchen die Gesetze der Liebe, sie müssen spüren, daß die einizige Gewalt im Universum, die sie nicht verletzen sondern heilen will, Liebe ist.


7. Die Ungeduld

Angst vor Versäumnis

- unduldsam + waghalsig


Angst als Ausdruck, eine gute Gelegenheit zu versäumen
ist ungeduldig, eifrig, will alles beschleunigen - gilt sozial als Tugend
Seine Angst trennt ihm von seinem Bedürfnis, was er anstrebt:
der richtige Mensch am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein.
Er kann das Heute und Jetzt nicht als vollkommen wahrnehmen. Dadurch findet er nicht die Ruhe aus dem Bewußtheraus, das immer das, was IST, das Richtige ist. (da  ist wieder dieses Paradoxon - das auch der Ungeduldige RICHTI sein muß) und ( das Hauptproblem der Psyche, diesen Zustand von immer richtig nicht als  eine Wahrheit zu erkennen). Er verwechselt in seinem Veränderungsdrang Langeweile mit Zufriedenheit. Ein erreichtes Ziel bereitet ihm schlechte Gefühle, er fühlt das Erreichte nur als eine Stufe hin zu seinem Glück.
Er hetzt sich und andere zu Tode, aus Angst, frühzeitig sterben zu müssen
Ist im Zweifel, ob er die gewählte Inkarnation leben möchte oder nicht - Lebensangst! Möchte dort sein, wo sie nicht ist, zurück in den Mutterleib oder zurück auf die astrale Ebene (wo sie allerdings ja beschlossen hatte, die sich selbst-gestellten Aufgaben und Verpflichtungen zu erfüllen. Zwiespalt - will das BESTE aus dem Leben machen und doch Ruhe und Frieden haben.
Er lebt darum sehr effizient und zielstrebig, aber wenn sein Wunsch nach Ruhe sich erfüllen könnte, will er sein Leben am liebsten beenden, weil es scheinbar seine Sinn verloren hat.
Die Angst entspringt der Vorstellung, er müsse sterben, BEVOR seine Seele die sich selbst gestellte Aufgabe erfüllen konnte und sein Leben Befriedigung findet. Ihm fehlt das Vertrauen (aus dem Schicksal heraus), daß alle notwendigen Dinge sicher geschehen werden.
Zum Sinn - sie forschen verzweifelt nach dem Sinn des Lebens, doch ihre Angst verwehrt ihnen einen Blick darauf, das der Sinn in jedem Leben steckt, indem ein Mensch lebt, er seine Rolle wählte, ohne nach deren Sinn gefragt zu haben.
Fordert mit waghalsigen und todesmutigen Aktionen seine Existenz heraus, ihm die Sinnfrage zu beantworten und seine Zweifel zu zerstreuen. Wenn er gegen den Tod besteht, weiß er, daß ihn das Jenseits verschmäht.
Er exponiert sich, macht sich angreifbar, was ihm ein intensives Lebensgefühl beschert, und ihn darin bestärkt, er komme seinem Ziel nach Klarheit näher.

Wenn er sich der Illusion der Sinnlosigkeit hingebt, stürzt er in noch tiefere Verzweiflung und Orientierungslosigkeit. Das macht ihn ungeduldig - und er projiziert seine Verachtung, die er für sich selber empfindet auf andere. Alle, die nicht in seinem Sinne schaffen, verachtet er, spricht ihnen Existenzberechtigung ab - was ihn intolerant macht - gegenüber denen, die seine Vorstellungen nicht teilen oder seine labile Sicherheit bedrohen.
Er kann mitreißen und motivieren, hat Eigenschaften eines Anführers, wenn er seine Ungeduld auf ein Projekt fixiert - aber seine Angst schafft bei Mitarbeitern Probleme, weil er sie dafür benutzt, seine eigene Lebens- und Todesangst zu bekämpfen.

Wenn er erkennt, daß die Schöpfung abläuft wie ein Uhrwerk, das alles zur rechten Zeit geschieht, könnte er seine Aktionen ohne Anstrengung durchführen - mit einer natürlichen Kreativität und Gelassenheit.


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