Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Wolfgang

Themen
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Beliebigkeit und Ordnung

25. Februar/10. März 2010

Bei mir passierte in den letzten Wochen einiges. Das Erlebte sah aus, als wäre es beliebig geschehen, bis sich schließlich eine konkrete Idee heraus kristallisierte, und dann noch eine - schließlich das Gefühl, da käme noch mehr. Jetzt rückte einen Begriff in meinen Fokus, der bereits seit einigen Monaten in mir herum geistert: Beliebigkeit.

Und so funktioniert das in meinem Leben seit vielen Jahren:
Es laufen immer Informationen von
- verschiedenen Ebenen und
- verschiedener Wahrnehmungsformen ineinander. Durch meine Offenheit bedingt ergeben sich praktisch automatisch Kontakte, eine vielfältige Vielfalt. Das Realisieren- Synchronisieren der Informationen geschieht unter der Prämisse des Bewusstseins:
Aus einer Ahnung wird Vermutung, aus Vermutung dann Erkenntnis - Wissen und Gewissheit - bedeutet, auch die
- Zeit, die wir Entwicklung nennen, spielt eine Rolle, weil sie hin zu einem Erkenntnis-Punkt führt, der Zusammenhänge offenbart und Klarheit bringt.

Da ich auf einer anderen thematischen Ebene mit Carl Gustav Jung befasst bin, zitiere ich hier mal seine Auffassung zu dem Phänomen, das er "Komplex" nennt:
Ein Komplex  ist eine Konstellation von Gefühlen, Gedanken, Wahrnehmungen  und Erinnerungen, die sich um einen bestimmten bedeutenden Zusammenhang gesammelt haben und mit diesem Kern des Komplexes assoziiert sind.
Das Wesen eines Komplexes ist für mich eine "Verdichtung" von fragmentarischen Aspekten einer Ganzheit.
Aber ich glaube, es gibt nicht so viele Menschenleben, in denen sich komplexhaftes Erleben abspielt.

Weiter voraus schicken möchte ich eine grundsätzliche Betrachtung, angeregt vom Buch "Chaos und Ordnung". Dort wird Chaos als Gegensatz zur Ordnung beschrieben. Das relativiert sich zwar, indem man erkannte, dass selbst im Chaos eine Ordnung waltet, aber wir sollten mal schauen, was es Weiteres im fundamentalen Bereich des Lebens zu entdecken gibt. Am Rande sei bemerkt, dass ich ein Stichwort fand zu C. G. Jung - die implizite (archaische) Ordnung in der menschlichen Entwicklung - und das mir das Thema zwar interessant, aber zu kompliziert erschien; wird vielleicht mal ein neues Thema, zumal ich auf eine sehr vernünftige Frage stieß: Ist in die Lebensenergie eine Absicht eingebunden, die die Entwicklung auf ein Ziel hin bewegt?

Beliebigkeit und Ordnung

Jeder kennt das "Gefühl" von Ordnung. Sie begegnet uns ja auf allen Lebensebenen, im Außen (Aldi macht auf, ein Paket kommt an, die Welt dreht sich in den ihr eigenen Rhythmen) wie im Innen (es kommen auf gewohnte Weise die gewohnten Bilder und die entsprechenden - individuellen - Erregungen, Gefühle und Emotionen dazu).
Aber wir kennen auf allen Ebenen auch Beliebigkeit: Veränderung, die (scheinbar) keinen Gesetzen unterliegt. Aber wie verhält es sich mit den waltenden (fremden) Ordnungen?
Eine Weltordnung? (ist die Welt in Ordnung?)
Eine Staatsordnung? (ist der Staat in Ordnung) Selbst Verkehrsordnung und Schulordnung  sowie Gesetze und Ver-Ordnungen, stehen nur auf Papier geschrieben und werden millionenfach gebrochen. Theoretische Ordnung fiel schon immer der Beliebigkeit anheim. Über die zehn Gebote reden wir hier am besten erst gar nicht.

Sicherheit und Unsicherheit
Das Streben nach Kontrolle

Unsere Existenz auf diesem Planeten verläuft nicht in geordneten Bahnen. Mag einer über dieses klare Statement staunen, die Beweisführung ist einfach, wenn unter einer wirkenden Ordnung folgendes verstanden wird: sie schafft Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit, etwas, womit man sicher rechnen kann. In einer Ordnung sind Angst und Verwirrung nicht anwesend.
Kann man sich auf seine Mitmenschen verlassen?
Wenn ja, in welcher Beziehung und wie lange?
Gibt es eine stabile Moral, eine allgemein gültige Ethik, eine in jeder Beziehung wirkende Gerechtigkeit?
Fliegt unser Planet Erde ungefährdet durch Raum und Zeit?
Ist die Gefahr durch Seuchen, Kriege und Unwetter gebannt?
Als einzig Sicheres erscheint mir die große Unsicherheit - menschliche Existenz ist geprägt von einem "Kann". Alles mögliche kann passieren: Krankheiten, Unfälle, Unglücke aller Art und unvorhersehbare Ereignisse, die jederzeit und überall geschehen können. Wer mit allem rechnet, wird keinesfalls glücklich sein.
Der schlüssigste Beweis für die fehlende Ordnung ist, dass der Mensch seit alters her sich selber um Ordnung bemühen musste. Da der einzelne das nicht leisten konnte, schuf sich - aus dem Chaos heraus - eine ordnungschaffende Elite, deren "Ideen" dem "gemeinen" Volk mehr oder weniger brachial übergestülpt wurde.

Es folgt zur Ordnung eine Anmerkung zur existenziellen Ebene : "Ordnung" ist,
wenn das Fahrrad verrostet, die Milch
sauer wird, ein Plattfuss und ein tropfender Wasserhahn des Tageslauf bestimmen.
Was im Großen als Erosion auf Gestein und
Metall zeerstörend wirkt, wirkt auch in der
Welt des kleinen Mannes. Ständig hat man
etwas in Ordnung zu bringen, Hausfrauen
und Handwerker wissen ein Lied davon zu
singen. Ja, das ist ein Prinzip: zur Aufrecht- erhaltung einer Ordnung auf unterster existentieller Ebene braucht es ein fortwäh- rendes Tun - sonst droht das Chaos.

Auch des Menschen innere Ordnung ist nicht,
was der Name verspricht. Klar, jeder Mensch
ist ein relativ funktionierendes System, aber
was für Informationen aus seinem Kern sowie
aus seinem Umfeld kommen, muss erst mal verarbeitet werden - können! Da verhält es
sich wie mit einer Säge, die noch so gut sein
kann: das Ergebnis bestimmt, wer die Säge bedient. Der Mensch im Wandel der Zeiten,
der Mensch auf dem Weg durch seine Zeit, von der Jugend ins hohe Alter stetigen Wandlungen seines Geistes und seines Körpers unterworfen. Ordnung im Sinne von Stabilität und Sicherheit?

Wie handelt ein Mensch? Einige handeln überwiegend reaktiv und destruktiv, andere sind mehr aktiv und konstruktiv. Einige machten schlechte Erfahrungen, andere sind naiv oder herzlos. Zu was sind sie fähig? Bis zu welchem Punkt einer Entwicklung erhalten sich ihre guten Charaktereigenschaften? Wie kontrollieren sie ihre Ängst - und in welchem Maße werden sie von ihren Ängsten determiniert?
Was Mensch und Mensch als Masse tun werden, ist höchst ungewiss. Sie wollen eine Ordnung, aber brauchen sie scheinbar gar nicht; sie brauchen eine Ordnung, ...


Befindet sich Mensch auf der Suche nach einer Ordnung? Das ist eine kreative Aufgabe, eine, die Geist und Gefühl erfordert. Blicken wir in der Geschichte zurück, ist Mensch bisher daran gescheitert. Mag das einerseits an seinem inneren Chaos liegen, mag andererseits vielleicht das Chaos aus dem System gar nicht zu vertreiben sein. Tatsache ist: Mensch ist "empfänglich" für Chaos, läßt sich mehr oder weniger leicht aus Bahn und Ordnung werfen, wird wütend, dreht durch, gerät in Panik usw. Gleich wie, ich glaube:

Es gibt eine Ordnung in der sich Chaos ausbreitet - und zwar geordnet! Verbunden damit ist die Idee, Ordnung zu schaffen und eine Ordnung zu schaffen, und zwar eine, in der das Entstehen von Zuständen, die wir als Chaos erleben und beschreiben, ausgeschlossen ist.

Relativität und Beliebigkeit (Wiki)

Vor allem in journalistischen Texten wird nicht selten Relativität als gleichbedeutend mit Beliebigkeit verwendet. Dies ist jedoch irreführend, weil die Relativität von Aussagen immer die Abhängigkeit dieser Aussagen von Bedingungen bedeutet, während die Beliebigkeit von Aussagen so zu verstehen ist, dass diese ohne irgendwelche Bedingungen gewählt worden sind. Relativität und Beliebigkeit sind darum Gegensätze und dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Für die unbewusste Psyche scheinen Raum und Zeit relativ zu sein, das heißt, das Wissen befindet sich in einem raumzeitlichen Kontinuum, in welchem Raum nicht mehr Raum und Zeit nicht mehr Zeit ist. Wenn daher das Unbewusste ein gewisses Potenzial zum Bewusstsein hin entwickelt oder erhält, dann entsteht die Möglichkeit, dass Parallelereignisse wahrgenommen beziehungsweise «gewusst» werden können.
Carl Gustav Jung, Synchronizität

Der Zufall ist die in Schleier gehüllte Notwendigkeit.
Marie von Ebner-Eschenbach

Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes, wenn er nicht selbst unterschreiben will.
Anatole France

Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.
Albert Einstein

Die Entstehung des Lebens auf der Erde mit dem Zufall erklären heißt, von der Explosion einer Druckerei das Zustandekommen eines Lexikons zu erwarten.
Edwin Conklin

Nicht wenige Menschen sind sehr verzweifelt, oder waren es und gaben immer mehr und schließlich ganz auf, ihrem Leben einen Sinn zu geben, der über den Versuch des reinen Überlebens hinaus geht; ich nenne das eine Minimal-Lebensführung. Wo ich wohne, besteht sie, zumindest vorrangig, nicht viel mehr als aus Saufen und Fressen. Was kann einen Menschen derart verwirren und verängstigen, dass er keinem "ehrenwerten" Ziel mehr folgen kann?

Einer der Gründe liegt sicher in der Beliebigkeit, mit der Leben es versteht, die Zeit der Menschenwege mit Unberechenbarkeiten und übelsten Gemeinheiten zu spicken. Und ich glaube, besonders hart trifft es Menschen, die, aus welchem Grunde auch immer, an Gerechtigkeit glauben. Daran allein kann man verzweifeln, bestenfalls seine Existenz mittels niederer Emotionen fristen - vielleicht, um den Ungerechtigeiten einer "niederen" Weltordnung zu entsprechen?

Gäbe es keine Beliebigkeit, würden die Menschen wahrscheinlich gar nicht nach einer Ordnung rufen. Sie brauchen aber scheinbar besonders in ihrem Inneren eine Stabilität, was ihnen manchmal erst bewusst zu werden scheint, wenn sie nicht mehr funktionieren. Insofern mag ich sagen: Es gibt eine Ordnung, aber eine sehr brüchige, sehr oberflächliche mit einer Minimalsicherheit, die sich von einem Moment zum anderen in Chaos verkehren kann. Tritt solch ein Fall ein, sei es durch Unfall oder anderes Unglück, fällt dem Betroffenen nur ein, sich auf das Schicksal zu berufen und/oder den Zufall zu bemühen. Gerade fällt mir ein Spruch ein, den ich in meinem Leben viele Male hörte: "Es trifft immer die Verkehr- ten". Dem Ansatz kann ich nicht zustimmen, weil dann ja Chaos gleichzeitig Ordnung bedeutete.


































Wo liegt die Lösung des Problems, Ordnung und chaotische Beliebigkeit in einen Ordnungsrahmen, unter einen "Hut" zu bekommen? Und daraus folgend die Frage: können wir einem "Gott" vertrauen und an seine Liebe "glauben", wenn wir für den Beliebigkeitsfaktor keine Erklärung finden? Ja, gibt es überhaupt eine Lösung? Nach meinem Verständnis gibt es zwei Lösungen, die natürlich beide richtig und auch falsch sein können.

1. Vor Jahren stolperte ich über die Kriminalstatistik. Sie sagte mir, dass jedes Jahr (etwa) 5% der Bürger straffällig werden. Hoppla, dachte ich, dann wissen wir also bereits am 1. Januar eine Zahl von Kriminellen - was fehlt sind nur noch die Namen. Würde in der Konsequenz bedeuten: das System braucht eine bestimmte Masse von einer bestimmten (kriminellen) Qualität - und das System produziert sie gnadenlos, greift zur Durchsetzung seines Ziels rücksichtslos nach wehrlosen Menschenleben. Ich kann mir (schon lange) vorstellen, dass die emotionale Energie menschlichen Leids ein Nutzfaktor sein könnte. Leid ist jedenfalls unbestreitbar Folge von Leben - Leben ist ohne Leid nicht denkbar. Beliebigkeit würde in diesem Fall bedeuten: dem System ist es völlig egal, WER leidet, aber es MUSS gelitten, emotionale Energie produziert werden.
(nicht vergessen möchte ich zu sagen, dass Leid nicht jedermannfraus Sache sein müsste, wenn es eine Freiheit für den Menschen gäbe.)

2. In irgendeiner Aufzeichnung findet sich der Bericht über eines meiner fundamentalen Erlebnisse. Ich "sah" plötzlich zwei ineinander verwobene Welten, die mit völlig verschiedenen Ordnungen ausgestattet waren. In einer herrschte Beliebigkeit, ein munteres, chaotiches Treiben, wo jeder machen konnte, was er wollte, wo das Lustprinzip galt und ethische-moralische Werte fremd waren. Dagegen herrschte in der anderen Welt strengste Disziplin, ein Plan lief ab, an den sich jeder hielt; Schicksal galt als gegeben, und man erfüllte es klaglos.
Als ich zu Hause ankam, machte ich von den beiden polaren Welten eine Skizze. Nein, die Welten waren nicht voneinander getrennt, sondern miteinander verbunden, praktisch eine Acht, wo polare Ideen ineinander fliessen können - und es auch tun. Ich dachte zu dem Thema noch eine ganze Menge mehr, aber das gehört nicht hierher. Fazit: Es ist nicht ausgeschlossen, dass zwei Welten mit entgegengesetzten Bedingungen existieren und miteinander in EINER Ordnung wirken. Das würde meine Annahme, dass es zwei grundverschiedene Wesenstypen gibt, stärken.

Als kleines Indiz mag ich unsere Leben anführen, in dem auch Beliebigkeit und Ordnung einander abwechseln, nicht nur beim Radfahren, wo wir unsere Wege und Ziele relativ beliebig wählen können, und uns gleichwohl an die Verkehrs- und Vernunftsregeln halten müssen, um mit ungetrübter Freude wieder zu Hause anzukommen. Vielleicht kann ich auch meine Prämisse für die Lebensgestaltung sagen:

"So wenig Ordnung, wie nötig -
so viel Freiheit wie möglich".


Freiheit ist natürlich ein eigene sund großes Thema, aber ich erzähle hier kurz eine Geschichte vom Nachmittag. Ideen trieben mich an, die warme Wohnstube mit dem eisigen Fahrtwind zu tauschen. Mit einigen unserer Steine im Gepäck für ich an die Werner Teiche, den letzten Schnee zum Fotografieren nutzen. Ich war erst drei Steinen fertig, als ein Polizist mit Hund an mir vorbei ging. Warum ich ihn ansprach, egal, ich tat's aus dem Bauch heraus. Wir haben uns relativ lange unterhalten, und intensiv über grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens und des Menschen. Klar musste ich jetzt beim Schreiben ein bisschen schmunzeln, weil der "Ordnungshüter" natürlich genau hier zum Thema passt.
Was war geschehen - mein Fahrrad war in Ordnung, ebenso meine Gesundheit, meine Idee war umsetzbar, also auch in Ordnung, und ich führte meinen Plan aus, indem das Programm in der richtigen Reihenfolge ablief. Dann kam Freiheit, die Steine dekorieren, Ordnung, die Kamera richtig zu bedienen, Freiheit, einen Menschen anzusprechen, Freiheit, mein nächstes Fahrziel zu wählen.
Ich denke, so entwickelt sich komplexeres Verhlaten - aus einem Gemisch von Freiheit und Ordnung; und vielleicht auch mit einem Zusammenwirken von Pflicht und Recht.

Entscheidend für das, wofür wir uns entscheiden, sind unsere potenziellen Handlungs-Optionen und mit welcher Klarheit und welchem Enthusiasmus wir unser Leben gestalten.
Es ist doch so:
Was wir glauben, bestimmt unsere Meinung und unser Verhalten, es bestimmt, wie wir mit den Optionen umgehen, unsere Vergangenheit wichtig zu nehmen und auch die Zukunft als bedeutsam zu planen. Wer glaubt, die Welt sei durch einen "Knall" entstanden, und Erde und Mensch seien sinnlose Produkte einer Reihe von Zufällen, wird auch in seinem eigenen Leben niemals eine Ordnung entdecken. Das ist aber kein fehlender Glaube, sondern schlicht ein falscher Glaube, der einem Geist der Verwirrung entspricht. Glaube ist aber auch ein Gefühl, das sich aus der Wahrnehmung einer Ordnung  heraus einstellt. Wie soll ich sagen: wenn ich in (einer) Ordnung bin, werde ich gute Gefühle bei der Begegnung mit Ordnungen haben. Aber erst, wenn ich eine grundsätzliche Ordnung fühlen kann, kann auch ich in Ordnung sein und bejahen, was ich tue, erlebe und wahrnehme. Wir leben in einer Ordnung, auch wenn das Chaos es leicht macht, das Gegenteil zu denken und zu empfinden. Diese Über-Ordnung unseres Welt- und Lebenssystems konfrontiert uns alle, wenn auch mehr oder weniger, mit Beliebigkeit, mit Lügen und Heuchelei, mit Verrat und Betrug. Vielleicht geschieht das im Sinne einer Entwicklung, die unseren Charakter stabil und zuverlässig macht - für unser Glück und für ein friedliches Miteinander. Packen wir's an.

Glückauf!

Ordnung ist etwas Künstliches. Das Natürliche ist das Chaos.
Arthur Schnitzler

Überdies ist es nach der Ordnung der Natur, dass die Frau dem Manne gehorche.
Jean-Jacques Rousseau

Wenn man alt wird und hat so viel versucht, und es will in der Welt nie zur Ordnung kommen, muß man es endlich wohl genug haben.

Johann Wolfgang von Goethe

Die alte Ordnung, die heute noch genau so besteht wie damals, nahm und gab dem Deutschen: sie nahm ihm die persönliche Freiheit, und sie gab ihm Gewalt über andere.
Kurt Tucholsky

Denn wie sollte es denn eine Ordnung in der Welt geben, ohne dass es eine ewige, von ihr getrennte und bleibende Substanz gibt?
Aristoteles

Ideologie ist Ordnung auf Kosten des Weiterdenkens.
Friedrich Dürrenmatt

Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.
Voltaire



























Wenn Licht in der Seele ist,
ist Schönheit im Menschen.
Wenn Schönheit im Menschen ist,
ist Harmonie im Haus.
Wenn Harmonie im Haus ist,
ist Ordnung in der Nation.
Wenn Ordnung in der Nation ist,
ist Frieden in der Welt.

aus China

Mein Haus ist sauber genug, um gesund zu sein -
und schmutzig genug, um glücklich zu sein
.
aus Irland

Die Menschen, die stets auf Recht und Ordnung pochen,
haben am meisten Angst vor dem Leben.

Rainer Haak

Jede höhere Stufe, welche der Mensch betritt,erfordert eine andere Lebensordnung.
Christoph Martin Wieland

Ordnung ist etwas Natürliches.
Das Nützliche ist das Chaos.

Arthur Schnitzler

Menschen, die davon leben, etwas in Ordnung zu bringen,
haben nichts dagegen, dass es drunter und drüber geht.

William Hazlitt

Ordnung führt zu allen Tugenden.
Was aber führt zur Ordnung?

Georg Christoph Lichtenberg

























Noch schwieriger als ein geordnetes Leben führen ist,
es anderen nicht aufzuzwingen.

Marcel Proust

Jede Ordnung ist der erste Schritt
auf dem Weg in neuerliches Chaos.

Albert Einstein

Jede Gesellschaftsordnung entsteht nur durch die finanzielle Unterstützung einer bestimmten Klasse.
Wladimir Iljitsch Lenin

Der Staat ist eine Notordnung gegen das Chaos
Gustav Heinemann

Diese Welt ist ständig durch zwei Dinge bedroht,durch Ordnung und Unordnung.
von Paul Valéry

Eine Familie ist in Ordnung,
wenn man den Papagei unbesorgt verkaufen kann.

William Penn Adair Rogers

Die Zeit ist eine mächtige Meisterin:
sie bringt vieles in Ordnung.

von Pierre Corneille

Zeiten der Ordnung sind Atempausen des Chaos.

Walter Hilsbecher




































Wir sollen nicht verwerfen der Alten Ordnungen, sondern ihre Mißbräuche.
Johannes Aventinus

Vom höchsten Ordnungssinn ist nur ein Schritt zur Pedanterie.
Christian Morgenstern

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Geschichte "Trugbilder"

Bei der Auswahl der Bilder waltete Beliebigkeit, bei der Gestaltung Ordnung, jdedenfalls überwiegend.

... gibt es noch ein sehr eigenartiges moralisches Argument, nämlich die Behauptung, die Existenz Gottes sei nötig, um Gerechtigkeit in diese Welt zu bringen. In dem Teil des Universums, den wir kennen, herrscht große Ungerechtigkeit. Oft leiden die Guten, während es den Schlechten wohlergeht, und es ist schwer zu sagen, was ärgerlicher ist.
Bertrand Russell

Es GIBT Beliebigkeit in jedermannfraus Leben. Ihnen geschehen Dinge, die weder vernünftig noch logisch ausfallen, die scheinbar jeden Sinns entbehren. Warum ich? Auch diese Frage begegnete mir oft. Warum ich sie mir niemals stellte, keine Ahnung, jedenfalls schrieb ich bereits vor vielen Jahren in mein Tagebuch:


Wäre, Hätte, Könnte, Wenn -
sind keine Parameter für diese Welt.


Ja, mal ganz ehrlich, das Unglück lauert doch hinter jeder Ecke, nur vergißt Mensch leider, für entgangenes Unglück ein wenig Dankbarkeit zu fühlen. Wir waren heute im Theater, ein Stück, in dem ein achtjähriger Junge, der durch einen Autounfall ums Leben gekommen war, die Hauptrolle spielte. Verzweifelte Eltern, klar, Konflikte bei der Trauerrarbeit, auch klar, aber was mir besonders ans Herz ging war die völlig fehlende Anteilnahme am "Schicksal" des Autofahrers, Null-Solidarität, eher ein Minus-Mitgefühl für den Unglücksraben.

Eine Erziehung, die auf die Beseitigung der Angst gerichtet ist, ist keineswegs schwer zu verwirklichen. Man braucht nur ein Kind mit Güte zu behandeln, es in eine Umgebung zu bringen, die Raum für Initiative ohne katastrophale Folgen läßt, und es vor dem Umgang mit Erwachsenen zu bewahren, die an irrationaler Angst leiden, sei es nun Angst vor der Dunkelheit, vor Mäusen oder vor einer sozialen Revolution. Auch darf ein Kind weder schweren Strafen oder Drohungen, noch strengen und übertriebenen Verweisen ausgesetzt werden. Ein Kind vor Haß zu bewahren ist etwas komplizierter. Situationen, die Eifersucht erregen könnten, müssen durch sorgfältigste und gewissenhafteste Gerechtigkeit den verschiedenen Kindern gegenüber vermieden werden. Das Kind muß fühlen, daß ihm wenigstens einige Erwachsene, mit denen es zu tun hat, Zuneigung entgegenbringen, und sein natürlicher Tatendrang und seine Neugierde dürfen nicht beschränkt werden, außer wenn es sich um eine Gefahr für Leben oder Gesundheit handelt. Insbesondere darf es weder ein Tabu in bezug auf das Wissen um sexuelle Dinge noch auf Gespräche über Themen geben, die konventionell eingestellte Leute für unanständig halten. Wenn diese einfachen Richtlinien von Anfang an befolgt werden, wird das Kind furchtlos und freundlich sein.


Neben stehender Text stammt von Betrand Russell aus seinem Buch "Warum ich kein Christ bin". Eine lohnenswerte Lektür, die nicht nur zum Denken anregt.

Bertrand war ein mutiger Mensch.

Es gibt viele mutige Menschen.

Heute Nachmittag tauchte die Frage auf, warum es so viele gute Menschen gibt und sich nichts ändert.

Ich glaube, Mut alleine ist keine besonders geeignete Qualität für eine Idee, die Welt erfolgreich im humanistischen Sinne zu verändern.

Manchmal halte ich es für eine Mega-Eigenschaft, seiner Intuition folgend "die Füsse" still zu halten und Dinge nicht zu tun, die ich auf der Ebene der Versuchung sehe.
Stille entbehrt nicht der Macht!