Wolfgang

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Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

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Nur so mal - 2 ...

     20. Januar 2010

"Schmutzfink aus der Garage


Zu den Belastungen durch Autoverkehr gehören nicht nur die Abgase, sondern auch die Verschmutzungen, die durch Herstellung, Transport, Lagerung und Beseitigung von Kraftfahrzeugen gehören. Die höchste Luftverschmutzung tritt im Bereich städtischer Hauptverkehrsstraßen auf. Und jetzt der Hauptgewinn für Kinder und Kleinwüchsige: Die Spitzenwerte werden unmittelbar am Straßenrand in Auspuffhöhe gemessen. Aber nicht nur im Außenbereich, sondern auch in den Kraftfahrzeugen selbst können hohe Schadstoffkonzentrationen auftreten, manchmal sogar höher als auf dem Geh- oder Radweg wenigstens ein bisschen Gerechtigkeit, denn Fußgänger und Radfahrer sind nun wirklich unschuldig an der Verkehrsmisere. Der aufsteigende Cocktail (vor allem Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe) wird teilweise zu noch gefährlicheren Stoffen umgewandelt und trägt zur Entstehung von Smog bei.
Psychisch krank durch Autoabgase

Die hauptsächlichen Schadstoffbelastungen, die durch Straßenverkehr entstehen sind: Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Stickoxide, Benzol und Blei sowie Ozon und feine Staubteilchen. Benzol reichert sich zum Beispiel über Jahre hinweg in Gehirn, Fettgewebe und roten Blutkörperchen an und kann noch nach vielen Jahren eine Leukämie auslösen. Auch die Bleikonzentration im Körper kann bedenkliche Ausmaße annehmen, sie schädigt Nieren, Blutbild, Erbgut und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Aber auch die Nerven. Viele Umweltschadstoffe wie auch Blei rufen daher auch psychische und neurologische Symptome hervor. Kein Wunder, dass bereits jeder vierte Achtjährige nervöse und jeder achte emotionale Störungen aufweist.

Information zur Abwrackprämie

Ein PKW verursacht nicht nur im Betrieb CO2-Emissionen, Energie- und Ressorcenverbrauch. Über die gesamte Lebensdauer betrachtet fallen etwa 30 % der gesamten negativen Umweltwirkung eines PKW bei Herstellung und Abfallverarbeitung an. Bei PKWs die aufgrund der Abwrackprämie schon nach neun Jahren verschrottet werden beträgt der Anteil negativen Umweltwirkungen außerhalb der eigentlichen Nutzungsspanne sogar 50 % - die Bilanz der Abwrackprämie, mit ihren kaum 35 % Vermeidungspotential durch Modernisierung ist damit unter dem Gesichtspunkt ökologischer Produktbilanz negativ. Daten: miprox.de

Und, damit wir das auch nicht vergessen:
...
Hinzu kommen noch weitere negative Effekte durch den großen Ressourceneinsatz bei der Autoproduktion. Neben der eigentlichen Rohstoffgewinnung und Verarbeitung für die PKW-Produktion werden nach [extern] Angaben des World Wide Fund For Nature (WWF) zur Herstellung eines PKW auch noch durchschnittlich 450.000 Liter Wasser benötigt.

Deutsche Autohersteller als Klimaschutz-Ignoranten
Negativ-Rekord im europäischen Vergleich
Deutschland sieht sich gerne als Vorreiter im Klimaschutz die deutschen Autohersteller jedoch stehen bisher eher als Klimabremser dar: Eine Studie des Europäischen Verbandes für Verkehr und Umwelt kommt zu dem Ergebnis, dass die großen deutschen Autohersteller vor allem durch überdurchschnittlichen Spritverbrauch und damit Klimabelastung glänzen.

Zu GUTER letzt:
Die städtische Verkehrsplanung steckt in der Klemme. Auf der einen Seite gibt es zu viele Autos, auf der anderen Seite gibt es gerade in den Pendlerstädten große Vorbehalte gegen die öffentlichen Verkehrsmittel. Das Idealbild von der autogerechten Stadt ist hinter Staub und Lärm verschwunden. Da erklärt nun der Pariser Bürgermeister: "Das Auto hat in der Großstadt keine Zukunft mehr!"

Ein Diktum, das europäische Medien mit Rufen wie "Rad- Revolution!" oder "Öffentliche Fahrräder an die Macht!" begleiten. Denn immer mehr Städte bieten öffentliche Fahrradmietstationen an. Die findet man in Brüssel wie in Helsinki, in Wien, Stuttgart oder Barcelona, und nun eben auch in Paris. Als gäbe es dort kein Metro-Netz mit 300 Stationen, zählt man bereits nach drei Monaten über sechs Millionen Radentleihungen.


Damit kein falsches Bild von mir entsteht -
ich habe mich mit der Verkehrsituation arrangiert, fahre Fahrrad, fahre viel Fahrrad und gerne. Und trotzdem gehört mein Kommentar, auch in dieser Schärfe, ebenso dazu. Im Grunde geht es ja nicht um eine nicht änderbare Situation, sondern darum, eine Realität zu konfrontieren. Das gewöhnte man vielen Menschen bereits als Kindern ab, und zwar gründlich: sie lernten, dass sie nicht mehr geliebt werden, wenn sie anders sind, als man (die Eltern, die Verwandten, die Freunde) von ihnen erwartet. Damit sollte im Erwachsenleben Schluss sein. Wir Radfahrer lassen uns vergiften, aber nicht ohne Stimme.

Auf meiner "Fahrradseite Nr. 2" zog ich ganz ordentlich über Autofahrer her. Damit liege ich nicht gerade im Trend. Immerhin gibt es in Deutschland über 40 Millionen PKW's, dazu noch einige andere Stinker, Verpester und Lärmer: Brummis, wie sie sympathisch klingend genannt werden, Motorräder und schließlich die kleinen Ärgernisse, Mofa und Co, die bis in die späte Nacht mit frisierten Auspüffen durch die Wohnsiedlungen jagen. Nun möchte ich nicht darüber diskutieren, ob das, was fast alle und wie selbstverständlich machen, richtiger oder falscher ist, als als Außenseiter (und Leidtragender) der Realität ins Auge zu sehen. Es ist ja nichtnur so, dass die Autofahrer ihre Beteiligung an der Umweltzerstörung verweigern. Was mir besonders auffällt ist, mit welcher Selbstherrlichkeit die Fahrer an ihren Lenkrädern sitze, so als wären anders gestrickte Verkehrsteilnehmer nicht für diese Welt geeignet, dagegen sie das einzig Wahre, das Unentbehrliche, die Wohltäter der Gesellschaft. Sie fahren nicht nur gut, sie SIND gut - bis sie einem Radfahrer begegnen: "Der Parasit benutzt MEINE Straße, die ICH bezahlt haben mit meinen Kfz-Steuern".
Okay, welch ein Argument. Hier mal eine Aussage zum Jahr 1996:

Insgesamt stehen im Jahr 1996 den staatlichen Einnahmen durch den Kfz-Verkehr in Höhe von 63,7 Milliarden DM quantifizierbare Kosten des Kfz-Verkehrs in Höhe von 301 Milliarden DM gegenüber. Damit ergibt sich für das Jahr 1996 ein jährliches volkswirtschaftliches Defizit des Kfz-Verkehrs von rund 240 Milliarden DM.

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