Wolfgang

Miteinander


Gut gelaunt begannen wir unsere Anfahrt nach Crange. Weit kamen wir nicht, bis der Grund für meine Einleitung für diese Seite auf der Bildfläche erschien: ein kleiner Hund. Wir waren erst ein paar hundert Meter am Kanal entlang gefahren, als hinter uns ein anderer Radfahrer auftauchte; er blieb hinter uns. Dann die Situation, eine ältere Frau am Wegesrand, ihr Hund mitten auf dem Weg, und der machte keine Anstalten, Platz zu machen. Auch die Frau blieb völlig gelassen, ließ den Hund Hund sein. Ich fand das intuitiv prima, fuhr langsam an dem Hindernis vorbei, und auch Susanne akzeptierte natürlich die wohl etwas ungewöhnliche Situation. Nicht so der Radfahrer hinter uns. Der pöbelte los, was mich veranlaßte, anzuhalten. Ich sprach der Frau Anerkennung aus, sagte, sie hätte das richtig gemacht, den Hund nicht einfach vom Weg zu reißen, so, wie man es meistens von Hundebesitzern erlebt. Und wir erfuhren, dass der andere Radfahrer den Hund angefahren hatte. Eine weitere Beschreibung des Typen ist wohl nicht nötig.

Ja, so ist das hier im Miteinander oft zu beobachten. Einer kommt mit Vehemenz daher, und andere reagieren dem gegenüber passiv, dagegen anderen Betroffenen gegenüber aggresiv. Kinder werden an den Armen, Hunde an der Leine gerissen - zurecht gewiesen oder/und tüchtig ausgeschimpft. Rücksichtnahme finde ich ja im Prinzip gut, aber es gibt auch eine der falschen Art, nämlich die, die auf Rücksichtslosigkeit folgt. Kinder sind erst mal die Schwächeren, und auf sie haben alle anderen, die stärker sind, Rücksicht zu nehmen. Kinder haben mehr Rechte sich zu bewegen, als Erwachsene; die haben eben die Pflicht, aufzupassen und ihr Verhalten den Kindern anzupassen. Ja, so wird ein Schuh aus dem Miteinander, und nicht umgekehrt.

So, das musste mal raus aus mir, weil in den letzten Monaten sich viele Informationen dieses krassen Missverhaltens in mir angesammelt hatten. Erst vor zwei Tagen schrieb ich eine kleine Notiz darüber, wie Kinder im allgemeinen im Kreise der Erwachsenen behandelt werden, dass ihre Leistungen falsch gemacht werden, dass sie nichts bis nicht viel bestimmen dürfen, dass man ihnen keine eigene Autorität gestattet, sprich, dass man diese zerstört und das Massaker auch noch als Erziehung versteht - man meint es ja gut mit den "Blagen". Susanne und ich sprachen noch eine Weile über das Problem, und dann waren wir für die Kirmes in Crange fit, die uns nun zur Unterhaltung, und nicht zur Ablenkung dienen würde.


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Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

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Rechte, Pflichten und Charakter

6. Juli 2009 / 17. Januar 2010
Menüknopf

"Die Menschen können sich sträuben, anzuerkennen, daß Engel in ihnen Zukunftsideale auslösen wollen, aber es ist doch so. Und zwar wirkt ein ganz bestimmter Grundsatz bei dieser Bilderformung der Angeloi. Es wirkt der Grundsatz, daß in der Zukunft kein Mensch Ruhe haben soll im Genusse von Glück, wenn andere neben ihm unglücklich sind.
Rudolf Steiner, Vom Wirken der Engel"

"Bis zum letzten Atemzug gilt Jesu Rat: Werdet wie Kinder! Das heißt nichts anderes als: Erkennt in euren Kindern Gott. Unsere Kinder werden uns nicht für Häuser und Geld danken, die sie von uns erben. Sie werden uns aber dankbar sein, wenn wir ihnen geholfen haben, die zu werden, die sie sein können: Geistwesen, Kinder Gottes.
Das größte Glück, das wir unseren Kindern «vererben» können, ist unser eigenes; jenes Glück, das unabhängig ist vom Bankkonto, aber abhängig vom Grad der Liebe, die zwischen Mann und Frau während ihres Lebens wächst. Und das Glück ist immer das, was wir selber schaffen. Es gibt kein anderes! Auch das Glück, das wir unseren Kindern «vererben», ist das Ergebnis harter und dauerhafter Arbeit an uns selbst. Deshalb ist alle wirkliche Kindererziehung in erster Linie die Selbsterziehung der Eltern.

Franz Alt, Jesus - Der erste neue Mann"

"Der Bodhi-Geist ist der Mittelweg, der zugleich sein eigenes und das Wohl anderer Menschen sucht. So wie eine Mutter sich selbst ernähren und pflegen muß, um ihr Kind zu ernähren, erstrebt der Bodhi-Geist sein eigenes Wachstum, während er keine Anstrengung scheut, anderen zu helfen.
Meister Hsing Yun, Wahrhaftig leben. Buddhistische Ethik im Alltag"

Zitate über Ideale fand ich eine ganze Reihe - die, die ich suchte, leider nicht. Es gibt eine "Idee", das Schwächere zu beschützen, aber es gibt eine andere Idee, das Schwache zu zerstören. Ich glaube, Herr Darwin spukt einigen Menschen immer noch heftig im "Kopf" herum - aber was spukte Darwin im Kopf herum?

Für das Frauenhaus - stellt sich die Frage, warum Frauen aus ihren Häusern flüchten müssen: der Versuch, das "Schwache" zu zerstören? Oder etwas, um das tatsächlich Starke am Boden zu halten?

Wir wollten heute die Statue einer "Göttin" kaufen, was uns leider nicht gelungen ist. Für einen "Gott" interessierte sich niemand. Als ich Susanne fragte, warum wohl, sagte sie:
"Frauen haben ihren "Gott" Zuhause sitzen".

Die Frau verkörperte die Herrin der Schöpfung, des Schicksals und der Zeit. Sie war Mutter des Mondes und der Erde - des Wassers und der Luft. Die frühgeschichtliche Welt kannte keine männlichen Götter. Die Macht über Leben und Tod war weiblich.

Größe ist relativ - Macht auch!