Wir

Wolfgang - 4 -


Liebe und Freundschaft


Fragen sie ihren Hausfreund oder Brötchengeber.

Seneca-Verschnitt

Aber das ist ein echter "Seneca", und nicht wenig bekannt:

„Willst du geliebt werden, so liebe!“



"Hast du dich einmal für den Weg der Erkenntnis entschieden und eine Portion Wissen errungen, verändert sich dein Leben unwiderruflich. Du siehst einen anderen Sinn, tust andere Dinge und Dinge nicht und erlebst gewohntes Tun mit anderen Emotionen. Von diesem Weg des Wissens und Erfahrens gibt es kein zurück. Man ist "relativ" verloren mit dieser so genannten Freiheit."

Das schrieb ich vor vielen Jahren in mein Tagebuch, und an dem Erkennen änerte sich bis heute nichts.

Nach meiner Erfahrung ist Leben planvoll, auch wenn es nicht jedermannfrau merkt. Manche Leben verlaufen ja auch eher belanglos, flach und ohne besondere Höhepunkte, was es schwer macht, seinen "Roten Faden" zu erspüren. Bei derartig verlaufenden Lebensläufen braucht man vielleicht auch kein Gesamtverständnis für das Erlebte. Aber für einige Wege braucht es scheinbar die klare Kenntnis von einer Lebensaufgabe; man könnte es Bewusstsein nennen. Ich musste jedenfalls verstehen, was das Leben da mit mir machte - und was es mit mir vorhatte, um die gewonnenen Kenntnisse über das Leben in mein Leben integrieren zu können.

Schicksal oder Freiheit? Ich glaube, es ist für den Menschen eine der so genannten "Kardinalfragen". Mein Schicksal vermittelte mir die Grenzen meiner Freiheit recht unverblümt. Anfangs lernte ich, dass materieller Besitz sehr viel schneller vergehen kann, als er entstanden ist. Dann lernte ich nicht weniger drastisch, wie schnell aus Freunden Feinde werden. Und schließlich führte mich mein Weg in die geistige Welt, in der ich von einer Sekunde auf die andere vor den Trümmern meines bis dahin gültigen Weltbildes stand. Ja, ich erfuhr durch handfeste Erfahrungen von einer Weisheit, die besagt: Die Wahrheit ist ein scharfes Schwert.

Ich glaube, es ist unerheblich, ob ein Mensch sich frei fühlt oder wirklich frei ist. Jeder ist ja ein tätiges Geschöpf, das in gewissem Sinne gewisse Dienste verrichtet. Vielleicht ist das Beispiel nicht so gut, aber: ist es nicht egal, ob ein Hund aus freien Stücken bellt oder gezwungernermaßen - unter der Voraussetzung, dass es nur auf sein Bellen ankommt? Ja, ich behaupte sogar: manche Dinge kann man nur tun unter Bedingung, frei darüber zu entscheiden.

Nun, Seneca spricht ja von Besitz. Meiner Kenntnis nach kann man alles verlieren, außer seiner Liebe und seinen Idealen. Dazu sagt Senaca:

"Das Schicksal kann Reichtümer, doch nicht den Geist rauben."

Und selbst darauf muss man "höllisch" aufpassen, weil die so genannte Versuchung hinter jeder Ecke lauert. Mit einem in gewissem Sinne moralischen Rüstzeug läßt es sich jedoch ganz gut in den Morgen schauen, ganz unabhängig davon,  ob man den Anspruch des selber Gestaltens hat oder sich angeleitet fühlt. Selma Lagerlöff sagt dazu:

Man sollte nicht ängstlich fragen:

Was wird und kann noch kommen,

sondern sagen: "Ich bin gespannt,

was Gott jetzt noch mit mir vorhat".


Es ist nicht so leicht, sein Leben bewusst aus der Hand zu geben, schon gar nicht empfehlenswert.

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Liebe Deine Geschichte,
denn sie ist der Weg, den Gott mit Dir gegangen ist.

von Leo Tolstoi


Nicht das macht frei,
dass wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben, dass wir etwas verehren, was über uns ist.

Johann Wolfgang von Goethe

Bedenke, dass Du nur Schaupieler bist in einem Stücke, das der Spielleiter bestimmt.

Epiktet



Der Zufall ist das Pseudonym,
das der liebe Gott wählt,
wenn er inkognito bleiben will.

Albert Schweitzer


Der gute Albert, ein bewundernswerter Mensch, der scheinbar nicht nur medizinische Kenntnisse erwarb. Ich möchte sagen: es ist eine Schicksalsfrage, wie man dem so genannten Zufall gegenübertritt, ich meine, welche Einstellung man hat zu vom Grunde her unerklärlichen Vorkommnissen. So wie es eine Welt mit Zufällen geben kann, kann es ebensogut eine Welt des Zufalls und eine determinierte Welt geben, die miteinander verwoben sind. Ich sage das, weil es sich mit dem Schicksal und der Freiheit ebenso verhalten kann. In einer Welt kann es doch zweierlei Dinge geben, solche, die geschehen können, und Dinge, die geschehen müssen.









































Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

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