Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Unser Ruhrgebiet

LWL
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"Das Fremde und das Eigene"

 Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Ausstellungseröffnung


Sonntag, 25. April 2010, 11.30 Uhr


Urbanisierung und Industrialisierung bilden einen der Schwerpunkte der Ausstellung „Bochum – das fremde und das eigene“, einem Projekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, das am Sonntag, 25. April, um 11.30 Uhr im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte eröffnet wird. Die große Ausstellung widmet sich dem Wechselspiel von ‚fremd’ und ‚eigen’ und geht der Frage nach, wie Fremdes zu Eigenem wird und sich Vertrautes entfremdet. Sie thematisiert das ‚Fremdsein’ in einem historischen Längsschnitt und spannt dabei einen weiten Bogen von der vorgeschichtlichen Zeit bis in die Gegenwart hinein. Dabei geht es auch um Bochumer in der Fremde, wie zum Beispiel um die schillernde Persönlichkeit des Heinrich Ostermann, der von Bochum aus in die Welt ging und am Hof der russischen Zaren Karriere machte, oder um Daheimgebliebene wie Carl Arnold Kortum, der vom heimischen Schreibtisch aus in die Ferne blickte.

Die Ausstellung ist Teil des dezentralen Kooperationsprojektes „Fremd(e) im Revier!?“, für das sich erstmalig Archive aus neun Ruhrgebietsstädten mit zahlreichen Mitveranstaltern zusammen geschlossen haben. In diesem in den kommenden Monaten in Bottrop, Wesel, Marl, Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Dinslaken und Mülheim a.d Ruhr zu besichtigenden Ausstellungsprojekt werden die vielfältigen Aspekte der nicht immer freiwilligen Zuwanderung in diese Region und des ‚Fremdseins’ vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart dargestellt. Unter Zuhilfenahme eigener Archiv- und Museumsschätze und wertvoller Leihgaben werden Einblicke in die Motive für und das Ausmaß von Zu- und Abwanderung in industrieller und vorindustrieller Zeit gewährt. Die Frage wird aufgegriffen, was das „Fremde“ anders machte und bei Einheimischen zu einem Gefühl von Befremdet-Sein und der Suche nach dem Eigenen führte. Welche Mechanismen machen aus einem sozialen und kulturellen Neben- und zum Teil Gegeneinander ein Miteinander? Und inwiefern ist das Bild vom „Schmelztiegel Ruhrgebiet“ Mythos oder Realität?

Am 25. April erfolgt mit der Bochumer Ausstellung, die eine Ankerfunktion für das Gesamtprojekt hat, der Auftakt für dieses, mit unterschiedlichen thematischen und zeitlichen Schwerpunktsetzungen ausgestatte Unterfangen. Am 31. März 2011 wird es ebendort zu seinem Abschluss gebracht.

Bei der festlichen Eröffnung am Sonntag, dem 25. April, heißt Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, die Gäste im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte willkommen. Die Künstlerische Direktorin RUHR.2010, Asl? Sevin, spricht Grußworte, ebenso der Kooperationspartner und Leiter des Hauses der Essener Geschichte, Dr. Klaus Wisotzky, sowie Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, Direktor des Ruhr Museums Essen. Dr. Ingrid Wölk, Leiterin des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, wird in die Ausstellung einführen. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Orientmusikschule Bochum.

Unterstützt wird die Ausstellung „Bochum – das fremde und das eigene“ und das Projekt „Fremd(e) im Revier!?“ von der Bogestra, der Hochschule Bochum, der LWL-Kulturstiftung NRW, der Egon- Bremer Stiftung Bottrop und von RUHR.2010.

www.ruhr2010.de/fremde-im-revier

Um Anmeldung bis zum 20. April wird gebeten: stadtarchiv@bochum.de [mailto:stadtarchiv@bochum.de]

Die Ausstellung thematisiert das Fremdsein im historischen Längsschnitt. Dabei geht es nicht nur um die Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten in die Stadt kamen, hier lebten und arbeiteten, sondern auch um Bochumer in der Fremde, wie zum Beispiel Heinrich Graf Ostermann. Der Bochumer Pfarrerssohn ging in die Welt hinaus und machte am Hof der russischen Zaren Karriere. Als sein Gegenpart dient Karl Arnold Kortum, der von Mülheim nach Bochum zog und blieb. Seine Neugier und sein Forscherdrang hingegen machten nicht an der Stadtgrenze Halt. Als Vertreter der Aufklärung war Kortum um das Wissen der Welt bemüht und richtete seinen Blick von hier aus in die Ferne.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Zeit der Hochindustrialisierung, in der zahlreiche Menschen nach Bochum und ins Ruhrgebiet strömten. Exemplarisch für alle Zuwanderer stehen die polnischen und die masurischen Arbeitsmigranten. Auch die Stadt selbst rückt in den Blickpunkt. Sie veränderte sich rasant und wurde ihren Ureinwohnern fremd.

In der NS-Zeit wurde "Eigenes" scharf von angeblich "Fremdem" abgegrenzt. Die ideologisch begründete Ablehnung führte zur Verfolgung aller aus der "Volksgemeinschaft" Ausgegrenzten. Die Abteilung konzentriert sich auf die Geschichte einer jüdischen Familie. Daneben thematisiert sie die Schicksale der während des Zweiten Weltkriegs zur Arbeit nach Bochum und ins Reich verschleppten "Fremdarbeiter".

Freiwillig wiederum kamen auch in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Menschen nach Bochum. Ihre Geschichten reichen bis zur Gegenwart. Die abschließende Ausstellungseinheit fragt nach aktuellen Erfahrungen des Fremdseins. Sie setzt auf die Mitwirkung von in Bochum lebenden Migranten.

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Ruhrgebiet

Stadtarchive kooperieren erstmalig

Die Ausstellung ist Teil des dezentralen Kooperationsprojektes "Fremd(e) im Revier!?", für das sich erstmalig Archive aus neun Ruhrgebietsstädten mit zahlreichen Mitveranstaltern zusammen geschlossen haben. In diesem in den kommenden Monaten in Bottrop, Wesel, Marl, Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Dinslaken und Mülheim a. d. Ruhr zu besichtigenden Ausstellungsprojekt werden die vielfältigen Aspekte der nicht immer freiwilligen Zuwanderung in diese Region und des 'Fremdseins' vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart dargestellt. Unter Zuhilfenahme eigener Archiv- und Museumsschätze und wertvoller Leihgaben werden Einblicke in die Motive für und das Ausmaß von Zu- und Abwanderung in industrieller und vorindustrieller Zeit gewährt.

Die bochumer Ausstellung und das Projekt laufen bis zum 31. März 2011.