Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

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"das fremde und das eigene"

25. April 2010 - 31. März 2011

Es steht mir nicht an, objektiv zu diesem schwierigen Thema etwas zu sagen. Aber ich sage, warum ich gerade diesen Absatz aus "Geschichtskultur an Ruhr und Emscher" auswählte. Es war das Wort "Druck", das mich bewegte. Ich glaube, wenn Menschen einem destruktiven Druck ausgesetzt werden, werden in ihnen auch entsprechende destruktive Kräfte mobilisiert. Dazu kommt: unter Druck trifft ein Mensch nur sehr viel schwerer klare Entscheidungen im Sinne einer humanitären Welt.
Schließlich hatte ich die Wahrnehmung, dass viele Faktoren an der Entstehung eines Krieges, an Unmenschlichkeit und Irrationalität beteiligt sind - auch und gerade solche, die als alte Glaubensmuster durch die Jahrhunderte geschleppt werden.
Wehret den Anfängen?
Das ist leichter gesagt als getan, solange Menschen als "Sünder" in Leben treten müssen.

Menüknopf



Unter dem Titel “das fremde und das eigene” der Ausstellung lässt sich beinahe die gesamte Geschichte der Stadt und des Bochumer Raumes beschreiben.

Von der Besiedelung durch bäuerliche Gruppen der Jungsteinzeit bis zur multikulturell geprägten Gegenwart. Erfahrungen des Fremdseins in der Stadt durchziehen alle historischen Epochen. Die Ausstellung widmet sich dem Wechselspiel von ‚ fremd’ und ‚eigen’. Sie öffnet den Blick dafür, dass Fremdes zu Eigenem wird und umgekehrt. Dabei wird deutlich, dass das Fremde’ sowohl positive als auch negative Assoziationen auslöst. Das, was als fremd empfunden wird, unterliegt einem Wandel und ist an gesellschaftliche Konventionen gebunden.

Es kann faszinieren, Neugier und Sehnsüchte wecken, aber auch bedrohlich wirken und zu Distanz, Abwehr und Gegenreaktionen führen. Die Ausstellung thematisiert das ‚Fremdsein ’ im historischen Längsschnitt. Dabei geht es nicht nur um die Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten nach Bochum kamen, hier lebten und arbeiteten, sondern auch um Bochumer in der Fremde.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Zeit der Hochindustrialisierung. Zahlreiche Menschen strömten als Arbeitskräfte nach Bochum und ins Ruhrgebiet. Viele blieben und wurden heimisch; der Mythos vom Schmelztiegel Ruhrgebiet wurde geboren. Exemplarisch für alle Zuwanderer stehen die polnischen Arbeitsmigranten. In dieser Abteilung rückt aber auch die Stadt selbst in den Blickpunkt, die sich rasant veränderte und damit nicht nur den Zugezogenen fremd war, sondern auch den Alteingesessenen fremd wurde.

Historischer Längsschnitt des “Fremdseins”
Weiter thematisiert die Ausstellung die Auswüchse der Ablehnung des “Fremden”, besonders während der NS-Zeit. Diese bekamen neben den Juden und anderen, die die Nationalsozialisten zu “Artfremden“ machten, auch die im Zweiten Weltkrieg zur Arbeit ins Reich und nach Bochum verschleppten “Fremdarbeiter“ zu spüren. Abschließend geht es um die in der jüngeren Vergangenheit Zugewanderten. Die Einheit setzt auf die Mitwirkung von in Bochum lebenden Migranten.




Die Ausstellung „Bochum – das fremde und das eigene“ ist Teil des für das Kulturhauptstadtjahr entwickelten Kooperationsprojektes der Archive des Ruhrgebiets, das inzwischen von der Ruhr2010 GmbH angenommen wurde. Unter dem Obertitel

„Fremd(e) im Revier“

bereiten die Archive dezentrale Ausstellungen vor, die im Laufe des Jahres 2010 zu unterschiedlichen Zeitpunkten eröffnen. Die Bochumer ist ein Ankerpunkt des Projektes. Hier findet im April 2010 die zentrale Eröffnung statt.


Menüknopf

Ruhrgebiet

Eröffnung
25. April 2010 im
Bochumer Stadtarchiv

in Bottrop

9. Mai - 1. Juli 2010

Fremde - Feinde - Freunde.
Franzosen in Bottrop und im Land an Emscher und Lippe vom 16. bis zum 21. Jahrhundert.
Das Stadtarchiv Bottrop und das Museum für Ur- und Ortsgeschichte zeigen eine Gemeinschaftsaus- stellung, die über 400 Jahre zurück blickt auf die Geschichte der Franzosen im Land an Emscher und Lippe.

in Wesel

7. Mai -20. Juni 2010

Glaube, Arbeit, Freiheit
Fremde in Wesel 1543 - 1815
Städtisches Museum Galerie im Centrum in Wesel. Wesel gehört zu den Städten im Rheinland bzw. im Ruhrgebiet, die (sieht man einmal von Juden und Lombarden im Mittelalter ab sowie von Neubürgern) seit dem 16. Jh. ständig mit Migration aus unterschiedlichen Gründen konfrontiert war.

in Marl

22. Mai - 6. Juni 2010

Im Vest angekommen!?
Zuwanderung ins nördliche Revier. Das Revier und besonders die Region um Marl sind erst durch die Zuwanderung in all ihren Facetten zu dem geworden, was sie heute sind. Die Themenvielfalt der Ausstellung ist daher genauso umfassend wie die Diversität ihrer Akteure.

in Essen

1. Juli - 30. September 2010

Die Ruhrbesetzung 1923 bis 1925
im Spiegel von Plakaten und Karikaturen.

Als französische und belgische Truppen im Januar 1923 das Ruhrgebiet besetzten, löste diese Gewaltmaßnahme den massenhaften Protest der Bevölkerung aus. Die Reichsregierung rief zum "passiven Widerstand" auf, und in der Folgezeit gab es immer wieder Sabotageakte und blutige Zusammenstöße.

in Gelsenkirchen

6. Juni - 31. August 2010

Bergfremd(e). Ausländer im Ruhrbergbau Ausländische Arbeitskräfte, aber auch auslän- dische Unternehmer, Ingenieure und Investoren waren für die Entwicklung des Ruhrbergbaus als einer der Kernindustrien des Ruhrgebietes im 19. und 20. Jahrhundert von ausgesprochener Relevanz.

in Dinslaken

16. September - 8. Oktober 2010

Die vergessenen Frauen- Arbeitsmigrantin- nen der ersten Generation im Ruhrgebiet
Museum Voswinckelshof, Dinslaken. Denkt man an die 1950er und 1960er Jahre, als die erste Gene- ration von Zuwanderern nach Deutschland kam, drängen sich unwillkürlich männlich besetzte Bilder auf. Eine Ausstellung im Dinslakener Museum Vos- winckelshof lässt nun die Frauen zu Wort kommen.

in Mülheim an der Ruhr

18. September - 16. Oktober 2010

"Spurensuche"
Fremdheitserfahrungen und biographische Skizzen seit der frühen Neuzeit.
Betrachtet man die"Fremden im Revier", wird der Blick durch den wirkungsmächtigen Mythos vom "Schmelztiegel Ruhrgebiet" nahezu zwangsläufig auf die Zuwanderungen während der Hochphase der Industrialisierung des Ruhrgebiets gerichtet. Die Mülheimer "Spurensuche" schaut jedoch über diese historische Epoche hinaus.

in Recklinghausen-Hochlarmark

22. Juli -19. September 2010

"Wohnen, Leben und Arbeiten von 'Fremden' im Revier.
Hochlarmark als Brennpunkt der Recklinghäuser Migrationsgeschichte. Recklinghausen richtet den Fokus auf die Hochindustrialisierung und auf die um 1880 massiv einsetzende Migration nach Recklinghausen mit den im Volksmund genannten "Polenzechen" im Süden der Stadt.

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"Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde." Das soll Gott angeblich zum Thema "Umgang mit fremden Völkern" gesagt haben - laut der Bibel durch den Propheten Mose. Es gibt in der Bibel noch viele andere Stellen, in denen Gott angeblich zur Ermordung der Fremden aufruft - neben Stellen, wonach die Fremden so gut behandelt werden sollen wie die Einheimischen. Woran soll man sich also halten? Im Neuen Testament werden Andersgläubige als "schmutzige Schandflecken"  (2. Petrus 2) bezeichnet, die wie Tiere seien, "die von Natur aus dazu geboren sind, gefangen zu werden und umzukommen".

Ich bin der Meinung, das "Fremde" ist eine tief im Wesen des Menschen sitzende Erfahrung, die ihm nichts Gutes bedeutet. Mögen die christlichen Kirchen in der Neuzeit etwas anderes verkünden, zu ihrem geistigen Kern bleiben mir Fragezeichen.

Zitat:
Warum gibt es bis heute, 2000 Jahre nach Jesus von Nazareth, soviel Fremdenfeindlichkeit? Liegt es nicht auch daran, dass die meisten Menschen sich selbst fremd sind?

Der ganze Text über den Ansatz tiefenpsychologischer Implikationen unter
"das Friedensreich".