Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Edelsteine

Gemmosphie
Menüknopf
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Der Achat

Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Herrn Bernd

Jacks von der Firma Urgestein zur Verfügung gestellt.


Mineralogisch

Achat ist Siliziumoxid (SiO2).und hat folgenden Handelsnamen:
Chalcedon: weißgrauer bis blauer Achat (oder umgekehrt) mit und ohne Bänderung
Carneol: fleischfarbener bis braunoranger, tranzluzenter Achat
Sarder: rotbrauner bis dunkelbrauner, durchscheinender Achat
Chrysophras: gelbgrüner bis apfelgrüner durchscheinender Achat
Dentritenachat: mit grünen, braunen, oder roten Eisen-, oder Mangandentriten.
Baumachat: Dentritenachat in braun - grün
Moosachat: mit grünen, braunen, oder roten Einlagerungen durchsetzter Quarz
Achat: feinkristalliner Quarz in allen Farben, gebändert oder ungebändert
Oniyx: schwarzer Chalcedon oder schwarz weiß gebänderter Achat
Lagenachat: gebänderter lagenartiger Achat
Achat - Jaspis ist ein Handelsname für einen bestimmte optische Unterart des Achat
Feuerachat: Achat mit eingelagerten Opalschichten
Flammachat: ein Handelsname für einen bestimmte optische Unterart
Fleisch Achst: ein Handelsname für einen bestimmte optische Unterart
Kupfer Chalcedon ist wegen seiner Bestandteile benannter Achat
Sternachat: ein Handelsname für einen bestimmte optische Unterart
Zebra Achat ist ein Handelsname für einen bestimmte optische Unterart.

Gemmosophisch
Die Edelstein Geschichte des Achates ist gleichzeitig eine Geschichte des Wohlstandes und der Machtstrukturen von der Steinzeit über die Sumer, Ägypter, Römer bis zur heutigen Zeit. Als steinzeitliche Klingenspitze auf Speeren und Pfeilen, als Schaber, Bohrer und Messer liegt die Urform der Steinbearbeitung uns Heute als Artefakte vor. Erst wurden die Achate roh geklopft (behauen) und gebrochen (mit Horn gequetscht) um Werkzeug und Waffe zu gewinnen. Mit Einsetzen der Bronzezeit wurden „Nachahmung“ der gegossenen Klingen hergestellt: geschliffene Steinklingen, erst aus weichen Steinen, dann mit härteren Mineralen bis hin zum Quarz, mit seiner Varietät Achat. Zum Beginn der Eisenzeit hatte der Achat keinen „militärischen„ Nutzen mehr und konnte so Einzug in Alltag (Hausrat) und Kunst (Figuren & Schmuck) des Menschen nehmen. Die Entdeckung des Adamas (Diamant) als Bohrspitze läutete die Glypthik ein. Erste Ritzbilder, dann Siegelrollen und -steine, die zur damaligen Zeit viel genutzt wurden und den Terrakotta Siegel, allein der Haltbarkeit halber vorgezogen wurden. Ringsteine mit mytisch- kultigen Motiven die dem Träger Macht und Schutz geben sollen überfluten die Kulturen. Als Imitation der tatsächlichen Siegel (Ausweise) der Gottes-, Kaiser- und Königsreiche. Beispielsweise haben sich, die Kirche mit Muttersitz in Rom und die Freimaurer Logen, den Siegelstein mit ihrem Erkennungszeichen erhalten. Der Achat wurde in damaliger Zeit, als Ringstein und barrocker Kugelkette Wohlstandssymbol des Mittelstandes. Adel, Clerus und Kapital umgeben sich mit Schalen, Krügen, Vasen und Figuren. Die wiederum nur so von Saphiren, Smaraden, Karbunkel, Rubinen und Topazen bedeckt und umfaßt waren. In dieser Zeit kehrte auch das militärische Interesse am Achat wieder. Wirtschaftliche Interessenverbände (Clerus, Adel und Handel) finanzieren Okkupationen von Bodenschatz (Minerale und Erze) und Mensch (Sklaven und Soldaten, so wie Tribut entrichtende Provinzen) und noch Heute sind diese Machtstrukturen weltweit am Werke. Bis ins späte Mittelalter hinein ist er Teil des Zeitgeistes, dann bis in die frühen Jahre des 18. Jhd. nur noch als Werkzeug und primitive Waffe genutzt, erlebt nun der Achat seine Auferstehung; Technik, Bildung und Kunstfertigkeit haben wieder Platz in der Gesellschaft. Heute ist der Achat in seinen verschiedensten Ausformungen im Handel. Ob als natürliches Fundstück, figürliche Darstellung, Schmuckstück, oder als Heilstein, in jedem Fall sind die Freunde der Achate in allen gesellschaftlichen Schichten zu suchen. Eine weltweit aggierende Förder-, Ver- und Bearbeitungsindustrie hat sich gebildet und hunderttausene von Arbeitsplätzen sind damit verknüpft. Hier sollte erwähnt sein, das Idar Oberstein vermutlich seit 4.500 bis 5.000 Jahre Mineral- und Edelsteinförderung, sowie deren Verarbeitung und Handel vorzuweisen kann. Eine Schleifindustrie die bis Heute immer weiter verfeinert wurde und mit zu den führenden Zentren weltweit gehört. Viele Entwicklungen (Schleiftechnik) kamen aus dem Hunsrück, geschichtsträchtige Minen werden Entdeckern aus Idar Oberstein zugeschrieben (z.B.: Fritz Klein Smarad Miene von Chivor). Dieses Gespür für das Einzigartige, das Besondere und deren Ausarbeitung in dreidimensionaler Form ist der Motor der hiesigen Edelstein Industrie. Achate sind von Anbeginn dieser Entwicklung in Idar Oberstein Bestandteil des Lebens. Keine Familie kann sich diesem Stein entziehen. Kein Haushalt wo nicht mindestens ein Stück Achat vorhanden ist. So verwachsen mit diesem Mineral ist es auch kein Wunder wenn von hier die Material durchdringendsten figürlichen Ausformungen kommen. Eine Figur deren Lage so in einen Rohstein eingearbeitet wird, das die Linien, Punkte, Farben aussehen als wären sie natürliche Oberfläche eines lebendigen Tieres. Wenn Achate so zerschnitten werden, das sie zwei- und/oder dreidimensionale Objekte erkennen lassen. Landschaften, Tiere, Gesichter, Länder, jenach dem wie der Schnitt gelegt wird, wie transparent der Achat ist, erscheint ein Wunder an Schönheit und Perfektion. Aus aller Welt kommen Sammler und Händler nach Idar Oberstein um das ihnen ebenbürtige Stück für sich zu erwerben, oder als Kunstwerke, von Händlern aufgekauft um diese den Mächtigen der Welt feil zubieten.

Doch nun wieder zurück zur gemmosophischen Sicht des Achates. Betrachten Sie heilkundlich Steine wie der Heilprakter bei Pollenallergie Honig aus der Region in der der Patient lebt verordnet. Die Steine um Sie herum sind wie Sie mit dem gleichen „Grundton“ der Erdscholle verwachsen und wirken so klarer und „wärmer“.

Bemerkungen zum Markt:
Miniaturen als handarbeitliche Massenschliffe kommen aus Asien, Südamerika, Indien. Figuren die in Asien geschliffen wurden, landen in Süd Amerika und werden als Südamerikanische Handarbeit auf den europäischen Markt gebracht, dito Achatschliffe von Brasilien über Asien nach Europa. Sammlern fällt es da schwer klare, glaubwürdige Aussagen zu einem Stück zu erhalten. Amerikanische und Deutsche Handelshäuser lassen indes ihren Bedarf direkt in Brasilien, China und Idar Oberstein produzieren. Je nach dem, welche Qualität gewünscht wird. „Handelsplagiate und Piraterie“ lassen Spekulanten einen grünen gefärbten Achat Frosch aus Peru zum Chinesischen Feng Schui Jade Produkt werden - nur weil der Absatz dadurch angeschoben werden kann. Hier wäre ein Handelssiegel oder Künstlergravur mit: „Made in .... / Cut from ....“ lobenswert und entwirrend für den Verbraucher. Desweiteren würde es dem Sammler die Suche nach künstler- und manufakturbezogenen Stücken erleichtern. Hier sollte auch ein klares Handelsgebot erfolgen, das Färbungen, Rekonstruktionen, oder anderwertig behandelte Stücke dauerhaft ab Hersteller kennzeichnet.

Die Welt der Edelsteine in Idar Oberstein. Wer sich für das Museum interessiert, kann sich hier informieren.

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