Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Streifzüge

Gysenberg
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10. Mai 2009

Unser erster eigener Stand

Was'n Tach! Wenn ich nicht wüsste, dass man solche Seiten wie diese

gleich nach dem Erleben schreiben sollte, und wenn ich nicht wüßte, dass ganz sicher einige Leute mehr als gewöhnlich auf diese Seite warten, würde ich längst flach liegen und keinen Mucks mehr machen. Aber, na ja, schauen wir mal, ob ich mein Erinnerungsvermögen in Worte fassen kann, die ich selber einigermaßen verstehen.

Es begann bereits vor zwei Wochen, als Susanne über den Termin im Gysenberg "stolperte". Dass wir da mit unseren Steinen und einigen anderen Klamotten hin gehen, schien für sie außer Frage zu stehen: wir beide präsentieren uns. Klar doch, wir würden Spaß haben und auch in anderer Hinsicht erfolgreich sein. Da ich in meinem Leben bisher nur auf der Käuferseite der Tische gestanden hatte, war ich ein bisschen nervös, auch, weil wir ja noch nicht so lange mit den Edelsteinen zu tun haben und es sicher an einigem Wissen mangelt. Die relativ lange Zeit bis zum Termin beruhigte mich ein wenig.

Es kam jedenfalls ein kleiner Junge an unseren Stand, und auch er bekam von Susanne einen kleinen Stein geschenkt, einen "Glücksstein". "Was kostet der" fragte er (nett, nicht wahr), und ich sagte: "Der ist geschenkt, sonst würde er kein Glück bringen". Er stutzte einen Moment, und sagte dann: "Hilft der auch bei meiner Klassenarbeit, kann ich dann schneller schreiben"? Und ich antwortete ihm: "Ich konnte schon mal so schnell schreiben, dass ich mit dem Lesen gar nicht hinterher kam".

Die Tage verflogen, und ich muss mal (wieder) sagen: die Zeit mit Susanne ist seit einigen Monaten keine normale Zeit mehr. Bei Glückszeit ticken die Uhren anders, und zwar in doppelter Hinsicht. Einerseits vergeht sie ganz, ganz langsam, und andererseits rast sie an mir im D-Zugtempo vorbei. Bis zwei Tage vor dem Termin hatten wir an Vorbereitungen so gut wie nichts geschafft, und im Kopf formulierte ich für Susanne schon tröstende Worte - blah, blah, macht ja nix.

Das Bild unten vermittelt einen kleinen Eindruck, warum wir so gerne in den Gysenberg fahren: die Ruhe der Bäume und viele lebendige, friedliche Menschen.

Es kam anders. Susanne war es ernst, sie WOLLTE, nein, sie wollte WIRKLICH !!! Nach unserem abendlichen Telefonat, hatte sie mir plausibel gemacht, wie das geht und das wir das einfach schaffen - federleicht sozusagen. So kam es dann auch. SIE machte die Edelsteinkarten fertig (und zwar sehr toll), und sie hatte dazu den absoluten Nerv, mit mir am Samstag noch eine Tour mit dem Rad nach Herne zu machen (die übrigens so, so, so schön war - da kommt demnächst eine Extra-Seite).

Oben das Bild zeigt ein echt tolles Fundstück bei einem Händler, der mit echten Antiquitäten und auch Edelsteinen handelt. Das ist eine Skulptur (ein besseres Wort fiel mir nicht ein) aus Ebenholz, zwei Gesichter, die sich zärtlich und vertraut berühren. Hätte ich gerne gekauft, nur die 80 Euro fehlten mir zur Kaufentscheidung.


























Das Bild machte ich, weil die beiden Damen ein Requisit benutzten, das auch bei uns zu sehen war, hier ein Ast von einem Holunderstrauch. Unseren Holzständer (nannten wir "Geweih für Vegetarier") konnten wir nicht über die Zeit retten; eine Dame schwatzte ihn uns ab. Wir hatten das Teil damals gebastelt, um Tillandsien und Bromelien darauf aufzubinden


Ich schaue ja gerne mal hinter die Kulissen. Da stand ER, ganz lieb, in der Sonne, bis Frauchen ihn anblubberte mit einem harschen "Platz". Ja, der Freund des Menschen, er hat manchmal einiges auszuhalten, scheint aber seine Welt besser zu verstehen, als der "kulturell" gestylte Mensch die seine.

Sicher würde er mit diesem "Hund" nicht tauschen wollen.

Hier mal ein Stand mit echtem Vollplunder, von dem hoffentlich nur wenig in Kinderhände gerät.

Das Schild entdeckte ich natürlich sofort, als ich am Nachbarstand lange Augen machte. Echt, so ist das bei uns auch. Wir gehen einen Weg, einen sehr schönen, für mich auch sehr wichtigen Weg, an dessen Wegesrand geschrieben steht: was kümmert es eine deutsche Eiche, wenn sich eine Wildsau dran scheuert. Kar, klingt ein bisschen grob, aber ganz sicher ist, man kann es den Zuschauern ohnhin niemals recht machen. Ein wenig passt der nebenstehende Schnappschuss.

Also, bis Samstag Nacht um 2 Uhr saßen wir am Rechner, hatten vorher natürlich den Verkaufskram in Waschkörben zusammen gepackt, und morgens um sieben Uhr klingelte der Wecker. Zack, Kaffe kochen, Bütterchen schmieren und ab in den Gysenberg. Spätestens um neun Uhr sollten wir dort sein - und es war wohl gerade neun Uhr, als wir unser Auto auf der Wiese parkten, wo uns am Vortag der Mitarbeiter von der Expo den Platz zugewiesen hatte. Das Bild rechts durfte ich von den beiden machen, eine Erinnerung an einen wirklich bemerkenswerten jungen Mann, der uns mit seiner Freundlichkeit begeisterte: klares Gesicht, klare Worte - herzlichen Dank! Zum Ende des Flohmarktes hatten wir das Glück, ihm noch nochmals zu begegnen, und er nahm sich die Zeit für ein intensives Gespräch, das zu seiner "Ausstrahlung" genau passte.

Wegen der Organisation, die wir als perfekt empfanden,an dieser Stelle ein großes "Dankeschön" an den Veranstalter, die Firma EXPO.

So, und da wir gerade beim Danken sind: allen Müttern nachträglich zum Muttertag (der, so meine ich, genau wieder Heilige Abend, das ganze Jahr über gefeiert werden könnte) einen herzlichen Gruss mit dieser wunderschönen Rose.

Genug der Bescheidenheit: jetzt kommen wir!
Der Aufbau unseres doch recht kleinen Verkaufstands ging zügig, wie wir es von uns kennen, eben Hand in Hand; da braucht's keinen Plan.

Jetzt kommen ein paar "Seitenblicke", wie es am Rande eines Flohmarktes auch aussehen kann. Wahr- scheinlich gibt's das nur im Revierpark Gysenberg.

Über mangelndes Interess können wir uns nicht beklagen. Viele Menschen blieben bei uns stehen und ließen sich über die heilenden Wirkungen der Edelsteine beraten - jung und "alt" gleichermassen. und allesamt sehr nett.

Wir hatten beiderseits auch nette Nachbarn.

Mit diesem Bild beende ich meinen Bericht. Es braucht wohl keine Worte.

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