Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Streifzüge

Am Rande
_________________________________________________________________________________________________

31. März 2009

Impressionen

           Trödelmarkt Lange Straße II

2 Es
ging um Wetter. Wir hatten nach einer ziemlich langen Schlechtwetterperiode endlich einen Sonntag mit Sonne erwischt und konnten einen wunderschönen Ausflug machen, tolle Fotos schießen und sehr nette Menschen kennen lernen, einen Superedelstein ergattern und einige andere Sachen mehr.

3 Susanne
hatte unter dem miesen Wetter gelitten, zunehmend mehr. Warum ich das wohl verstehen, aber ihre Emotion nicht teilen konnte, kann verschiedene Gründe gehabt haben. Einerseit habe ich ausreichend Lebenserfahrung um zu wissen, dass jede dieser Perioden irgendwann zu ende geht; das ist Bewusstsein geworden. Ich weiß auch, dass ich am Wetter nichts ändern kann, es akzeptieren muss, und dass auch schlechtes Wetter durchaus seine guten Seiten hat. Es ist ja genau wie mit einer Krankheit, durch die man zu einer gewissen Ruhe gezwungen wird.

4 Aber
es gibt außer meinem gewissermaßen fatalistischen Gleichmut noch eine weitere Seite meiner Wetterunfühligkeit. Zwar wird gefordert (kommt glaube ich aus gewissen esoterischen Kreisen), man solle in der Gegenwart leben, aber was bedeutet das? Etwa unter einem gegenwärtig schlechten Wetter leiden? Gibt es im physikalischen Sinne überhaupt DEN Moment, der Gegenwart genannt wird? Ich stellte vor Jahren mal die Frage nach dem Unterschied zwischen 24 Uhr und 0 Uhr, ich meine den Moment, wo beispielsweise ein neues Jahr GENAU beginnt. Meiner Meinung nach gibt es den Moment real nicht, fiktiv schon. Insofern hat für mich der Begriff Gegenwart sehr wenig Relevanz.

5 Jeder
Mensch lebt, existiert, schwimmt gewissermaßen auf der Zeit oder in der Zeitspur. Wenn mir das Fließen Gegenwart nennen, ist ja nur erheblich, wie er die gestaltet. Kann er sein Tun frei wählen? Oder muss er unliebsame Pflichten erfüllen? Ist er zufrieden mit sich und der Welt? Oder hadert er mit diesem und jenem? Hat er Hoffnung, hat er Glauben und Vertrauen? Oder ist er resigniert und gleichgültig, gar pessimistisch und destruktiv?

6 Menschen
müssen denken, und ich glaube, wie man seine Gedanken gestaltet, da beginnt die eigentliche Lebenskunst. Auf dem Flohmarkt ließ ich eine der volkstümlichen Weisheiten vom Stapel: "Sei wie eine Sonnenuhr, und zähl' die schönen Stunden nur." Was bedeutet das? Meine Meinung ist, die Gegenwart entsteht durch eine Verbindung von Vergangenheit und Zukunft -

7 Bei
mir entsteht Glücklichsein und Zufriedenheit durch eben diese beiden Faktoren. Einerseits erinnere ich mich gern und mit Freude an meinen Lebensweg, was ich alles erreichte, an viele gute, hilfreiche Menschen, an spannende Momente, an gemeisterte Gefahren, kurz gesagt, an die erfolgreiche Seite meines Werdens. Andererseits sehe ich meine Zukunft vor mir, jedenfalls einen groben, aber stabilen Rahmen: ich habe zuverlässige, wertvolle Freunde, ich habe Blumen die wachsen und meiner Pflege bedürfen, ich habe ein sicheres, wenn auch bescheide-nes Auskommen - und ich habe eine wunderbare Frau an meiner Seite, dazu ein Kind namens Moritz, mit dem ich mich sehr verbunden fühle. Dieser Rahmen schaft mir eine Perspek- tive, an die ich gerne denke.

8 Zählen
wir mal zusammen. In der Gegenwart kann ich mich wetterunabhängig beschäftigen; es ist immer etwas zu tun, was mir Freude macht. Alles, was es zu bewältigen gibt, kann ich mit meinen Fähigkeiten abarbeiten. Denke ich an die Vergangenheit, gute Erinnerungen, Dankbarkeit, gute Gefühle - denke ich an die Zukunft, gute Aussichten, große Gewissheit, gute Gefühle. Und welche Rolle soll bei meiner seelischen, mentalen oder psychischen Konfiguration nun das Wetter spielen?


Viel Freude an den Bildern. Beschreiben sie eine Gegenwart?

1 Fangen

wir diese Seite ausnahmsweise mal mit einem "Randgeschehen" an. Hier stand schon mal ein Text, bis es - aus heiterem Himmel - "Peng" machte, Sicherung raus, Text weg. Was hatte ich geschrieben? Keine Ahnung, was ich geschrieben habe, ist raus aus meinem Speicher. Ärgerlich, genau wie auch das mein Brot in der Maschine, das sich erstmals in die verkehrte Richtung entwickelte. Musste den Matschklumpen aus dem Behälter fummeln und Mehl dazu geben. Klar, eine Riesensauerei, nachdem über fünfzig Brote perfekt gelungen waren.  Was sagte meine Freundin Brigitte gestern: "Du hast dir ein feines Leben ausgesucht". Klar, ich führe ein feines Leben, ohne wirkliche Familie, ohne wirkliche Verantwortung, und auch wenn

schlechtes Wetter ist, geht's mir gut. Glaubt mir, einige Leute stört mein Wohlbefinden, nämlich genau die, die sich nicht eingestehen können, etwas in ihrem Leben ändern zu müssen, zumindest es könnten.

woher ich komme und wohin gehe ich. Einerseits stehen erworbene Fähigkeiten (Vergangenheit), andererseits formulieren die Fähigkeiten Wünsche und Ziele, Motive kommen dazu, Aussichten mit gewissen Wahrscheinlich- keiten, aber es gibt auch Pläne, von deren sicheren Durchfüh- rung man weiß.

9 Keine!

Denn
ich
besitze
Regenzeug
und
bin
nicht
aus
Zuckerguss
gemacht.


Streifzüge Startseite Streifzüge Startseite
Streifzüge Startseite
Menüknopf
Galerie Startseite Galerie Startseite
Galerie Startseite