Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Streifzüge

... in den Frühling
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26. Mai 2009

Immer der Nase nach

Wegen des Trödelmarktes in Herne war unsere

Fahrtrichtung vorgegeben, mehr nicht. Vielleicht war es der Trödel, der uns den Nachmittag und Abend vertrödeln ließen. Wir fuhren sehr gelassen Richtung Schloss Strünkede, und machten, als hätten wir bereits eine richtige Etappe zurück gelegt, erst mal Rast mit Kaffee und Kuchen am Minigolfplatz.

Den Spielplatz mögen wir besonders gerne. Heute spielten auf der Wiese ein kleiner Junge und ein Mädchen sehr professionell Fussball.

Das Rosenbild gehört zu einem Vorgarten. Ein Herr im Rollstuhl stand dort an der Straße, und ich dachte, die Auffahrt zum Haus wäre ein öffentlicher Weg und ging unbekümmert dorthin. Oh je, ich entschuldigte mich, fragte natürlich höflich, durfte, und zeigte dem Mann zu seiner Freude dann die Bilder von SEINER Rose.

Komm, wir fahren mal wieder zum Kanal. Da kennen wir ja jede Ecke und Kante. Kurz vor dem Herner Stadion entdeckte ich erst mal eine tolle Buschrose, der ich nicht wiederstehen konnte; Suse musste warten. Die anderen Bilder findet ihr (bald) in der Rosengalerie.

Auf der Anhöhe kurz vorm Kanal fanden wir ein tolles Plätzchen, um unsere Steine zu fotografieren - hier eine der gerade erworbenen vier Qi-Gong-Kugeln. Die anderen Bilder gibt's demnächst in der Edelstein- Galerie zu sehen.

Lange brauchten wir nicht zu warten, bis einer mit seinem Lärm den Frieden störte. Scheint eine entsprechende Gesetzmäßigkeit zu geben. Früher sagten sie: man kann nicht in Frieden leben, wenn der Nachbar es nicht will.

Das sommerliche Wetter schuf Bilder, die ich gerne sehe - Menschen, die ihre kleine heile Welt genießen.

Heute fuhren wir mal nicht über die Brücke des Hebewerks, sondern geradeaus weiter in unbekanntes Gelände. Am Yachthafen entstand dieses sehr malerische Bild.

Zeit für den Rückweg; wir wählten den Weg auf der anderen Uferseite. Ein kleiner Stopp, weil wir entscheiden mussten, ob links oder rechts.

"Randerscheinungen" nannte ich dieses Bild. Ich fotografiere Industrieanlagen gerne, weil sie Mahnmal sind, hinweisen auf eine menschliche Eigenart: was geht, wird gemacht - gleich welche Folgen möglich sind.

Das war nicht die "Losung" des Tages, aber wo so etwas liegt, ...

... können Kaninchen nicht weit sein. Eins erwischte ich beim Weglaufen, sieht putzig aus
















Ein paar Meter weiter entstand das Bild rechts, Sekunden später, nachdem ich einen Jugendlichen, der uns hupend mit seinem Moped entgegen kam, auf ein paar unverbindliche Worte gestoppt hatte. Ein Spaziergänger fragte mich doch tatsächlich, ob das meine Kette sei, obwohl ...

Solche Bilder sieht sie natürlich auch. Klebrig und eklig sei das Zeugs gewesen, was aus dem Baum lief. Ihre Edelsteinbilder kommen in die Galerie.

Ähnlich wie der Lappen sahen meine Hände natürlich auch aus. Da paßt vielleicht der (leicht abgewandelte) Spruch, wo der Mann sagt:
"Ich sehe aus wie 'ne Sau", und die Frau antwortet:
"Und beschmiert hast du dich auch".

War jedenfalls eine ganz spannende Episode, zeigte mir, dass ich für unsere nächste größere Tour fit bin.

"Ihre Frau hat ja die Ruhe weg", sagte mir einer der vorbei kommenden Spaziergänger, "die fotografiert da hinten im Gebüsch". Abends bim Bildergucken mussten wir noch lachen, als Susanne erzählte, das Fressgelage sei komplett gewesen, ein "Haufen" hätte auch daneben gelegen.

... er dieses Bild vorher gesehen hatte.
Ja, das ist mir in meiner über zwanzigjährigen aktiven Fahrradzeit das erste Mal passiert - Kette gerissen. Ist eine längere Geschichte, die zu erzählen wohl nicht nicht von Bedeutung ist. Jedenfalls hätte ich, wenn es bis zu mir nach hause nicht etwa 25 Kilometer zu schieben gewesen wäre, gesagt, das kann ich nicht reparieren. So konnte ich, der Not gehorchend, doch, auch wenn's mit den eher bescheidenen Bordmitteln nicht so einfach war und eine ganze Weile dauerte.

Solche Bilder sieht sie allerdings auch. Ein Grund, warum das Leben mit Susanne so reich ist: sie sieht das Kleine UND das Große - und machte keine wertenden Unterschiede.

Unser letzter Streckenabschnitt begann mit der Fahrt am Ostbach entlang. Und ich hatte den Nerv, ein paar Holunderblüten zu pflücken, um frisches Gelee für uns machen zu können.

Das Rezept:

1,5 Liter Wasser
20 Holunderblütendolden
300ml Orangensaft
3g Zitronensäure
1 kg Gelierzucher (2:1)

Die Holunderblüten grob von Schmutz und Insekten befreien (nicht waschen!) und ins Wasser geben.

Zugedeckt 24-36 Stunden stehen lassen.

Das Wasser durch ein Tuch filtern und 1,2 Liter abmessen. Zusammen mit Orangensaft, Zitronensäure und Gelierzucker in einem Topf aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen. Das Holunderblütengelee noch heiß in Gläser füllen.

Ich hab's auf der Seite Hüttenhilfe gefunden.

Auf den letzten Metern konnten wir noch ein paar schöne Eindrücke einfangen.

Damit das nur klar ist: das Gelee wird natürlich "mit Herz" bereitet.

Susannes künstlerischer Blick in die Welt des Holunders darf sicher nicht fehlen.

Mit dem einem Bild, das vielleicht Ausdruck unserer inneren Welt, Frieden und Feuer vereint, sein könnte, beende ich meinen Bericht von einer Fahrt, die sowohl ins "Blaue" als auch ins "Grüne" führte. Durchaus empfehlenswert!

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