Zum Fliegen braucht man auch 
kleine Federn

Pflanzen                   Wildblumen

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Löwenzahn - "Pusteblume"

"Was machen Sie gegen Löwenzahn?"

Taraxacum

"Ich lernte,
den Löwenzahn
zu lieben."
K. Förster




Für mich stellte sich diese Frage eigentlich nie. -
Eher die, warum Menschen dieser lieblichen Blume mit mancherlei Gerät und Gift zu Leibe rücken und ihr den Garaus machen.
Aber dieses Pflänzchen läßt sich nicht unterkriegen.
Es findet seine Orte,
Jahr für Jahr.
Vielleicht liegt es
an seiner Entstehungsgeschichte...

8. Mai  2010

Menüknopf
Wildblumen Starseite

"Manchmal vermag uns
ein durch den Asphalt
brechender Löwenzahn
die tägliche Frage
nach dem Sinn des Lebens eindrücklicher und überzeugender
zu beantworten,
als eine ganze Bibliothek philosophischer Schriften."

Suses Seiten

Die  heimwehkranken Verbannten des Himmels

In so weit voneinander entfernten Weltgegenden wie Litauen und Feuerland glaubten die Menschen früher einmal,
dass Sonne und Mond Mann und Frau seien
und die Sterne ihre Kinder.
Manchen Legenden zufolge glich ihr Familienleben
fast dem der Menschen...

Vater Sonne hielt sich abseits.
Manche sagten sogar,
er und die Mondfrau hätten sich gestritten,
und deshalb lebten sie getrennt.
Die Mondmutter zog ihre
Kinder allein auf
und brachte ihnen bei ,
zu leuchten und die Lampen zu putzen,
die sie bei Nacht am Himmel hochhielten.
Doch als die Sterne älter wurden,
wurden sie , genau wie richtige Kinder,
oft aufsässig.
Eines Nachts beschlossen
einige von ihnen,
ihre Lampen nicht aufzunehmen.
Stattdessesn schlugen sie Purzelbäume,
sangen Spottverse und wollten nicht
auf ihre Mutter hören,
die ihnen befahl, ihrer Arbeit nachzugehen.

Die Mondfrau war jedoch keine weichherzige Menschenmutter,
sondern bestrafte ihre Kinder hart.
Sie sagte ihnen kurz ade
und sandte dann
einen starken Wind,
der sie aus dem Himmel trieb.
Als sie auf die
kalte Erde gefallen waren,
baten die Sterne ihre Mutter,
sie zurückzuholen.
Ihre Bitten verhallten ungehört,
bis am nächsten Morgen der Sonnenvater erfuhr,
was geschehen war.
Er erklärte, dass Sterne,
die auf die Erde gefallen waren,
nie zurückkehren könnten.
Aber er tröstete seine weinenden Kinder und versprach ihnen,
sie dürften künftig
die Erde erhellen,
so wie sie ehedem
den Himmel erhellt hatten.

Er verwandelte sie
in Löwenzahnblumen,
die ihr leuchtendes Antlitz
nach oben halten,
um den täglichen Lauf
ihres Vaters zu verfolgen.
Aber auf jeder Wiese
gibt es stets ein paar,
die sich in Pusteblumen
verwandeln
und versuchen,
mit dem Wind,
der sie auf die Erde brachte,
zu ihrer Mutter zurückzufliegen.

aus:  Die geheimnisvolle Welt der Mythen und Sagen. Augsburg 1995

"Ich lasse mich nicht unterkriegen."