Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Wohlbefinden

Heilkräuter

Wer sucht, findet, manchmal Dinge, die er gar nicht suchte. Spannend, es gibt ein Heilpflanzenhoroskop. Schaut mal, welche Pflanze ihr "seid".
Hier geht's um die Zwillinge, vom 21. Mai bis 21. Juni. Da heißt es:
Huflattich Das Gold der Lunge

Geselligkeit mit fröhlichen Menschen das Lebenselixier.
Die Konzentration erzeugt Ratlosigkeit im Revier.
Sucht ständig Anregungen, Eindrücke, ruhelos umhergehen.
Vermeidet dabei Komplikationen, will diese nicht sehen.
Die Stimmungsschwankungen rebellieren.
Fühlt sich zerrissen, mal traurig, will ignorieren.
Anlehnungsbedürftig und Freiheitsliebe sind
schwer zu vereinbaren.
Der Huflattich bleibt unentschlossen, schwankend,
liebt dabei Gefahren.

Zurück zu Ernst und Freude des Lebens, ein Rezept:

Huflattich mit Rührei
30 g gewaschene Huflattichblätter bzw. -blüten in leicht gesalzenem Wasser kurz aufkochen,
abkühlen lassen und gut auspressen. Blätter und Blüten in feine Streifen schneiden. 2 Eier
mit 20 g Milch, Salz, Muskat, Curry und Pfeffer verquirlen und unter das Gemüse mischen. In der Pfanne mit zerlassener Butter stocken lassen.

Hier könnt ihr als PDF ein Rezeptbuch runter laden mit leckeren Wildkräuterzepten.

Zu Heilzwecken bereitet man hauptsächlich einen Tee zu, vorzugsweise aus den Blüten, die man im Frühjahr erntet, aber auch aus den jungen Blättern, die sich bis in den Sommer hinein ernten lassen. Diese Blätter eignen sich auch als Gemüse oder im Salat.

Menüknopf
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Huflattich

Beinahe hätte ich geschrieben, mit Huflattich hatte ich bisher

nichts am Huf, aber so schlimm ist es mit mir noch nicht - es sind noch relativ normale Füße an den Beinen. Gesehen hat die Pflanze sicher schon jeder von euch, aber auch gewusst: das ist Huflattich? Und gewusst, was das kleine Kraut alles bewirken kann? Bei Heilkräuter im Lexikon findet ihr sehr viel Wissenswerte, aber ich gehe mal wieder zu den "kleinen" Leute.

Die Pflanze
Der winterharte Gemeine Huflattich zählt zur Familie der Korbblütengewächse. Der bis zu 0,5 cm dicke Wurzelstock treibt nach dem Winter Blütenstiele mit je einem Köpfchen aus. Zur Blütezeit sind die mit grünen bis rötlichen Schuppenblättern bedeckten, behaarten Stiele 5 bis 10 cm lang, zur Fruchtzeit beträgt die Länge 30 cm. Die Blütenkörbchen sind bis zu 13 mm breit. Die weiblichen Zungenblüten (mit Griffel und Fruchtknoten) sind in mehreren Reihen angeordnet. In der Mitte des Köpfchens sitzen auf dem hohlen Blütenboden etwa 35 Scheibenblüten, welche die Pollen zur Befruchtung liefern. Sie besitzen einen unfruchtbaren Fruchtknoten und voll entwickelte Staubblätter. Aus den Blüten entwickeln sich 3 bis 6 mm lange, mit einer Haarkrone versehene kahle Früchte. Nach der Blüte entwickeln sich die ausschließlich grundständigen Blätter, die am Anfang beidseitig weißwollig-filzig behaart sind und oberseits rasch verkahlen. Der Blattrand ist ein- bis zweifach gezähnt. Die herzförmig-rundliche, 20 bis 30 cm große Blattspreite ist deutlich vom Blütenstiel abgesetzt. Der Blütenstiel ist im Gegensatz zum Stiel der Gemeinen Pestwurz seitlich zusammengedrückt und glatt.

Zum Sammeln
Jahreszeit - die Blüten sammelt man bei schönem Wetter, wenn sie ganz entfaltet ist(Blütezeit: Februar bis März). Danach schnell trocknen. Die Blätter erntet man vor allem in den Monaten Mai und Juni. Bevorzugt werden junge, handtellergroße Blätter. Pflanzen die in der Sonne wachsen haben einen höheren Wirkstoffgehalt.
Die Blätter nicht waschen.

Was die Anwendungen betrifft, greife ich auf die bereits bewährte Seite von Kaesekessel zurück:

Anwendung:
Mit den schleimlösenden und entzündungswidrigen Eigenschaften der Huflattichblüten können wir sie bei Bronchitis, Kehlkopf- und Rachenkartarrh, Bronchalasthma und Brustfellentzündung, ja sogar bei bebinnender Lungentuerkulose einsetzen. Bei langwierigem Husten und quälender Heiserkeit sollte man öfters am Tag Huflattichtee mit Honig vermischt sehr heiß trinken.

Nachdem die Blätter mehr Wirkstoffe als die Blüten enthalten, sammelt man sie auch noch deshalb, um bei der Teebereitung eine Mischung von Blüten und Blättern verwenden zu können.

Von den Naturärzten des Altergums herrscht über den Huflattich ein großes Lob. Die frischen Blätter gewaschen und als zerdrückten Blätterbrei auf die Brust gelegt, helfen bei jeder schweren Lungenerkrankung, bei Rotlauf und bei Gewebeverletzungen, die blaurote Anschwellung und sogar bei Schleimbeutelentzündungen. Die Wirkung dieser Breiumschläge sind verblüffend. Umschläge mit starkem Absud von Huflattichblättern werden bei skrofulösen Geschwüren angewendet. Huflattichdämpfe, sowohl von Blüten als auch von Blättern, sollen bei chronischer Breonchitis mit einhergehenden Anfällen und erstickender Atemnot mehrmals am Tag eingeatmet werden. In kürzester Zeit stellt sich eine große Erleichterung ein. Gewschwollene Füße sollten Sie öfters in einen Absud aus Huflattichblättern baden.

Ein Sirup,
den wir aus Huflattichblättern bereiten können, bewährt sich bestens bei Lungenleiden und Bronchialkratarrh. In einen Tontopf oder in ein Grukenglas füllt man abwechselnd eine Schicht Blätter und eine Schicht Rohrzucker, läßt alles setzen und füllt solange nach, bis das Gefäß voll ist. Dann wird es mit zwei bis drei Lagen starkem Pergament oder Cellophan gut zugebunden und im Garten an einer geschützten Stelle in ein Erdloch gestellt. Man legt ein Brett drüber und gräbt den Topf oder das Glas mit Erde zu. Die gleichmäßige Wärme bewirkt einen Gärungsprozess. Nach acht Wochen gräbt man den Topf oder das Glas wieder aus und kocht den gewonnenen Huflattichsirup ein- bis zweimal auf. Ausgekühlt in kleinere, weithalsige Flaschen füllen. Dieser Sirup ist für die Winter- und Grippezeit unser bester Schutz. Man nimmt ihn teelöffelweise.

Bei Asthmaleiden, dauernden Bronchial- und Raucherschäden leisten im Frühjahr zwei bis drei Teelöffel von frischausgepreßten Saft der Huflattichblätter in einer Tasse Fleischbrühe oder warmer Milch ausgezeichnete Dienste.

Bei Venenentzündung kann man aus frischen, zerstoßenen Blättern und frischem Obers (Sahne) eine salbenartige Masse bereiten, die man auf die entzündeten Stellen legt und mit einem Tuch leicht abbindet. Frisch gepreßter Saft aus den Huflattichblättern ins Ohr geträufelt hilft bei Ohrenschmerzen.

Gegen wundgelaufene Füße legt man Huflattichblätter mit der Unterseite Richtung Fuß in die Socke.

Huflattich sollte grundsätzlich nicht länger als 3 Wochen eingenommen werden.

Nebenwirkungen:
Wild wachsender Huflattich kann je nach Standort beträchtliche Mengen an leberschädigenden Substanzen enthalten! Nicht für Schwangere oder Kleinkinder! Huflattich nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen.

Morgen, wenn es nicht wieder wie aus Eimern schüttet, fahre ich ins Gelände und suche nach Huflattich - und eröffne damit die Kräutersaison.

11. März 2009

Heilkräuter Startseite

Letzte Meldung:
bei unserer Tour am 21. März stoppten wir als erstes an einer "gelben Insel" - und fotografierten. Ja, das ist Huflattich.

Allerletzte Meldung - für eine Randgruppe:
Kräutertabak
Früher wurde der Rauch von Huflattichblättern inhaltiert, um die Atmung zu erleichtern.
Man kann die Blätter des Huflattichs auch als Kräutertabak verwenden oder mit normalem Tabak mischen, um eine leichtere Rauchmischung zu erhalten. Er schmeckt fein würzig und fördert die Tiefe der Atmung.