Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Wohlbefinden

Heilkräuter

Rezept

Holunderblüten in Kirschsoße


Zutaten:
8 Blüten vom Holunder
2 Eier von freilaufenden Hühnern
250g Mehl
1 Glas Wein
2 Eßlöffel Anisöl
10 Gramm brauner Zucker
1 Prise Salz, 1 Prise Kardamom

Holunderblüten vorsichtig waschen und abtropfen lassen. Mit einem Tuch abtupfen. Eiweiß vom Eigelb trennen und das Eiweiß in den Kühlschrank stellen. Mehl in eine Schüssel sieben und mit Wein, Öl, Eigelb, Zucker, Salz und Kardamom zu einem Teig rühren und 30 Minuten ruhen lassen. Das Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben. Die Holunderblüten in den Teig tauchen und ausbacken. Mit der Kirschsoße servieren.

Die Kirschsoße
500g reife Kirschen
1 Glas Rotwein
1 Eßlöffel Honig
1 Eßlöffel Kirschwasser Kirschen entkernen, aber die Hälfte zum Dekorieren zurücklassen.
In Rotwein kurz aufkochen, im Mixer pürieren und durch ein Sieb streichen.
Mit Honig und Kirschwasser abschmecken.
Guten Appetit!

Menüknopf
________________________________________________________________________________________________

Holunder

Meine Kenntnisse vom Holunder sind mehr als gering.

Ich weiß nur, wo sie wachsen und wie man Holunder-
blüten- und Holundergelee herstellt. Mir kam es bis
heute auf den Geschmack an, jetzt geht's um Gesund-
heit und Heilung. Eine sehr schöne Einleitung fand ich
bei Kerstin Pumm:

Volksnamen: Elhorn, Eller, Flier, Alhorn, Holder,
Holderbusch, Holler, Zibke, Kisseke, Keilken, Pisseke

Holunder - Sambucus niger L.
Holunder gehört neben der Kamille zu den bekanntes-
ten Pflanzen der Volksheilkunde.
Im Juni erfreut uns der Holunderbaum oder -strauch
mit seinen hell-leuchtenden Blüten, im September mit
glänzend-schwarzen Beeren.
Der Holunder kann bis zu 10 m hoch werden, auffallend
ist der Geruch der Blüte, der nach persönlicher Em-
pfindung von angenehm bis unangenehm eingestuft
werden kann.
Holunder wächst an Waldrändern, auf sonnigen Waldschlägen oder in stark gelichteten Wäldern, wir finden ihn aber auch in der Nähe menschlicher Ansiedelungen und auf Schuttplätzen.

Bereits in der Mythologie spielte der Holler eine große Rolle, wurde er doch zum Wohnsitz der schützenden Hausgöttin, Frau Holle, erhoben.
Schon vor Christi wurde Holunder von Theophrast von Eresos beschrieben und die Schüler Hippokrates’ zeichneten eine Reihe von Heilwirkungen auf.
Auch Plinius Secundus berichtete über den Strauch.
Interessant in der Geschichte des Holunders ist die von Albertus Magnus (ca. 1250 nach Christi) aufgeschriebene und von anderen Heilkundigen seiner Zeit bestätigte These, dass die innere Rinde des Baumes, von oben nach unten abgeschabt, ein Abführmittel, aber von unten nach oben abgeschabt, ein Brechmittel sei.

Um den Holunder ranken sich eine Vielzahl von Volksbräuchen und -sitten. So galt es als sicheres Todesurteil, einen Holunder zu fällen.
Wen wundert es, dass der Holunder noch heute fest in der Volksmedizin verankert ist. Seine Schößlinge und jungen Blätter werden von April bis Mai, die Blüten bei sonnigem Wetter im Juni und die Mittelrinde der Wurzeln von Februar bis Ende November gesammelt. Im Februar/März sowie in der Zeit zwischen Oktober und November sammelt man auch die abgeschabte Mittelrinde der Äste und des Stammes und September ist die Sammelzeit für die ausgereiften Beeren.

Neben dem beschriebenen Schwarzen Holunder kommen in unseren Breiten noch der Zwergholunder und der Rote Holunder vor. Während der Zwergholunder ebenfalls Heilwirkungen besitzt, bestehen diese beim Roten Holunder nicht.

Zur Beachtung
Besonders bei der Anwendung der Rinde und Wurzel des Holunders müssen die Mengenangaben gut beachtet werden, da eine Überdosierung zu Erbrechen, starkem Durchfall und Entzündungen in Magen, Darm und Nieren führen kann.

Die Beeren des Schwarzen Holunders sind niemals roh einzunehmen - sie müssen vor der Einnahme immer leicht gekocht werden!

Geschichte und Mythologie
In der Zeit, in der die Menschen an das göttliche Walten der Frau Holle glaubten, war es streng verboten, einen Holunderbusch zu fällen oder zu beschädigen. Man glaubte, wer ihn fälle, werde unweigerlich von einer Krankheit befallen. Noch aus dem 17. und 18. Jahrhundert wird berichtet, daß die Menschen den Busch um Verzeihung baten, wenn sie ihn fällen mußten, um zum Beispiel Heilmittel herzustellen. Von einem schlesischen Brauch wird berichtet: Bevor man etwas Holz vom Holunderbusch abbricht, muß man die Hände falten, niederknien und den Strauch um Vergebung bitten mit den Worten: Frau Elhorn, gib mir was von deinem Holze, dann will ich dir von meinem auch was geben, wenn es wächst im Walde".

Eine der Heilwirkungen
Die abgeschabte Rinde und die zerkleinerten Wurzeln des Lieblingsbaumes der Frau Holle waren als wirksame Mittel eingesetzt, um die Harnausscheidung anzuregen. Sie werden auch heute noch bei Harnverhalten und zum Entwässern bei Wasseransammlungen im Körper angewendet. Der Kirchenlehrer Albertus Magnus hat im 13. Jahrhundert gar die Erkenntnis verbreitet, daß die innere Rinde als Abführmittel wirkt, wenn man sie von oben nach unten schabt. Wird sie umgekehrt von unten nach oben von den Zweigen geschabt, wirkt sie als Brechmittel. Bis heute steht die alte Regel in vielen Kräuterbüchern. Auch Blätter, Rinde und Wurzel haben eine laxierende, emetische und diuretische Wirkung.

11. März 2009

Heilkräuter Startseite