Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Wohlbefinden

Heilkräuter
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Meine Freundin und Heilpraktikerin Brigitte brachte mich auf die Idee, der "Gundelrebe" Aufmerksamkeit zu schenken. Warum? Muss man das wirklich genau wissen? Darum: auf Zuruf Recherche. Hier ist ein Text von der Seite Botanikus:

Man kann sie leicht übersehen, die Gundelrebe oder Gundermann, wie diese kleine Pflanze auch genannt wird. So kriecht der vierkantige Stengel zum Teil auf der Erde, nur der obere, blühende Teil, reckt sich gen Himmel. Auffällig sind die kleinen blauen Lippenblüten, die in den oberen Blattachseln stehen. Die Blätter haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Efeublättern (Hedera helix), daher trägt die Gundelrebe auch den botanischen Artnamen hederacea, was soviel bedeutet wie efeuähnlich. Feuchten und nährstoffreichen Boden braucht die Pflanze, und sie besiedelt daher gerne Ufern, Wiesen, Weiden und Auen. Die Gundelrebe ist recht häufig zu finden; in den Alpen wächst sie noch bis zu 1500 m Höhe.
Die Gundelrebe kann für uns Menschen eine Heilpflanze, für Pferde allerdings eine Giftpflanze sein. Die Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe, Vitamin C, Kalium, einige organische Säuren sowie Saponin, ätherisches Öl und der bislang unerforschte Bitterstoff Glechomin. In der Schulmedizin wird die Pflanze allerdings nicht verwendet, die Volksmedizin nutzte das Kraut bei Katarrhen, Blasenleiden, Magenverstimmungen, Appetitlosigkeit, Galle-, Leber- und Nierenbeschwerden sowie zum Spülen bei Mund- und Rachenentzündungen. Auch als Tonikum kann man die Gundelrebe verwenden, so z. B. als Zugabe zum Salat (schmeckt scharf) oder auch als Tee. Kräuterpfarrer Kneipp verordnete Gundelrebentee bei Brust- und Magenverschleimung. Eine längere Einnahme sollte allerdings vermieden werden.
Eine Gefahr besteht für Pferde, die Gundelrebe fressen. Eine Vergiftung zeigt sich in Pupillenerweiterung, Zittern, Schweißausbrüchen, Schleimausfluss, röchelndem Atem und Husten; es kann auch die Herzfrequenz ansteigen, Todesfälle sind nicht ausgeschlossen. Die getrocknete Pflanze verliert erst nach Wochen die Wirkung der Bitterstoffe. Rinder und Schafen vertragen große Mengen der Pflanze allerdings problemlos.
Bei den alten Germanen soll die Gundelrebe eine wichtige Heilpflanze gewesen sein, auch Hildegard von Bingen (1098 – 1179), die heilkundige Äbtissin aus dem Benediktinerkloster Rupertsberg empfahl die Gundelrebe bei Bronchialkatarrhen und zur Wundbehandlung.
Tabernaemontanus (1520 – 1590) widmet in seinem Kräuterbuch 1 ½ Seiten der Gundelrebe und er schreibt unter anderem: “Es ist dies Kraut gut wider die Würm/wann man das Pulver den Kindern einbringen kann/dann es tödet dieselbige (er meint wohl die Würmer, nicht die Kinder !?) Diß Kraut samt Stengel und Blumen gepulveret/ oder ein Tranck daraus gemachet/ ist gut den Schwindsüchtigen und die Eiter auf der Brust haben.”
Im Volksglauben sollte man 5 oder 7 Blätter in einem ungebleichten Tuch um den Hals hängen, damit der Brand im Mund verrieben wird.
Der botanische Gattungsname ist Glechoma und leitet sich ab vom griechischen glechón, wohl die damaligen Bezeichnung für diese Pflanze(n). Den botanischen Artnamen habe ich bereits oben im Text erklärt, daher kommt auch der teils gebräuchliche Name Erdefeu. Im Niederdeutschen hieß die Pflanze auch Kiek daer´n Zunn (schau durch den Zaun), im fränkischen Gunnelreif, im schwäbischen Wald-Uschla und in der Schweiz nannte man die Gundelrebe auch Frauarebli und Grundrebli.

Einen sehr guten Beitzrag fand ich bei Kaesekessel - daraus mal einen Auszug zur Anwendung:

Anwendung:
Entschlackend, schleimlösend (Atemwege), entzündungshemmend, appetitanregend und verdauungsfördernd.

Die Blätter der Gundelrebe lassen sich das ganze Jahr über als Zutat zu Quarkaufstrich, Kräuterbutter, Gemüsegerichte, Suppen und Salate verwenden.

Innerlich:
Bei chronischen Krankheiten wie Bronchitis, Schnupfen, Schleimhautentzündungen, stärkt Herz und Kreislauf, Kräftigungsmittel bei allen langwierigen und hartnäckigen, zehrenden Krankheiten, langwierige Stoffwechselerkrankungen wie Magenschleimhautentzündung, immer wenn Eiter entstanden ist, auch bei eitrigen Bronchialerkrankungen, Harn- Blasen- Nierenentzündungen, bei chronischem Schnupfen und Husten, Heuschnupfen, Verschleimung der Lungen und Ohrenklingeln durch Schleimansammlung. Ein Tee aus den Blättern und Blüten soll helfen Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten.

Den Tee macht man wie normalen Kräutertee
Menge: 3 mal am Tag 1 Tasse bis zum Abklingen der Beschwerden, wobei das frische Kraut viel besser wirkt als das Getrocknete. Ich verwende hier 2 - 3 junge Triebe pro Tasse

Die Wirkung von Gundermann soll durch Kochen in Ziegenfett verstärkt werden, da sich die im Gundermann befindlichen ätherischen Öle darin besonders gut lösen und regelmäßig getrunken soll dieses Gundermannfett die Lunge reinigen. Also bei mir wird Ziegenfett fest und überzeugen tut mich die Wirkung auch nicht wirklich.

Gundermannblätter im Schatten getrocknet (nicht im Backofen!) zu Pulver gemahlen und eine Prise als Schnupftabak verwendet, soll gegen dumpfe, lang anhaltende Kopfschmerzen helfen.

Äusserlich:
Bei Ausschlägen, Ekzemen, Ischiasleiden und Gicht, kann man ein Bad mit Gundermann machen um die Muskeln und Gelenke zu kräftigen.

Bad:
Herfür nimmt man 5 Handvoll Gundermannkraut in 5 Liter Wasser aufkochen, abseihen und dem Badewasser zufügen. Für Teilbäder reicht entsprechend weniger. Richtwert: Pro Liter eine Hand voll.

Auch helfen Auflagen aus frisch abgekochten und in Leinsäckchen gegebenen Kräutern.

Gundermann kann man auch als Tinktur oder Öl verwenden

Bei eiternden, schmerzenden Zähnen und wundem Zahnfleisch kann man eine Spülung mit Gundermann machen. Rezept wie das Bad. Dieser Sud als Gesichtswasser (kalt werden lassen und dann erst absieben) reinigt die Haut und soll gegen Akne helfen. Ausprobiert habe ich das noch nicht.

In homöopathischer Form wird Gundermann bei Hämorrhoiden und Durchfall gegeben.

Die Bachblüten dieser Pflanze sollen folgendes machen:
Alte unverstanden Gefühle in Ordnung bringen, alte Verhaltensmuster erkennen und transformieren, vor allem diejenigen, die man bisher selbst nicht bemerkte. Bringt Fülle, Kraft und Weiterentwicklung, hilft dabei, die feineren Eigenschaften des eigenen Wesens zu entwickeln, fein abzustimmen und zum Ausdruck zu bringen. Es festigt die eigene Basis, bringt Vertrauen in sich selbst, egal wo man sich gerade befindet.

Im Naturgarten ist der Gundermann ein schöner, früh und lange blühender Bodendecker.

Gundermann in der Küche:
Gundermann Kräutersalz
Getrocknete Gundermannblätter klein reiben und mit Salz, am Besten grobem Meersalz, mischen. Das Ganze gibt ein aromatisches Gewürzsalz. Hierfür kann man auch noch andere Kräuter wie Quendel, Blätter der Pastinake, Schafgarbe oder Dost verwenden oder sie alternativ miteinander mischen.

Frischer Gundermann fein geschnitten gibt Quark, Butter oder Frischkäsen einen würzigen Geschmack.

Eierpfannkuchen, die statt mit Zucker mit Salz und Pfeffer gewürzt werden, schmecken mit Gundermann, Bärlauch, Veilchen- und Gänseblümchenblüten und etwas Wiesenschaumkraut, alternativ auch mit anderen essbaren Wildkräutern je nach Jahreszeit, prima, wenn man in den Teig etwas rezenten Käse reibt. Einfach die Wildkräuter klein schneiden und in den Teig geben, die Blüten kann man ganz lassen.

Eigene Erfahrungen mit Gundermann
2004 habe ich mit meiner ersten Gundermannkur wegen meines chronischen Schnupfens begonnen, allerdings hatte ich nicht genug davon geerntet um durch den Winter zu kommen und das was ich hatte, ist mir im Winter feucht geworden und beim Trocknen komplett verdorben, aber die kurze Kur von etwa 4 Wochen hat sich auf jeden Fall positiv auf meinen chronischen Schnupfen ausgewirkt. Bereits die erste Tasse Tee gab mir das Gefühl, dass sich alles löst und dass mir dieses Kraut einfach gut tut. Der Wirkung der Appetitanregung kann ich zustimmen, wobei ich dabei nicht zunehme, sondern erstaunlicher Weise eher abnehme. Im Frühjahr 2005 habe ich mit dem ersten blühenden Gundermann wieder begonnen meinen Tee zu trinken, die Haut wurde besser, der Schnupfen löste sich, die Verdauung und meine Regel verbesserten sich auffällig. Versuche nach der Blütezeit mit getrocknetem Kraut stellten sich als Unwirksam heraus. Gundermannöl schmeckt so furchtbar, dass ich es nicht herunter bekomme, auch die Tinktur überzeugte mich nicht im geringsten. Seit 2005 wiederhole ich die Teekur in jedem Frühjahr und mache Versuche mit dem Konservieren - bisher mit mässigem Erfolg.

Meine Freundin trinkt Gundermanntee jetzt auch schon seit 2004 immer mal wieder. Bei ihr wirkt er sich positiv auf ihren Heuschnupfen aus. Sie meint: "Mit Gundelrebentee wird mein Heuschnupfen fast genauso gut wie mit den Medikamenten, nur ohne Nebenwirkungen". Gegen Hautausschläge wäscht sie ihre Haut mit Gundelrebentee und lässt die Haut an der Luft trocknen. In der Zwischenzeit sind diese Erfahrungen schon von einigen anderen Leuten in meinem Bekanntenkreis bestätigt worden.

Folgendes Rezept stammt ebenfalls von dieser Freundin:

Nasentropfen gegen Heuschnupfen
250 ml Wasser
1/4 Teel. Meersalz
1/2 Teel. Gundermann
1 Teel. Salbei

Wasser mit Salz kochen, Salbei und Gundermann hinzugeben, 10 Minuten ziehen lassen, absieben, mit einer Pipette in die Nase träufeln

Gundermann ist als Gewürz oder Frischkräuterzutat in unsere Küche eingezogen und wird gern von uns gegessen.

Nebenwirkungen:
Beim Menschen sind beim normalen Gebrauch von Gundermann keine Nebenwirkungen bekannt.

Gundelrebe

Menüknopf

11. März 2009

Rezepte:

Gundelrebe-Brotaufstrich

Zutaten:
Gundelreben-Blätter
Hirtentäschelkraut
Schafgarbe
Schnittlauch
Petersilie
Speisequark oder Butter

Zubereitung:
Man hackt junge Gundelreben-Blätter mit Hirtentäschelkraut, Schafgarbe oder anderen Kräutern fein, gibt etwas Schnittlauch und Petersilie dazu und mischt mit Speisequark oder Butter.


Gundelreben-Pesto

Zutaten:
Gundelreben (Blätter und Blüten)
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Die Gundelrebenblätter und -blüten werden nach dem Morgentau gesammelt und frisch verarbeitet. Man hackt Blüten und Blätter sehr fein, gibt die Masse in ein Glas, mischt mit Salz und Pfeffer und gibt so viel Olivenöl dazu, dass die Masse bedeckt ist. Am nächsten Tag füllt man evtl. etwas Olivenöl nach.
Die Sauce schmeckt sehr gut zu Brot, Pasta, Crostini, Reis und Fleischgerichten.
Die Sauce sollte innerhalb 4 Wochen verbraucht werden.

Kopfschmerz-Salbe, Gundelrebe

Zutaten:
100 g Gundelreben
Butter
Bienenwachs, gelb

Zubereitung
Das gedörrte Gundelreben- Kraut wird mit soviel Butter auf das Feuer gebracht, dass es damit bedeckt ist und ca. 1 Stunde leicht gekocht. Hierauf wird es durch ein Tuch gepresst und nochmals auf dem Feuer mit gelbem Bienenwachs zur Salbenkonsistenz eingekocht.

Ohrgeräusch-Tropfen

Zutaten:
Gundelreben-Saft

Zubereitung
Bei Ohrgeräuschen und Ohrensausen träufelt man ausgepressten Gundelreben- Saft ins Ohr. Parallel sollte man täglich mit einem Aufguß der Gundelrebe eine Dampfinhalation vornehmen oder man verwendet den Gundelreben-Saft mehrmals täglich als Nasentropfen.
Alternativ kann man mit Gundelreben-Tee einen Umschlag machen und diesen nachts hinter den Ohren festbinden.
Herstellung des Gundelreben-Tees: 1 Teelöffel Gundelreben mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Stress-Kekse

Zutaten:
Gundelreben
Butterkeks-Teig

Zubereitung
Dieses Rezept stammt von Hildegard von Bingen und hilft bei Schwäche durch geistige Überanstrengung.
Die Gundelreben werden im Schatten getrocknet und pulverisiert. Man mischt einen Anteil von 5 Prozent des Pulvers in einen Butterkeksteig.

Frühlings-Tee

Zutaten:
1 Teil Brennessel
1 Teil Löwenzahn
1 Teil Birkenblätter
1 Teil Gundelreben

Zubereitung
1 Teelöffel der Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. 3 mal täglich 1 Tasse 4 Wochen lang. Anwendung vorwiegend im Frühling.
Dieser Tee wirkt entwässernd und entschlackend und sorgt hierdurch für reine Haut.

Hier steht bald ein eigenes Foto, wenn wir die Gundelrebe  auf unseren Streifzügen gefunden haben.

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