Zum Fliegen braucht man auch kleine Federn

Sternsinger

... überall in Deutschland gehören bunt kostümierte Sternsinger in dieser Woche zum Straßenbild. Zwischen Neujahr und dem 6. Januar, dem kirchlichen Hochfest „Erscheinung des Herrn“, ziehen sie bei Wind und Wetter von Haus zu Haus. Sie singen vor Tannenbäumen und Krippen, verbreiten Weihrauchduft in Geschäften, Altenheimen oder Krankenhäusern, posieren mit Politikern und Bischöfen.

Ehe sie weiterziehen, hinterlassen sie meist auf dem Türsturz einen Schriftzug: „20 C+M+B 08“. Die Zahlen stehen für das neue Jahr, die Buchstaben freilich nicht für Caspar, Melchior und Balthasar, wie die „Heiligen Drei Könige“ der Legende nach hießen, die nach der biblischen Überlieferung einem Stern folgten und denen sich Gott als Menschenkind in Bethlehem offenbarte. Nein, CMB, das müssen schon die jüngsten Sternsinger wissen, ist die Abkürzung für den Wunsch, der Segen Gottes möge auf diesem Haus ruhen: Christus mansionem benedicat.

Zitiert aus FAZ - Frankfurter Allgemeine

Oft klingelt es nachmittags nicht,  wenn Susanne schon bei mir

weilt. Auf mein erstauntes "Hallo" tönte es durch die Sprechanlage zurück: "Die Sternsinger". Häh? Es stapfte die Treppen rauf, und drei "Königskinder" nebst einer etwas älteren Begleitperson standen vor mir. Ja, die waren bzw. sind lieb. "Kinder sammeln für Kinderprojekte", wurde mir erklärt, dem Unwissenden, der dem protestantischen Norden entsprungen ist und für Bettelei im Allgemeinen weniger als gar nichts übrig hat. Susanne dagegen kannte die Aktion und hatte schon mal Geld geholt. Es ist immerhin eine gute Sache, wenn sich Kinder, die im Wohlstand leben, für Kinder einsetzen, die unter Armut und Hunger leiden.
Ich informierte mich im Internet, fand einen Artikel in der FAZ, nebenstehend in Auszügen abgedruckt.

Natürlich wurde ich an meine Kinderzeit erinnert, als wir für diesen und jenen Zweck auf die Straße geschickt wurden, um Geld einzusammeln, das auf anderen Wegen offensichtlich nicht zu beschaffen war. Immerhin soll nun der Segen Gottes auf dem Haus ruhen, in dem es nach meiner Vermutung nicht mit rechten Dingen zugeht. Darum würde ich erbitten, dass die Mitbewohner mir mit ihrer Musik nicht morgens um 4 Uhr das Gefühl vermitteln, ich wohnte über einer Disco.

Heute Mittag erst hatte ich  einen interessanten zum Thema passenden Briefwechsel per Mail mit einer "Freundin", und bat sie, ob ich nicht unser Gespräch  hier veröffentlichen dürfe. Wenn ihr "okay" kommt, gibt es eine Ergänzung mit einem Text, der sehr friedliche, aber nicht ganz ungegensätzliche Standpunkte zur Kirche beschreibt.

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