Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Große Geister

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Carl Gustav Jung

5. März 2010

"Vocatus atque non vocatus deus aderit": Gerufen oder ungerufen - Gott steht uns bei.
Wahlspruch von Carl Gustav Jung

"Fürchte nicht das Chaos, denn im Chaos wird das Neue geboren".

"Das Treffen zweier Persönlichkeiten ist wie der Kontakt zweier chemischer Substanzen: Wenn es eine Reaktion gibt, werden beide transformiert".

"Alles was uns an anderen mißfällt, kann uns zu besserer Selbsterkenntnis führen".

"Man wandelt nur das,
was man annimmt".

"Das einzig lebenswerte Abenteuer kann für den modernen Menschen nur noch innen zu finden sein".

"Das Sprichwort «Wo ein Wille ist, da ist ein Weg» drückt nicht bloß ein germanisches Vorurteil aus. Es ist ein Aberglaube des modernen Menschen im allgemeinen. Um diesen Glauben aufrechtzuerhalten, kultiviert er auf der anderen Seite einen bemerkenswerten Mangel an Introspektion. Er steht der Tatsache blind gegenüber, daß er bei aller Vernünftigkeit und Tüchtigkeit von «Mächten» besessen ist, über die er keine Kontrolle hat".

"Der Mensch trägt immer seine ganze Geschichte und die Geschichte der Menschheit mit sich".

" Der amerikanische Psychologe William James hat bereits vor längerer Zeit betont, dass der Begriff des Unbewussten mit dem Begriff des «Feldes» in der Physik vergleichbar sei. Wie ein Teilchen, das in ein elektromagnetisches Feld gerät, in bestimmter Art angeordnet wird, so scheinen auch Vorstellungen im Bereich des Unbewussten autonom angeordnet zu werden. Ja, was wir nachträglich in unserem Bewusstsein als «vernünftig» oder «einleuchtend» bezeichnen, dürfte nur deshalb auf uns so wirken, weil unsere bewusste Überlegung mit gewissen vorbewusst angeordneten Inhalten übereinstimmt".

"Die Paradoxie gehört sonderbarerweise zum höchsten geistigen Gut; die Eindeutigkeit aber ist ein Zeichen der Schwäche".

Es ist nämlich gefährlich, sich zur geistlichen Armut zu bekennen; denn wer arm ist, begehrt, und wer begehrt, zieht ein Schicksal auf sich. Ein schweizerisches Sprichwort sagt es drastisch: «Hinter jedem Reichen steht ein Teufel, und hinter jedem Armen - zwei.»

"Es ist wahrscheinlich noch schwieriger, sich vom Guten zu befreien als vom Bösen".

"Es lohnt sich, geduldig zu beobachten, was in der Seele im Stillen geschieht, und es geschieht das Meiste und Beste, wenn es nicht von außen und oben hineinreglementiert wird. Ich gestehe es gerne: Ich habe eine solche Hochachtung vor dem, was in der menschlichen Seele geschieht, daß ich mich scheuen würde, das stille Walten der Natur durch täppische Zugriffe zu stören und zu entstellen".

"Ich möchte niemand anderem einen Weg vorzeichnen, denn ich weiß, daß mir der Weg von einer Hand vorgeschrieben wurde, die weit über mich hinausreicht".

"Kindisch ist nicht nur, wer zu lange Kind bleibt, sondern auch wer sich von der Kindheit trennt und meint, daß das, was er nicht sieht, nicht mehr existiere".

"Obgleich das zivilisierte Bewußtsein sich von den grundlegenden Instinkten losgelöst hat, sind die Instinkte nicht verschwunden; sie haben lediglich ihren Kontakt mit dem Bewußtsein verloren. Daher waren sie gezwungen, sich auf indirekte Weise bemerkbar zu machen, nämlich durch das, was Janet als «automatismes» bezeichnet hat, oder im Falle einer Neurose durch Symptome, oder im Normalfall durch alle möglichen Zwischenfälle wie unerklärliche Launen, unerwartete Vergeßlichkeit, Irrtümer und so weiter".

"Was wir Instinkte nennen, sind physiologische Impulse, die mit den Sinnen «aussen» wahrgenommen werden. Gleichzeitig erscheinen sie aber auch «innen» in Phantasien und verraten ihre Gegenwart oft durch symbolische Bilder. Diese «inneren» Erscheinungen sind es, die ich als Archetypen bezeichne. Ihren Ursprung kennt man nicht; sie tauchen jederzeit auf, überall in der Welt".

"Auch das glücklichste Leben ist nicht ohne ein gewisses Maß an Dunkelheit denkbar; und das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren, hätte es nicht seinen Widerpart in der Traurigkeit".

Mein Buch, das Anthony Stevens über C.G. Jung schrieb, wanderte in Susannes Hände - ich gab es ihr mit den besten Gefühlen, für einen Mann, der mir geistig sehr nahe steht mit seiner Auffassung oder Einstellung zum Menschen, seiner Rolle und seiner Geschichte. Jung war Humanist im besten Sinne, erinnerte mich an Erich Fromm und Ronald D. Laing, die das Böse aus ihren Betrachtungen verbannt hatten.

Zur Erhellung von Person und Persönlichkeit wählte ich einen Text aus Stangels Arbeitsblättern:

Jung war der Mystiker unter den Vätern der Psychoanalyse, denn während Freud vieles vom Sexualtrieb ableitete und Adler den Machttrieb in den Vordergrund stellte, sah der humanistisch denkende und in protestantischer Tradition aufgewachsene Schweizer Jung das Individuum in Verbundenheit mit den "Ahnen", also durchaus heidnisch als magisches Wesen. Er lebte mit dem Bewußtsein, in eine Familie geboren worden zu sein, die sich aufs Visionäre verstand: der eine Großvater war Geistlicher und hatte tatsächlich mit "Geistern" Kontakt, der andere war Freimaurer und ein Hoch-Eingeweihter in esoterischen Praktiken. Er galt als ein unehelicher Sohn Goethes. Jung war sich dessen sicher und betonte zeitlebens die Abstammung von dem Dichterfürst. Seine Mutter fiel regelmäßig in Trance und gab dann seltsame Worte und Töne von sich, sie verkehrte in diesen Zuständen ebenfalls mit Geistern und blieb dem Sohn immer ein rätselhaft, geheimnisumwittertes Wesen. Zwar Mutter, aber doch auch Fremde - anziehend und furchteinflößend schrecklich zugleich.

In der Jungschen bzw. Analytischen Therapie gilt der Traum als der wichtigste Wegweiser zum Unbewußten. Hier findet die Begegnung mit den Archetypen statt, die durch die Traumbilder zu uns sprechen. Einer der wichtigsten Aspekte jeder Therapie liegt für Jung daher in der Individuation, in der Selbstwerdung, in der Begegnung mit "dem Göttlichen in uns selbst".  Jungs Reise ins Reich der Mythen und Symbole hat zu einer materialreichen Sammlung geführt, die zum Gegenstand philosophischer und anthropologischer Forschung geworden ist. Vor allem in sinnsuchenden und literarischen Kreisen traf und trifft seine Weltanschauung auf Interesse. Ausgangspunkt und einziges Erkenntnismittel im Hinblick auf die Erforschung der psychischen Realität ist für C.G. Jung die "Erfahrung", wobei damit vor allem die "innere" Erfahrung gemeint ist, also das Bewußtwerden seelischer Inhalte. Jung greift dabei auf persönliche Erfahrungen, Erfahrungen seiner Analysanden und auf den Niederschlag gesamtmenschheitlicher Erfahrungen in der Geistesgeschichte zurück und gewinnt so seinen empirischen Zugang zur Seele. Im Gegensatz zu Freud begreift Jung das Unbewusste neben dem Aspekt des persönlichen Unbewussten noch in einem kollektiven Sinne. Nach seinem Verständnis haben die aus allen Kulturen überlieferten Mythen und Märchen ihre Wurzeln in individuellen Träumen und Visionen, die zugleich stellvertretenden Charakter haben.

Seine Haupttätigkeit besteht darin, Tatsachenmaterial zu sammeln, dieses zu beschreiben und dann zu erklären. Die sich daraus ergebenden Ansichten betrachtet Jung selbst "als Vorschläge und Versuche zur Formulierung einer neuartigen naturwissenschaftlichen Psychologie, welche sich in erster Linie auf die unmittelbare Erfahrung am Menschen gründet". So versteht Jung sein Theoriegebäude weder als ein in sich abgeschlossenes System noch als ein zur Wissenschaft erhobenes Dogma. Grundthese und Ausgangsbasis aller Jungschen Überlegungen ist die Annahme der "Wirklichkeit der Seele". Als leibseelisches Wesen hat der Mensch Anteil an der seelischen Wirklichkeit. Damit fragt Jung nicht nach der Seele des Menschen, sondern nach der Qualität der Beziehung des Menschen zur seelischen Wirklichkeit.

Informationen zu "Lehre und Werk"kommen von der Seite uni-protokolle:

Carl Gustav Jung hat mit seinem Werk nicht nur die Psychotherapie sondern auch die Psychologie Theologie Völkerkunde Literatur und Kunst beeinflusst. In die Psychologie sind vor allem seine Begriffe Komplex Introversion und Extraversion eingegangen. Ein Komplex ist eine Konstellation von Gefühlen Gedanken Wahrnehmungen und Erinnerungen die sich um einen bestimmten bedeutenden Zusammenhang gesammelt haben und mit diesem Kern des Komplexes assoziiert sind. Komplexe die in das Unbewusste verdrängt sind können im Bewusstsein als "Affekt" erscheinen. Ein Beispiel: Ein Mutterkomplex ist das Kernelement des Komplexes. Alle Gefühle Gedanken Wahrnehmungen und Erinnerungen die direkt oder indirekt mit der Mutter zu tun haben werden von dem Kernelement des Komplexes angezogen und sind mit ihm assoziiert. Sie werden so dem Bewusstsein entzogen und können die bewusste Absicht stören. Als extravertiert bezeichnete er einen Menschen dessen Verhalten auf die äußere objektive Welt ausgerichtet und von ihr geleitet wird. Introvertierte Menschen sind dagegen auf ihre innere subjektive Welt ausgerichtet und verhalten sich nach ihr.

Persönlichkeitsstruktur : Das Ich ist nur eine Komplex unter vielen anderen. Es ist aber gleichzeitig auch das Zentrum des Bewusstseins. Bewusst wahrnehmen kann man folglich nur Dinge die mit dem Ich-Komplex assoziiert sind. Das persönliche Unbewusste besteht meist aus gefühlsbetonten Komplexen sowie aus Verdrängtem Vergessenem oder Ignoriertem. Die "Persona" (grch.: Maske) dient der Anpassung an die Außenwelt im Sinne eines normativen sozialverträglichen Verhaltens. Sie ist nicht mit dem Ich identisch eher dem Über-Ich Freuds ähnlich.

Der "Schatten" ist die dunkle Seite der Persönlichkeit . In ihm werden alle Teile der Persönlichkeit zusammengefasst die aus verschiedenen Gründen (noch) nicht vom Individuum angenommen wurden. Das sind meist Verhaltensweisen oder Einstellungen die der Einzelne vor seinen Mitmenschen regelmäßig verbirgt und sich zuweilen selbst nicht eingesteht. Die schlechten Eigenschaften die man missliebigen Mitmenschen gern vorwirft oder Feinden unterstellt entspringen meist der eigenen Seele und suchen sich einen Träger außerhalb der eigenen Persönlichkeit ("Projektion") weil das Individuum moralisch noch zu gering entwickelt ist diese vermeintlich verachtenswerten Eigenschaften sich selbst zuzuschreiben. Auf dem Weg zur Ganzwerdung der Persönlichkeit muss der Schatten aber integriert werden. Die "Integration" ist dabei Jungs Metapher für den Prozess der Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenseiten der ein vorwiegend moralisches Problem darstellt und vom Individuum beträchtliche seelische Anpassungsleistungen erfordert. Die Integration des Schattens ist auf dem Weg zur "Individuation" nur ein erster Schritt aber einer der zwingend erforderlich ist und nicht ausgelassen werden darf. Zu Beginn der Lebensmitte steht die Integration des eigenen Anteile des jeweils anderen Geschlechts im Vordergrund d.h. für einen Mann seine Anima und für eine Frau ihren Animus.

Das "Kollektive Unbewusste" besteht aus ererbten Grundlagen der Menschheits geschichte . Auf ihm beruhen alle entwicklungsgeschichtlich jüngeren Persönlichkeitsstrukturen wie etwa dem Ich. Im kollektiven Unbewussten manifestieren sich Archetypen . Archetypen sind universell vorhandene Urbilder in der Seele aller Menschen unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur. Dazu zählen Gegenstände und Lebewesen aus der Umwelt wie etwa Bäume oder Bären. Die Existenz der Urbilder konnte Jung mit seinen Mitarbeitern nachweisen indem er Menschen die nachweislich noch nie einen Baum oder einen Bären gesehen hatten und auch nicht mit Massenmedien in Berührung gekommen waren ihre Träume malen ließ. Darauf malten sie deutlich Bäume und Bären. Jung recherchierte Jahrtausende altes Material aus vielen Kulturen und stellte in den Darstellungen fest dass bestimmte Bilder Motive und Symbole immer wieder auftauchten unabhängig voneinander. Andere Urbilder treten dem Menschen in seinen Träumen vor Augen. Dazu gehören der "Schatten" "Anima" und "Animus" der oder die alte Weise das Mandala der Abstieg der Seele zum Wasser der Abstieg ins Totenreich das Numinose und andere.

Archetypen sind "Energiekomplexe" die besonders in Träumen Neurosen und Wahnvorstellungen ihre Wirkmacht entfalten. Jung erklärt eine Psychose die unter anderem dann entstehen kann wenn eine Neurose nicht behandelt wird als Überhandnehmen des Unbewussten dass sich des Bewusstseins bemächtigt um dessen Einstellung zu korrigieren und das Individuum auf dem Weg zur Ganzwerdung zu befreien. Die nun wirksamen Archetypen zielen darauf ab die Gesamtpersönlichkeit wieder ins Lot zu bringen indem sie urzeitliche durch Numinosität sehr attraktive Zielbilder ins Bewusstsein aufsteigen lassen. Diese Bilder und die Beschäftigung der Seele mit ihnen haben die Aufgabe der Persönlichkeit eine fundamentale Balance zurückzugeben Sinn und Ordnung zu stiften. Sie manifestieren sich daher in symbolischen Bildern universeller Gültigkeit die einen beträchtlichen Anteil am Leben eines jeden haben. Das Selbst ist das Zentrum der Persönlichkeit. In ihm werden alle gegenläufigen Teile der Persönlichkeit zusammengefasst und vereinigt. Es ist das Ziel des lebenslangen Individuationsprozesses der im wesentlichen daraus besteht möglichst große Teile des Unbewussten dem Bewusstsein einzugliedern. Die "Individation" setzt immer neue und umfassendere Anpassungsleistungen der Persönlichkeit voraus und in Gang. Er findet auf der "Ich-Selbst-Achse" statt.

Kritisiert wird Jungs Theorie vor allem durch seinen ehemaligen Lehrer Freud und durch einige Kreise der akademischen Psychologie die in Jungs Konzepten mehr ein schwankendes bis zur Beliebigkeit reichendes Herumdeuteln an Träumen sehen. Sie sehen in dem Konzept eine hermeneutische Beschäftigung die sich nach ihrem Verständnis nicht genügend objektivieren läßt. Allerdings ist eben dieser zwanghafte Wunsch nach harten Fakten und Rationalisierbarkeit eine Ausgeburt des Willens der dem begrenzten Ich entspringt und in seiner Einseitigkeit zwar immer einen Weg findet aber oft auch einen ins Verderben der Gesamtpersönlichkeit weil der Wille allein blind ist für umfassendere Erwägungen. Jung selbst den Psychotherapeuten als einen Begleiter des Patienten der sich frei machen sollte von allen theoretischen Erkenntnissen die er erlernt hat und der sich möglichst vorurteilsfrei auf das einlassen sollte was der Patient an Bildern Eindrücken etc. aus seinem Unbewussten mitbringt oder im Verlaufe der Therapie entwickelt. Beim Abstieg des Patienten in seine eigenen seelischen Tiefen sah sich Jung als Begleiter der allenfalls mehr Erfahrung hat und dadurch zum Gelingen des jeweils einzigartigen und individuellen Weges der betreffenden Persönlichkeit zur Individuation beitragen kann.

Seine Präsidentschaft in der Internationalen Gesellschaft für ärztliche Psychotherapie fiel in die Zeit des Nationalsozialismus Als er sich öffentlich über den Unterschied zwischen jüdischer und arischer Psychologie äußerte geriet er in den Verdacht des Antisemitismus. Jüdische Mitarbeiter und Biographen verneinen diesen allerdings.

Eine lebendige Einführung in sein Werk bietet seine untenerwähnte Autobiographie "Erinnerungen Träume Gedanken". Dort schreibt er: "Die Erinnerung an die äußeren Fakten meines Lebens ist mir zum größten Teil verblaßt oder entschwunden. Aber die Begegnung mit der inneren Wirklichkeit der Zusammenprall mit dem Unbewußten haben sich meinem Gedächtnis unverlierbar eingegraben. Ich kann mich nur aus den inneren Geschehnissen verstehen. Sie machen das Besondere meines Lebens aus und von ihnen handelt meine Autobiographie."

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Das ist nicht Carl Gustav in jungen Jahren, ...
























... sondern ein türkischer Junge, der die ganze Ungerechtigkeit dieser Welt hinaus schreit.

Das Archaische unserer Welt begegnet uns überall und imer wieder auf subtile Weise, in der Anfangsidee: Bewegung!
Das ist auch nicht von C. G.

Es wird weiter Informationen zum Werk Carl Gustav Jungs geben.