Auf der Startseite von Wohlbefinden habe ich mich bereits kurz ausgelassen über das Grundübel in unserer Gemeinschaft. Das Problem existiert übrigens weltweit, vebreitete sich im Zuge der Globalisierung wie eine Seuche. Dem Problem zugrunde liegt eine Idee, und eine Idee ist vom Wesen her Geist. Dieser Geist steuert, unter welchen Prämissen gehandelt wird, kurz, er formuliert das Ziel für die Beschäftigung bzw. für das Beschäftigtsein. Einerseits müssen Menschen arbeiten, um sich ernähren zu können und sich einen erträglichen Rahmen für ihre körperliches Dasein zu schaffen. Andererseits müssen sie dafür Arbeiten leisten, die einen ganz anderen Zweck verfolgen, nämlich Gewinne zu erwirtschaften.

Nun meint Mensch, da er arbeiten müsse, müsse er auch die damit verbundenen Bedingungen akzeptieren. Arbeit ist vom Wesen her menschenfreundlich/konstruktiv, aber die Bedingung, nämlich Geld zu vermehren, ist menschenfeindlich/destruktiv. Es wird ja nicht nur das produziert, was zum Leben wirklich gebraucht wird, sondern es wurde den Menschen mittels raffiniertester Methoden suggeriert, sie brauchten viel mehr, als sie wirklich brauchen. Das war allerdings nicht besonders schwierig, weil der Grundstein gelegt war durch eine sinnentleerte Beschäftigung, die das Konsumieren als Ersatzbefriedigung geradezu herauf beschwor. Da man sich über seine lebensfremde Arbeit nicht mehr identifizieren kann, scheint es nur den Aus- oder Umweg über den Besitz zu geben. Wer das glaubt sitzt in der Falle, und viele glauben in einem Boot sitzen zu müssen, und glauben denen nicht, die wissen, dass das Boot an Land steht.

Arbeit ist organisiert in Firmen, genauer gesagt in Betrieben. Die Organisation obliegt Führungskräften auf verschiedenen Ebenen. Die handeln aber (zumindest auf der Managerebene) nicht im Sinne der Beschäftigten, sondern im Sinne der Geldvermehrung. Damit sie ihrer lebensfeindlichen Beschäftigung überhaupt nachgehen können, werden sie korrumpiert, genau mit dem Mittel, in dessen Sinne sie tätig sind: mit Geld. Geld verdirbt nicht den Charakter, nein, nein, dem Geld jagen Menschen hinterher, die keinen Charakter haben. Wie sonst könnten sie ohne jede humane Moral einem gegen die elementaren Interessen des Menschen gerichteten Geist dienen - und dahinter setze ich kein Fragezeichen.

Es gibt einen Geist, der Menschen zu Sündern stempelt, der ihnen keine Freude gönnt, sondern sie büssen lassen will, der davon ausgeht, das der Mensch von Grund auf schlecht ist und sich nur durch Unterwerfung unter einen obskuren Geist von seiner Höllenfahrt befreien können soll. Der Mensch sei in seinem Wesen eine Bestie, die es zu zügeln gelte. Er solle auf dem Acker kriechen - wohl, damit er nicht auf dumme Gedanken komme und von seiner Ur-Erkenntnis profitiere.

Das widersinnigste Gedankengut, was parallel zur Erniedrigungsidee und Unterdrückungsabsicht installiert wurde, ist das Postulat des Freien Willens. Einerseits also zwingt das System den Menschen seine sie entwürdigenden Bedingungen auf, andererseits nimmt es die Menschen für die Folgen der Entwürdigung in die Verantwortung. Extremer kann man Leben glaube ich nicht gestalten. Das, was mich am System am meisten nachdenklich stimmt, ist, dass es möglich ist, den Menschen das glauben zu lassen. Insofern muss ich wohl von einer recht bitteren Realität ausgehen: der absurde Geist des Systems findet im geistigen System des Menschen eine Entsprechung. Kurz: wer den Schwachsinn, der (seit Jahrtausenden!) verbreitet wird, glaubt, muss ja wohl auch schwachsinnig sein.

Bei dem Versuch der Analyse der Realität, von Vergangenheit und ihrem Prozeß, fragte ich mich, wie das Ungeheuerliche habe geschehen können. Gerade - es ist 5 Uhr 20 - beim Zähneputzen erleuchtete sich meine Frage. Wir kennen ja ein Weibliches und ein Männliches Prinzip, das des Geistes und das des Gefühls. Das Weibliche/das Gefühl wurde durch einen einfachen Trick, nämlich die Behauptung, die Frau (repräsentiert ja das Gefühl) sei minderwertig, aus der Identität verbannt. Ein weiterer Aspekt ist die genetische Verschiedenheit von Mann und Frau, insofern, als der Geist die Gene so gestaltete, dass das männliche Wesen stärker gemacht wurde und die Frau (auch) körperlich beherrschen konnte.

Nur so war diese Entwicklung möglich. Teile und herrsche, sagt der Geist - und das ist der Geist, der dieses System für den Menschen machte, und zwar für alle Menschen, auch die Frauen. Er brach die Solidarität grundsätzlich auseinander und legte mit einer einfachen Diskriminierung den Grundstein für eine Entwicklung, die allen Menschen ihre Schwachstelle aufzeigt, eine gespaltene Identität.

Angeblich, so sagen einige Menschen, steht die Menschheit vor einem Sprung auf eine höhere Bewusstseinsebene. Das muss für den Menschen ja eine gravierende Veränderung im Geistes- und Gefühlsleben bedeuten. Nur mit dieser Veränderung, also seine Weiterentwicklung zu einem liebesfähigen und vernünftigen - im Sinne von überlebensfreundlichen Idealen - in seinem "Wesen" kann er das System besiegen, es überflüssig machen, weil er seine Lektion lernte.

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