Zum Fliegen braucht man auch
kleine Federn

Leben

Mensch und Gesellschaft
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Wir brauchen Kinder. Alle Menschen brauchen sie. Das Kinderkriegen ist nicht nur irgend eine Marotte, die man ab 1,4 Kindern den Asozialen zuschreibt. Unsere Schöpfung richtete sehr viel Aufmerksamkeit und vor allen Dingen Macht auf das Problem der, salopp gesagt, Vermehrung. Aber es ging bei der Gestaltung von Leben nicht primär um Vermehrung. Das mag uns die Kirche versuchen glauben zu machen, indem sie sich wie eine räudige Bestie auf das Thema Sexualität stürzte und wilde Theorien als Gottes Willen verkündete. Ja, die Kirche, wohin sie Aufmerksamkeit richtet ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Ihr Geist, dem sie folgen, dient jedenfalls nicht dem, woran sie glauben; immerhin dient er und ist unentbehrlich für gewisse lebengestaltende Planungen.

Religion spricht ja von der Erlösung des Einzelnen, das sei der Sinn. Man solle sich wieder mit Gott verbinden, um seine Seligkeit zu erringen, sein Herz an Jesus verschenken, um an einer abstrusen Gnade teilnehmen zu können.

Das ist pure Egozentrik!

Wer daran glaubt, braucht sich über eine zunehmend herzloser und verwirrter werdende Gesellschaft weder wundern noch beschweren, ganz davon zu schweigen, dass Nächstenliebe zur Lachnummer verkommt. Wäre ein bestimmter Entwicklungsstatus des einzelnen Menschen das Lebensziel, brauchte es keine Kinder, allenthalben ein längeres Leben für die Dummen und ganz Dummen, also die große Mehrheit der Menschen. Einige, das las ich gerade, werden geboren und sterben, ohne jemals von einer Statistik
erfaßt worden zu sein. Ist das nicht eher ein Segen, keinem Missionar begegnet zu sein?

Nun werden Menschen im Durchschnitt zwar älter als frühere Generationen, was aber wenig über den Grad ihrer erreichten Menschwerdung im Sinne von Humanität und Ethik, über ihre Liebesfähigkeit aussagt. Böse Zungen behaupten ja, Menschen werden gar nicht älter, sondern seien nur länger krank. Auf der anderen Seite werden immer mehr Kinder geboren. Wenn ich den Statistiken/statistischen Berechnungen glauben kann, werden in vierzig Jahren drei Milliarden Menschen mehr auf der Welt leben - und das ist gut so, sage ich, und, wenn mich jemand genauer fragte: ohne Kinder läßt sich der Alte Geist nicht vertreiben.

Was das Erbe der Menschheit betrifft, sind sich die Menschen ja nicht einig. Einige buddeln auf der Suche nach Überresten alter Kulturen im Schutt der Zeit, andere stehen an windigen Ecken und verteilen Broschüren über eine Endzeitspekulation und lassen ihre Kinder lieber verrecken, wenn nur eine Blutspende helfen könnte. Das Erbe der Kinder sind ihre Eltern. Wenn es um Räson geht die Väter, wenn es um Werte geht die Mütter. Auch spricht man von archaischen Informationen, die in den Körperzellen gespeichert sein sollen, ja sogar das menschliche Gehirn hat eine Region, den limbischen Teil, in dem Emotionen verarbeitet werden und die Triebe entstehen sollen. Ich will mal vereinfacht sagen: unser einzig sicheres Erbe ist die menschliche Vergangenheit, wenn es nicht gar ein noch älteres Erbe gibt (was ich für sehr wahrscheinlich halte).

Leben und Kinder

16. März 2009

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